Wahlen · Paris, Le Bourget und Toulouse
Mélenchons Programm von La France insoumise für 2027 verspricht NATO-Austritt und lehnt das 5-Prozent-Verteidigungsziel ab
Das am Freitag, 6. November 2026, veröffentlichte Programm umfasst 1.069 Maßnahmen, davon 238 neue, und soll am Samstag, 7. November bei einer Kundgebung in Le Bourget bei Paris vorgestellt werden.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von BFMTV, Berliner Zeitung, 20minutes und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
LFI hat am Freitag, 6. November 2026, „L'Avenir en commun“ mit 1.069 Maßnahmen vorgelegt, davon 238 neue, und stellt es am Samstag, 7. November in Le Bourget vor.
Das Programm fordert den sofortigen Rückzug aus dem integrierten NATO-Kommando und anschließend in Stufen den Austritt aus dem Bündnis; das 2025 in Den Haag vereinbarte Ziel von 5 Prozent des BIP für Verteidigung wird abgelehnt.
Das Programm setzt den Mindestlohn auf 1.700 Euro netto und kehrt zum Renteneintritt mit 62 Jahren zurück, mit voller Rente mit 60 nach 40 Beitragsjahren.
Der Plan würde die EU-Verträge neu schreiben und Schulden- und Defizitgrenzen beiseitelassen, jede Vereinbarung soll per Referendum bestätigt werden; die Staatsverschuldung liegt bei 117,5 Prozent des BIP.
Eine am 3. November für LCI veröffentlichte Ifop-Umfrage sieht ihn bei 17,5 bis 18 Prozent, hinter Marine Le Pen mit 35 bis 37 Prozent.

- 6.11.Programm „L'Avenir en commun“ veröffentlicht
- 7.11.Vorstellung bei einer Kundgebung in Le Bourget bei Paris
- Anfang 2027Finanzierung des Programms soll vorgestellt werden
- 2027Präsidentschaftswahl
Ein Programm für 2027 mit 1.069 Maßnahmen
La France insoumise (LFI) hat am Freitag, 6. November 2026, ihr Präsidentschaftsprogramm „L'Avenir en commun“ veröffentlicht. Der Text ist eine Aktualisierung einer 2017 erarbeiteten Fassung, umfasst mehr als 220 Seiten und enthält 1.069 Maßnahmen, davon 238 neue. Jean-Luc Mélenchon soll es am Samstag, 7. November bei einer Kundgebung in Le Bourget bei Paris vorstellen. Die Kosten des Programms sollen Anfang 2027 vorgestellt werden, vor der Präsidentschaftswahl jenes Jahres.
- Maßnahmen insgesamt
- 1069 Maßnahmen
- Neue Maßnahmen
- 238 Maßnahmen
Daten aus dem Artikeltext
Ökologie und Sozialausgaben
Das Programm begreift die ökologische Planung als Ausgangspunkt des gesamten Vorhabens. Hadrien Clouet, LFI-Abgeordneter und gemeinsam mit Clémence Guetté für das Programm verantwortlich, sagt, der Gedanke der Planung bestimme das Handeln der Partei. Vorgeschlagen werden „Öko-Regionen“, die die Verwaltungskarte Frankreichs entlang von Merkmalen wie Flusseinzugsgebieten, Gebirgen und Küstenlinien neu zuschneiden sollen, sowie ein Rat, der die Verlagerung essenzieller Produktion beaufsichtigen soll. Die Partei will zudem eine Verfassungsregel „grüne Regel“, die begrenzt, was der Natur entnommen wird, auf das, was sie regenerieren kann, und sie hält am Ausstieg aus der Kernkraft fest.
In der Sozialpolitik hebt das Programm den Mindestlohn auf 1.700 Euro netto, führt „100% Sécu“ ein und macht die Rentenreform rückgängig, mit einer Rückkehr zum Renteneintritt mit 62 Jahren. Zudem wird die volle Rente mit 60 nach 40 Beitragsjahren wiederhergestellt. Der nationale Koordinator Manuel Bompard verteidigte die Kontinuität des Dokuments gegenüber früheren Arbeiten.
„Wir stehen in der Kontinuität ernsthafter programmatischer Arbeit. Das ist Präzision und Bereicherung.“
Verteidigung, NATO und die Vereinigten Staaten
Das Programm fordert den sofortigen Rückzug aus dem integrierten militärischen Kommandostab der NATO und in weiteren Stufen den Austritt aus dem Bündnis selbst. Es lehnt das von den Vereinigten Staaten geforderte Verteidigungsbudget von 5 Prozent des BIP ab. Beim Gipfel in Den Haag 2025 verpflichteten sich die Bündnismitglieder, bis 2035 diese 5 Prozent zu erreichen, davon 3,5 Prozent für Militärausgaben und 1,5 Prozent für den weiteren Sicherheitsbereich. Frankreich gibt derzeit etwas mehr als 2 Prozent des BIP für Verteidigung aus. In einem Interview mit Politico im September sagte Mélenchon, ein Austritt aus der NATO bedeute nicht, die Verteidigung der gemeinsamen Grenzen aufzugeben, und das Programm hält fest, dass Frankreich seinen EU-Partnern weiterhin im Rahmen der Verträge des Blocks beistehen würde.
Bei Raumfahrt und Technologie will die Partei das Weltraumzentrum der NATO in Toulouse schließen und einen öffentlichen Satellitenverbund schaffen. Sie wendet sich gegen ein „Wettrüsten im Weltraum“ und argumentiert laut Politico, Frankreich solle ein Space Shuttle anschaffen. Zuvor hatten LFI-Abgeordnete auf den Kauf des wiederverwendbaren Raumgleiters Vortex von Dassault Aviation gedrängt. Das Programm schlägt außerdem die Verstaatlichung von Verteidigungsunternehmen einschließlich ArianeGroup vor und will die Produktion von Kommunikations-, Aufklärungs- und Logistikausrüstung ausbauen, die derzeit weitgehend die Vereinigten Staaten über die NATO liefern. Ein ausführlicheres Verteidigungsprogramm soll später folgen.
EU-Regeln und ein diplomatischer Weg in der Ukraine
Politico berichtet, der Plan würde eine Konfrontation mit den europäischen Institutionen erfordern. Die Partei strebt einen neuen Deal für Europa an, darunter neu geschriebene Verträge, die Abschaffung zentraler Haushaltsregeln der EU wie Schulden- und Defizitgrenzen, eine Aussetzung der Wettbewerbsregeln für Energie, Verkehr und Telekommunikation sowie gelockerte Beihilfegrenzen. Bis die Verträge geändert sind, will LFI nach eigenen Angaben mit den Partnern verhandeln und dabei blockierende Regeln beiseitelassen; jede Vereinbarung soll einem Referendum unterzogen werden. Das Programm will zudem die Europäische Zentralbank unter demokratische Kontrolle stellen und für die Finanzierung der ökologischen und sozialen Transformation nutzen. Anfang dieses Jahres hatte eine Äußerung Mélenchons über die Bestände der EZB an französischen Staatsanleihen eine nationale Debatte ausgelöst. Die Staatsverschuldung liegt bei 117,5 Prozent des BIP, das Defizit über 5 Prozent.
Zur Ukraine fordert das Programm laut Le Monde einen diplomatischen Rahmen für einen Waffenstillstand und den Abzug russischer Truppen. Jede Friedenslösung würde auf kollektiven Sicherheitsgarantien beruhen. Anders als die Partei Le Pens sagt LFI nicht ausdrücklich, dass sie die Unterstützung der Ukraine beenden würde.
Umfragen vor dem Rennen 2027
Eine am 3. November für LCI veröffentlichte Ifop-Umfrage sieht Mélenchon je nach Feld bei 17,5 bis 18 Prozent und damit in jedem getesteten Szenario auf Platz zwei hinter Marine Le Pen mit 35 bis 37 Prozent, wie Le Parisien berichtete. Die beiden Erstplatzierten des ersten Wahlgangs ziehen in die Stichwahl ein. Umfragen sehen Mélenchon derzeit in der Lage, diese erstmals in vier Präsidentschaftswahlen zu erreichen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- BFMTVDie Ariane-Rakete verstaatlichen, aus der Nato austreten, 5% des BIP für Verteidigung ablehnen, ein Raumflugzeug bauen... Mélenchons Programm für die französische ArmeeNationaliser la fusée Ariane, quitter l'Otan, refuser les 5% du PIB pour la défense, construire un avion spatial... Le programme de Mélenchon pour l'armée française · Original auf Französisch
- Berliner ZeitungRaus aus der Nato: Französische Linke macht Austritt zum Wahlversprechen
- 20minutesMindestlohn bei 1.700 Euro netto, Rente mit 62... Das LFI-Programm für 2027Smic à 1.700 euros net, retraite à 62 ans... Le programme de LFI pour 2027 · Original auf Französisch
- Stirile ProTVFrankreich könnte aus der Nato austreten. Mélenchons Partei nimmt den Austritt aus dem Bündnis offiziell in ihr Präsidentschaftsprogramm aufFranța ar putea ieși din NATO. Partidul lui Mélenchon include oficial retragerea din Alianță în programul prezidențial · Original auf Rumänisch
- Jean-Luc Mélenchon
- Führer von La France insoumise und deren Präsidentschaftskandidat für 2027
- Marine Le Pen
- Rechtsextreme Parteiführerin, deren Partei in Umfragen vor Mélenchon liegt und die ebenfalls den Austritt aus dem integrierten NATO-Kommando verspricht
- Manuel Bompard
- Nationaler Koordinator von La France insoumise
- Hadrien Clouet
- LFI-Abgeordneter und gemeinsam mit Clémence Guetté für das Programm verantwortlich
- Clémence Guetté
- LFI-Figur, die das Programm gemeinsam mit Hadrien Clouet verantwortet
- Paul Vannier
- LFI-Abgeordneter und Parteifunktionär, der sich zur Vorbereitung des Programms äußerte
- Emmanuel Macron
- Amtierender französischer Präsident, dessen Nachfolger in der Wahl 2027 bestimmt wird
- Organisationen
- Europäische Union, NATO
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