
Marciniak wartet auf endgültige FIFA-Entscheidung: Collinas Bewunderung beflügelt historischen Doppelpack bei der WM 2026
Szymon Marciniak wurde keinem der beiden WM-Halbfinale zugeteilt, womit der polnische Schiedsrichter für das Finale am 19. Juli oder das Spiel um Platz drei in Frage kommt, nachdem französische Offizielle aufgrund des Weiterkommens ihres Teams ausgeschlossen wurden.
Halbfinal-Zuteilungen lassen Marciniak warten
Die FIFA gab bekannt, dass Ivan Barton aus El Salvador das erste Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien am 14. Juli in Dallas pfeifen wird, während der Amerikaner Ismail Elfath das Spiel England gegen Argentinien am 15. Juli in Atlanta leitet. Diese Ernennungen bedeuten, dass Szymon Marciniak, der bei diesem Turnier zwei Gruppenspiele geleitet hat, weiterhin ohne K.o.-Runden-Einsatz bleibt. Die französischen Schiedsrichter Clément Turpin und François Letexier wurden aus dem Schiedsrichterpool gestrichen, nachdem Frankreich das Halbfinale erreicht hatte – ein von L'Equipe berichteter und von polnischen Medien als Verbesserung von Marciniaks Chancen auf das Finale gewerteter Ausgang.
Ich dachte, er würde Frankreich gegen Spanien pfeifen, und ich glaube, Szymon dachte das auch. Es war eine Überraschung für mich. Seine Chancen, das Finale zu leiten, würden steigen, wenn Argentinien nicht im Endspiel stünde.
Es bleiben nun zwei Spiele im Programm: das Spiel um Platz drei am 18. Juli in Miami und das Finale im MetLife Stadium in New Jersey am 19. Juli. Schiedsrichter-Experte Rafał Rostkowski bezeichnete Marciniaks Fehlen beim Halbfinale Frankreich-Spanien als Sensation, fügte jedoch hinzu, dass sein Ausschluss vom Argentinien-Halbfinale angesichts der langen Geschichte des polnischen Schiedsrichters bei Spielen mit Lionel Messi zu erwarten gewesen sei.
Die Algerien-Kontroverse und ihr Schatten
Marciniaks Turnier begann unter Beobachtung, nachdem das Gruppenspiel zwischen Argentinien und Algerien 3:0 endete. Die Partie wies zwei Vorfälle auf, die einen offiziellen Protest des algerischen Fußballverbands (FAF) bei der FIFA auslösten. In einer Szene trat Messi auf Aissa Mandis Wade, ohne dass der Schiedsrichter oder der VAR eingriffen. Später traf Alexis Mac Allister Ibrahim Maza in der 74. Minute mit einem Ellbogen, sodass der algerische Mittelfeldspieler längere Zeit auf dem Platz lag. Weder die Feld-Schiedsrichter noch VAR-Assistent Tomasz Kwiatkowski reagierten. Die FIFA hat sich nicht öffentlich zu dem algerischen Protest geäußert.
Marciniaks zweites Gruppenspiel, Iran gegen Ägypten (1:1), erhielt positive Kritiken. In der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit bugsierte Shoja Khalilzadeh den Ball ins ägyptische Tor, was einen 2:1-Sieg des Iran bedeutet hätte, doch das Tor wurde nach VAR-Überprüfung wegen Abseits aberkannt.
Wenn Marciniak ausgewählt würde, das Finale zu pfeifen, wäre das eine Sensation. In der Geschichte der Weltmeisterschaft hat noch nie ein Mensch zwei Endspiele dieses Turniers geleitet, geschweige denn eines nach dem anderen.
Französischer Exodus öffnet die Tür
L'Equipe bestätigte, dass Letexier und Turpin, zwei der höchstbewerteten Offiziellen Europas, aus dem Turnier ausgeschieden sind, weil Frankreich ins Halbfinale einzog. Letexier war vor dem Wettbewerb als möglicher Final-Schiedsrichter genannt worden. Turpin, der das Champions-League-Finale 2022 leitete, geriet während der Viertelfinals in die Kritik, nachdem er nicht bemerkt hatte, dass ein Ball während des Spiels England gegen Norwegen ein Überkopfkabel traf, was ihn gezwungen hätte, Jude Bellinghams Ausgleichstreffer zu annullieren. Nur Jérôme Brisard steht der FIFA in einer Video-Überprüfungsfunktion zur Verfügung. Polnische Beobachter werten den Abgang des französischen Duos als direkte Verbesserung von Marciniaks Aussichten.
Das sind gute Nachrichten. Pierluigi Collina ist ein Mann, der keine Angst vor einer historischen Entscheidung hätte und demselben Schiedsrichter zum zweiten Mal in Folge das WM-Finale anvertrauen würde.
Alternativ-Spiel um Platz drei
Sollte das Finale an einen anderen Offiziellen gehen, ist die wahrscheinlichste Aufgabe für Marciniak das Spiel um Platz drei. Michał Listkiewicz, ein ehemaliger internationaler Schiedsrichter, deutete an, dass dies das wahrscheinlichste Ergebnis sei. Rostkowski fügte einschränkend hinzu: Die Bronzemedaillen-Partie sei traditionell einem jungen, vielversprechenden Offiziellen aus Afrika, Asien oder Mittelamerika vorbehalten, was eine Ernennung Marciniaks dort weniger automatisch erscheinen lasse, als es den Anschein habe. Das polnische Team mit Marciniak, Tomasz Listkiewicz und Adam Kupsik bleibt in den Vereinigten Staaten, während mehrere andere Schiedsrichterteams bereits abgereist sind – ein Detail, das als ermutigendes Zeichen gewertet wird.
Was als Nächstes kommt
Zbigniew Boniek, ehemaliger Präsident des polnischen Fußballverbands, sagte auf dem Kanal Meczyki, dass Collina großes Vertrauen in Marciniak habe. Er stellte die verbleibende Entscheidung als abhängig vom Zusammenwirken mehrerer Faktoren dar. Das Finale findet am 19. Juli um 21:00 Uhr Ortszeit in New Jersey statt. Eine mögliche Ernennung Marciniaks würde Neuland betreten: Noch nie hat ein Schiedsrichter zwei aufeinanderfolgende WM-Endspiele geleitet. Seine Berufung für das Finale 2022 in Katar, in dem Argentinien Frankreich im Elfmeterschießen besiegte, hatte ihn bereits in eine kleine Elitegruppe gebracht.
- Ismail Elfath (USA)
- 4 Spiele
- Ivan Barton (SLV)
- 4 Spiele
- Szymon Marciniak (POL)
- 2 Spiele
Frankreich gegen Spanien beginnt
Frankreich trifft am 14. Juli im ersten Halbfinale auf Spanien – das zweite WM-Aufeinandertreffen der beiden Nationen. Ihre einzige bisherige Begegnung war im Achtelfinale 2006, als ein von Zinedine Zidane inspiriertes Frankreich nach Rückstand noch mit 3:1 gewann. Kylian Mbappé, der mit acht Toren zusammen mit Messi die Torjägerliste des Turniers anführt, hat sich laut Trainer Didier Deschamps vollständig von einer gegen Marokko erlittenen Knöchelverletzung erholt und ohne Probleme trainiert. Spanien hielt seine letzte Vorbereitungseinheit im Cotton Bowl Stadium in Dallas ab, wo mehr als 300 akkreditierte Medien Luis de la Fuente dabei zusahen, wie er mit einem 26-köpfigen Kader taktisch arbeitete. Pedri und Fabián Ruiz konkurrieren um den verbleibenden Mittelfeldplatz.

