
Balogun sagt, Trumps FIFA-Anruf zur Aufhebung der Rot-Sperre habe „viel Kontroverse ausgelöst“ und das US-Team verunsichert
Der US-Stürmer Folarin Balogun enthüllte die Unruhe im amerikanischen Lager, nachdem ein Anruf des Ex-Präsidenten Trump bei FIFA-Präsident Gianni Infantino dazu führte, dass seine Sperre für das Achtelfinale der Weltmeisterschaft, eine 4:1-Niederlage gegen Belgien, aufgehoben wurde.
Die rote Karte, die eine diplomatische Kettenreaktion auslöste
Im Sechzehntelfinale gegen Bosnien und Herzegowina wurde der US-Stürmer Folarin Balogun nach einer Videobewertung des Feldes verwiesen, wegen eines als gefährlich, aber unabsichtlich eingestuften Tacklings. Der 25-jährige AS-Monaco-Stürmer war „völlig schockiert“, wie er später sagte, akzeptierte die Entscheidung jedoch. Da die USA mit 2:0 führten, bedeutete die automatische Ein-Spiel-Sperre, dass er das Achtelfinale gegen Belgien verpassen würde.
Dann kam eine außergewöhnliche Intervention. Präsident Donald Trump, 80 Jahre alt, rief FIFA-Präsident Gianni Infantino, 56, an und bat um eine Überprüfung der Sperre. Am folgenden Tag hob die FIFA das Verbot auf und erlaubte Balogun, in Seattle aufzulaufen. Der Schritt löste internationale Empörung aus, wobei die italienische Zeitung Fanpage anmerkte, dass der Fall sogar das Europäische Parlament erreichte.
- Balogun wegen unabsichtlichen Tacklings beim 2:0-Sieg gegen Bosnien des Feldes verwiesen.
- Präsident bittet FIFA um Überprüfung der Sperre.
- Sperre einen Tag vor dem Achtelfinale aufgehoben.
- USA verlieren 4:1; Balogun spielt das gesamte Spiel.
- Balogun enthüllt Team-Nervosität und Kontroverse.
Balogun: „Ich wusste, dass es viel Kontroverse auslösen würde“
In der CBS-Sendung „CBS Mornings“ etwas mehr als eine Woche nach dem Turnieraus beschrieb Balogun seine erste Reaktion. „Meine erste Reaktion war Freude, wieder im Team zu sein. Aber als ich anfing nachzudenken, wusste ich, dass es viel Kontroverse auslösen würde.“ Er argumentierte, die rote Karte sei ungerecht gewesen, da das Foul nicht absichtlich war. „Wenn etwas nicht absichtlich ist, sollte es niemals eine rote Karte geben. Es war einfach eine unglückliche Situation“, sagte er.
Ich war völlig schockiert. Aber ich musste die Entscheidung akzeptieren.
Ein nervöses Team und eine zusätzliche Belastung
Aber die Kontroverse lastete schwer. Balogun gab zu, Unruhe unter seinen Teamkollegen gespürt zu haben. „Ich konnte fast eine kleine Nervosität bei meinen Teamkollegen sehen, weil es so eine einzigartige Situation ist“, sagte er CBS. Er fügte hinzu: „Es hat uns viel mehr Druck gemacht, als wir brauchten.“
Die äußeren Einflüsse seien „schwer auszublenden“ gewesen, sagte er. „Je näher das Spiel rückte, desto mehr versuchte ich mich zu konzentrieren, aber es war schwer. Es gab viel Lärm von außen, und den kann man schwer ignorieren.“ Das US-Team, das bereits als Co-Gastgeber unter Druck stand, war verunsichert.
Ich konnte fast eine kleine Nervosität bei meinen Teamkollegen sehen, weil es so eine einzigartige Situation ist. Es hat uns viel mehr Druck gemacht, als wir brauchten.
Die Belgien-Pleite und ein „unsichtbarer“ Balogun
Das Spiel gegen Belgien endete mit einer 4:1-Niederlage. Balogun, der nur wegen des Präsidentenanrufs spielen durfte, lieferte eine Leistung ab, die die niederländische Zeitung De Telegraaf als „im übertragenen Sinne unsichtbar“ beschrieb. Die Gastgeber schieden im Achtelfinale aus und beendeten ihre Heim-WM-Kampagne im Chaos.
Eine Kontroverse, die nicht verblasst
Der Vorfall hat bleibende Wellen geschlagen. Das Schweizer Portal Blick.ch nannte es „eine der großen und ruhmlosen Geschichten dieser Weltmeisterschaft“, und das deutsche N-tv merkte an: „Der Skandal um die aufgehobene Sperre.“ Baloguns Eingeständnis fügt nun eine Spielerperspektive zu einer Saga hinzu, die die sportliche Seite des Turniers überschattet hat, mit Nachwirkungen, die vom US-amerikanischen Oval Office bis zu europäischen Institutionen reichen.
Je näher das Spiel rückte, desto mehr versuchte ich mich zu konzentrieren. Aber es war unglaublich schwierig.


