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Makroökonomie·vor 2 Std.

Meloni verspricht Steuersenkungen für die Mittelschicht bei Confcommercio-Versammlung und lehnt Vermögenssteuer ab – Konjunkturausblick hellt sich auf

Premierministerin Giorgia Meloni erklärte auf der Jahresversammlung von Confcommercio, ihre Regierung wolle die Steuerlast für die Mittelschicht senken, und griff zugleich linke Vorschläge für eine Vermögenssteuer an. Die Rede fand statt, als Schätzungen des Finanzministeriums auf ein anhaltendes BIP-Wachstum hindeuteten.

Eine zehnjährige Abwesenheit endet

Premierministerin Giorgia Meloni hielt die Rede vor der Jahresversammlung von Confcommercio in Rom und markierte damit den ersten Besuch einer italienischen Premierministerin bei dieser Veranstaltung seit zehn Jahren. Sie wurde in einem vollen Auditorium mit Applaus begrüßt; in der ersten Reihe saßen Vize-Premierminister Antonio Tajani, Senatspräsident Ignazio La Russa und mehrere Kabinettsminister. Oppositionsführer, darunter PD-Sekretärin Elly Schlein und Giuseppe Conte, fehlten.

Steuersenkungen versus Vermögenssteuer

Meloni nutzte die Plattform, um einen scharfen Kontrast zwischen der Finanzpolitik ihrer Regierung und den Vorschlägen der Linken zu ziehen. Sie erklärte, die Regierung habe mit Steuersenkungen auf Arbeit für niedrige Einkommen begonnen und wolle diese Anstrengungen nun ausweiten. „Wir haben nicht vor aufzuhören, wir wollen mehr tun, insbesondere die Steuerlast für die Mittelschicht senken, denn Steuersenkungen sind eines der großen Ziele dieser Regierung“, sagte sie. Confcommercio-Präsident Carlo Sangalli hatte zuvor eine Senkung des Spitzensteuersatzes der Einkommensteuer von 35 % auf 33 % für Einkommen bis zu 60.000 Euro gefordert.

Andere reden über die Besteuerung von Vermögen; wir arbeiten dafür, dass Italiener nach Jahrzehnten der Arbeit und des Verzichts auf Vermögen hoffen können.

Melonis Ablehnung einer Vermögenssteuer folgt auf eine scheinbare Annäherung an diese Idee durch PD-Sekretärin Elly Schlein, die innerhalb des Mitte-Links-Lagers Debatten ausgelöst hat. Die Premierministerin behauptete, die Regierung gebe durch den Steuerkeil-Schnitt jährlich 21 Milliarden Euro an die Taschen der Arbeitnehmer zurück.

Die Steuerbilanz unter der Lupe

Trotz der Rhetorik der Steuersenkungen stellten mehrere Medien fest, dass die Gesamtsteuerlast Italiens während Melonis Amtszeit gestiegen ist. Die Steuerquote (Anteil der Steuern am BIP) stieg von 41,7 % im Jahr 2022 auf 42,6 % im Jahr 2024, mit einer Prognose von 42,8 % für 2025. Die Einnahmen aus der Einkommensteuer (Irpef) stiegen 2024 deutlich und belasteten Arbeitnehmer und Rentner, wie Istat bestätigte.

Schlag gegen Scheinfirmen

Meloni pries die erzwungene Schließung von 24.000 sogenannten „Auf-und-Zu“-Betrieben an, die sie als Unternehmen beschrieb, die oft von Nicht-EU-Bürgern geführt werden, die Steuern umgehen, indem sie schließen und unter neuem Namen wiedereröffnen. „Das ist keine Bananenrepublik. Hier werden die Regeln respektiert“, sagte sie zum Publikum und stellte das Vorgehen als Verteidigung ehrlicher Unternehmer gegen unfairen Wettbewerb dar.

Die Botschaft, die wir an alle senden wollen, ist, dass dies keine Bananenrepublik ist. Hier werden die Regeln respektiert.

Makroökonomischer Optimismus und der Hormuz-Faktor

Aus dem Finanzministerium gibt es Hinweise, dass Italien das zweite Quartal mit einem positiven BIP abschließen wird, aufbauend auf dem Wachstum von 0,3 % zwischen Januar und März, wobei für das Gesamtjahr bereits 0,6 % gesichert sind. Das Forschungszentrum von Confcommercio schätzt ein Wachstum von 0,9 % für 2026, die optimistischste Prognose im Umlauf. Meloni dankte Sangalli dafür, dass er sich nicht dem „Chor des Pessimismus“ angeschlossen habe, und argumentierte, es sei intellektuell unredlich, ermutigende makroökonomische Daten herunterzuspielen. Sie sprach auch die Treibstoffkosten an, die noch immer von der Krise in der Straße von Hormus betroffen sind, und versprach fortgesetzte staatliche Unterstützung für die Treibstoffkäufe von Spediteuren.

Mattarellas Aufruf zum sozialen Dialog

Staatspräsident Sergio Mattarella sandte eine Botschaft an die Versammlung, in der er warnte, dass das Produktionssystem angesichts tiefgreifender Veränderungen und einer zunehmend schwierigen internationalen Lage eine besonders heikle Phase durchlaufe. Er forderte einen „echten Dialog zwischen Institutionen und Gesellschaft“ und rief die Sozialpartner dazu auf, Verzerrungen der Arbeitsbeziehungen entgegenzuwirken, die den Arbeitnehmerschutz und den sozialen Zusammenhalt zu untergraben drohen.

Die gegenwärtigen Komplexitäten erfordern einen echten Dialog zwischen Institutionen und Gesellschaft.

Stadterneuerung und lokaler Handel

Meloni stellte den Wohnungsbauplan der Regierung auch als Chance dar, Städte zu erneuern und Räume einladender zu gestalten. Sie schlug ein neues Modell der Stadtentwicklung vor, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt, mit integrierten Bauprogrammen, die Geschäftsräume und Nachbarschaftsdienste umfassen. Lokale Geschäfte, so sagte sie, seien territoriale Ankerpunkte, die „keine Online-Plattform jemals ersetzen könne“.

Italiens Steuerquote unter der Regierung Meloni · %
2022
41.7 %
2024
42.6 %
2025
42.8 %
Rom

6 Quellen

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