
Meloni: Italienisch-amerikanische Beziehungen müssen nach Trumps Attacken zur Normalität zurückkehren
Premierministerin Giorgia Meloni erklärte, sie sei von Donald Trumps verbalen Angriffen „aufsrichtig getroffen“ worden, bestand jedoch darauf, dass die bilaterale Zusammenarbeit normal wieder aufgenommen werden müsse, und bestätigte, dass die Regierung am 2. Juli an der US-Unabhängigkeitsfeier in der Villa Taverna teilnehmen werde.
Diplomatische Spannungen
Donald Trump eskalierte einen öffentlichen Streit mit Italien, indem er die Premierministerin zunächst als „flehentlich“ für ein Foto während des G7-Gipfels in Frankreich beschrieb und dann eine Audioaufnahme veröffentlichte, die Meloni scharf angriff. Am 23. Juni nannte Trump Italien im Oval Office vor Reportern zweimal „sehr schlecht“ und machte ihm mangelnde Hilfe im Krieg gegen den Iran zum Vorwurf, so Tgcom24.
Italien ist sehr schlecht.
Melonis Antwort bei La Verità
In einem Interview mit Maurizio Belpietro bei einer Veranstaltung der Zeitung räumte Meloni ein, persönlich verletzt worden zu sein. „Ich war aufrichtig getroffen, und als ich sagte, ich sei getroffen, war ich äußerst aufrichtig“, sagte sie. Sie verwies auch auf virale Videos, die ihre Haltung als durchsetzungsfähig erscheinen ließen, und auf Spekulationen, Trump wolle möglicherweise von den Iran-Verhandlungen ablenken.
Ich habe nicht die Absicht, diese Konfrontation weiter zu schüren. Ich denke, unsere bilaterale Arbeit mit den Vereinigten Staaten muss zur Normalität zurückkehren, wie ich gestern im Ministerrat mit Blick auf die anstehenden Termine gesagt habe.
Das Signal und der nächste Schritt
Außenminister Antonio Tajani sagte eine geplante Mission nach Washington unmittelbar nach den Angriffen ab. Meloni unterstützte diesen Schritt als notwendiges Signal, machte aber deutlich, dass die Zeit für Eskalation vorbei sei: „Die Botschaft ist angekommen, es besteht kein Anlass für weitere Schritte.“ Sie bestätigte, dass am 2. Juli Minister in der Villa Taverna, der Residenz des US-Botschafters, zum Unabhängigkeitstagsempfang anwesend sein werden, „auch aus Respekt vor Botschafter Fertitta, der sich sehr für die italienisch-amerikanischen Beziehungen einsetzt.“
Tajani hatte Recht, die Mission in die Vereinigten Staaten sofort abzusagen, um ein Signal zu senden, aber sobald die Botschaft angekommen ist, besteht kein Anlass, darüber hinauszugehen.
Institutionelle und wirtschaftliche Bande
Meloni betonte, dass die Beziehungen zwischen den beiden Ländern auf einer „alten und soliden“ Geschichte der Zusammenarbeit beruhen, die nicht durch einen Social-Media-Streit ausgelöscht oder neu verhandelt werden könne. Sie verwies auf den jüngsten Besuch von Verteidigungsminister Guido Crosetto in Washington und auf Handelsdaten, die zeigen, dass die italienischen Exporte in die USA trotz amerikanischer Zölle gestiegen seien – ein Beweis, so Meloni, dass italienische Produkte gut ankommen.
Ich sehe keine Gefahr eines Rückschlags. Unsere institutionellen und wirtschaftlichen Beziehungen laufen auch in den letzten Wochen und Monaten gut.
Außenpolitik, keine Reality-Show
In einer spitzen Bemerkung beklagte die Premierministerin, dass Außenpolitik diskutiert werde, „als wäre es Temptation Island, aber sie ist komplexer“, womit sie auf die italienische Reality-Show anspielte. Sie fügte hinzu, dass die Beziehungen zwischen Ländern nicht je nach Regierung, die gerade an der Macht sei, begännen und endeten, und forderte eine Rückkehr zu einer tiefergehenden außenpolitischen Debatte.

