Konflikte · Rabat, Brüssel und Nouadhibou
Marokko hält an Waffenstillstandszusage fest, während die UN-Mission in der Westsahara ausläuft
König Mohammed VI. leitete am 4. November in Rabat eine Arbeitssitzung, um die nächste Phase zu planen, nachdem der Sicherheitsrat das MINURSO-Mandat am 30. Oktober nicht verlängert hatte. Russland hatte einen US-Entwurf, der Marokkos Autonomieplan stützte, mit einem Veto blockiert.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von ANSA.it, Il Sole 24 ORE, La Razón und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Der Sicherheitsrat verlängerte das Mandat der Mission in seiner Sitzung am 30. Oktober nicht, nachdem Russland einen US-Entwurf, der Marokkos Autonomieplan stützte, mit einem Veto blockiert hatte.
Am 4. November leitete Mohammed VI. in Rabat eine Arbeitssitzung, in der das MINURSO-Koordinierungsbüro des Innenministeriums mit der Aufsicht über den Abzug betraut wurde.
Das Königliche Kabinett erklärt, Marokkos Bekenntnis zum Waffenstillstand von 1991 werde sich nicht ändern, obwohl die Polisario den Waffenstillstand 2020 für beendet erklärt hatte.
Oubi Bucharaya machte im Europäischen Parlament die EU-Institutionen und Spanien für die Nichtverlängerung der Mission verantwortlich und forderte Brüssel auf, die marokkanische Position nicht länger zu stützen.
- 1991Der Waffenstillstand beendet den offenen Krieg zwischen marokkanischen Streitkräften und der Polisario und schafft die Grundlage für MINURSO
- 2020Die Polisario erklärt den Waffenstillstand von 1991 für beendet
- 30.10.Der Sicherheitsrat verlängert das MINURSO-Mandat nicht, nachdem Russland einen US-Entwurf mit einem Veto blockiert hat
- 4.11.König Mohammed VI. leitet in Rabat eine Arbeitssitzung zur Phase nach der Mission
Rabat legt seinen Kurs nach dem Auslaufen des Mandats fest
König Mohammed VI. leitete am 4. November nach Angaben eines Kommuniqués des Königlichen Kabinetts eine Arbeitssitzung im Königspalast in Rabat, die sich auf die Phase nach dem Ende der Arbeit der UN-Mission konzentrierte. Anwesend waren Regierungschefin Fatima Zahara el Mansouri, der königliche Berater Fouad Ali El Himma, Innenminister Abdelouafi Laftit und General Mohammed Berrid.
Der König legte drei Prioritäten fest: die Achtung der territorialen Integrität des Königreichs, die Wahrung der nationalen Sicherheit und den Schutz der Ruhe der Bürger, insbesondere in den südlichen Provinzen. Die Verantwortlichen wurden angewiesen, diese entschlossen und wachsam umzusetzen, jeder im Rahmen seiner Zuständigkeit, und zugleich die Entwicklungsprogramme im Süden fortzuführen.
Das MINURSO-Koordinierungsbüro des Innenministeriums wurde mit der Aufsicht über die Abwicklung und den Abzug betraut, mit dem Ziel eines reibungslosen und geordneten Prozesses. Das Kommuniqué bekräftigte zudem die Waffenstillstandsverpflichtung.
„Marokkos Bekenntnis zum Waffenstillstand wird sich mit dem Ende des Mandats der UN-Mission nicht ändern.“
Scheitern im Sicherheitsrat und Russlands Veto
Der Sicherheitsrat einigte sich in einer Sitzung am 30. Oktober nicht auf eine Verlängerung von MINURSO, sodass das Mandat der Mission auslief. Europa Press berichtet, Russland habe an jenem Tag einen US-Resolutionsentwurf mit einem Veto blockiert, der Marokkos Autonomieplan für das Gebiet stützte. Deutsche Welle beschreibt Washingtons Vorstoß, die Mission so umzustrukturieren, dass eine Autonomie unter marokkanischer Souveränität an die Stelle des geplanten Referendums im Zentrum treten sollte – ein Vorhaben, das Russland ablehnte. Ein Kompromiss folgte nicht.
Das marokkanische Kommuniqué erklärt, die Mission habe wiederholt versäumt, die Einhaltung des Waffenstillstands zu überwachen oder Konsequenzen für Verstöße festzulegen, und ihr Gründungskontext sei obsolet geworden. Der Abzug wird als Frage der Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen dargestellt.
Waffenstillstand, Kämpfe und die Bilanz der Mission
Der Waffenstillstand von 1991 beendete den offenen Krieg zwischen marokkanischen Streitkräften und der Polisario-Front und schuf die Grundlage für MINURSO. Nachdem die Polisario 2020 den Waffenstillstand für beendet erklärt hatte, wurden die Kämpfe wieder aufgenommen. Deutsche Welle berichtet von einem Angriff der Polisario auf einen marokkanischen Stützpunkt im Mai und von der Tötung eines militärischen Anführers der Polisario bei einem marokkanischen Drohnenangriff im Juni. Eine Analyse des Security Council Report beschreibt Feindseligkeiten geringer bis mittlerer Intensität, die die Region instabil halten.
Anja Freudenreich, Leiterin des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Rabat, sagt, die Mission habe unabhängige Informationen über eine Lage geliefert, die die Parteien sehr unterschiedlich beschrieben, und Minen entlang der stark verminten Verteidigungslinie geräumt.
„MINURSO hat den Konflikt nicht gelöst, aber über Jahrzehnte auch zu seiner Eindämmung beigetragen.“
Riccardo Fabiani von der International Crisis Group erwartet nicht, dass eine andere internationale Organisation MINURSO ersetzen wird.
Reaktionen in Brüssel und Mauretanien
Oubi Bucharaya, Rechtsberater des Polisario-Anführers Brahim Ghali, forderte bei einer Pressekonferenz im Europäischen Parlament am 4. November die EU auf, nach dem Ende der Mission eine wichtige und positive Rolle zu spielen. Er sagte, Brüssel solle aufhören, wegzusehen, und machte die EU-Institutionen und Spanien für die Nichtverlängerung verantwortlich. Zudem argumentierte er, der Staatenbund könne kein rechtliches Vakuum aufrechterhalten, solange er die Urteile des Europäischen Gerichtshofs gegen das Handelsabkommen mit Marokko nicht umgesetzt habe, das Produkte aus der Westsahara unter marokkanischer Kontrolle erfasst. Er brachte den Punkt klar auf den Punkt:
„Die Nichtverlängerung von MINURSO muss dazu dienen, die Europäische Union als Ganzes herauszufordern.“
Al-Akhbar berichtet, mauretanische Bezirksgouverneure, insbesondere in Dakhlet Nouadhibou, hätten Bürger nahe der marokkanischen Grenze gewarnt, sofort zurückzukehren, insbesondere Hirten und nomadische Stämme, und Gebiete zu meiden, die sie gefährden könnten.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- ANSA.itMarokkos König Mohammed VI. gibt die Linie zur Sahara in der Zeit nach Minurso vorRe Mohammed VI del Marocco detta la linea sul Sahara, nel dopo-Minurso - Politica · Original auf Italienisch
- Il Sole 24 OREMarokko, Mohammed VI. bereitet sich auf die Zeit nach Minurso vor: Sicherheit und Entwicklung im Zentrum der StrategieMarocco, Mohammed VI prepara il dopo Minurso: sicurezza e sviluppo al centro della strategia · Original auf Italienisch
- La RazónMauretanien bittet seine Bürger, sich aufgrund der neuen Lage in der Sahara nicht der Grenze zu Marokko zu nähernMauritania pide a sus ciudadanos que no se acerquen a la frontrera con Marruecos por la nueva situación del Sáhara · Original auf Spanisch
- europa pressMarokko unterstreicht sein „festes Engagement“ für den Waffenstillstand mit...Marruecos subraya su "firme compromiso" con el alto el fuego con el... · Original auf Spanisch
- Mohammed VI
- König von Marokko, der die Arbeitssitzung zur Phase nach MINURSO leitete
- Fatima Zahara el Mansouri
- Regierungschefin, die an der königlichen Arbeitssitzung teilnahm
- Fouad Ali El Himma
- Königlicher Berater, der an der Arbeitssitzung teilnahm
- Abdelouafi Laftit
- Innenminister, dessen Ministerium den MINURSO-Abzug koordiniert
- Oubi Bucharaya
- Rechtsberater der Polisario-Front, der im Europäischen Parlament sprach
- Brahim Ghali
- Anführer der Polisario-Front, dessen Berater Oubi Bucharaya in Brüssel sprach
- Anja Freudenreich
- Leiterin des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Rabat, äußerte sich zur Rolle von MINURSO
- Riccardo Fabiani
- Leiter des Nordafrika-Projekts der International Crisis Group
- Orte
- Rabat, Marokko, Brüssel, Mauretanien, Vereinigte Staaten, Russland
- Organisationen
- Vereinte Nationen, Europäische Union
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen