
Roberto Mancini kehrt als Italien-Trainer zurück und entschuldigt sich für seinen Abgang 2023: ‚Ich habe die Frau meines Lebens verloren‘
Bei einer Pressekonferenz in Rom erklärte der neue CT, dass mangelnde Kommunikation mit dem damaligen FIGC-Präsidenten Gravina zu seinem überstürzten Abgang nach Saudi-Arabien geführt habe, und versprach, dies gemeinsam mit Technischem Direktor Claudio Ranieri wiedergutzumachen.
Dramatische Rückkehr und öffentliche Entschuldigung
Roberto Mancini stellte sich am 29. Juli 2026 als neuer Cheftrainer Italiens den Medien und verlor keine Zeit, um den abrupten Abgang anzusprechen, der den italienischen Fußball vor drei Jahren erschütterte. Zu Beginn seiner Ausführungen im FIGC-Hauptquartier in Rom sagte er, er wolle den Reportern die Frage ersparen, die sie unweigerlich stellen würden. Er führte den Bruch von 2023 auf einen fehlenden Dialog mit dem damaligen FIGC-Präsidenten Gabriele Gravina zurück.
Ich werde etwas zu meiner Geschichte von vor drei Jahren vorwegnehmen. Damals gab es mangelnde Kommunikation zwischen mir und Präsident Gravina. Wenn wir unter vier Augen gesprochen hätten, wäre alles anders gekommen. Es kam, wie es kam, es tut mir sehr leid.
Die Emotion des Augenblicks wurde durch die Metapher eingefangen, die er verwendete, um das Trikot der Nationalmannschaft zu beschreiben.
Das Trikot der Nationalmannschaft ist ein bisschen wie die Frau deines Lebens; wenn du es verlierst, hast du etwas falsch gemacht.
Mancini sagte, die Schuld liege ganz bei ihm, und er habe bereits mit Gravina gesprochen, der wisse, wie er sich fühle.
Die Scheidung 2023: Geld und Schweigen
Im Sommer 2023 trat Mancini per Einschreiben von einer griechischen Insel zurück und unterschrieb innerhalb weniger Tage einen lukrativen Vertrag als Trainer Saudi-Arabiens. Die italienischen Medien berichteten damals von einem Deal in Höhe von rund 25 Millionen Euro pro Saison, verglichen mit den rund 4 Millionen, die er beim FIGC verdiente. Der plötzliche Abgang ließ die Azzurri in der Klemme. Luciano Spalletti, frischgebackener Meistertrainer mit Napoli, übernahm die Bank, doch Italien verpasste die Qualifikation für eine dritte Weltmeisterschaft in Folge.
Am 29. Juli 2026 schlug Mancini einen reumütigen Ton an, ohne die Konsequenzen zu beschönigen. „Ich hatte Unrecht, nach Arabien zu gehen, und es tut mir leid“, sagte er. „Das Schicksal gibt mir die Chance, es wiedergutzumachen: Es ist, als würde man die Frau seines Lebens verlieren. Ich bin hier, um Italien dorthin zurückzubringen, wo es hingehört.“ Er räumte ein, dass die Fans möglicherweise einen Groll hegen, und fügte hinzu: „Ich verstehe, dass es bei solchen Dingen Leute geben kann, die gegen einen sind. Ich werde versuchen, die Mannschaft so gut spielen zu lassen, dass die Fans mir verzeihen.“
Neue Führung: Ranieri und Malagò steigen ein
Mancini wurde nicht allein präsentiert, sondern flankiert von Claudio Ranieri, der zum Technischen Direktor ernannt wurde, und Giovanni Malagò, dem neuen FIGC-Präsidenten. Malagò eröffnete die Konferenz, indem er das Gewicht der jüngsten Misserfolge unterstrich. „Wir haben uns nicht für drei Weltmeisterschaften qualifiziert und spüren den Druck; das ist nur richtig“, sagte er.
Ranieri, der erfahrene Trainer, gab eine sanftere Mission Statement ab.
Ich bin sehr glücklich. Ich möchte die Liebe der Fans zur Nationalmannschaft zurückbringen. Ich möchte den Kindern Italien bei der Weltmeisterschaft zeigen.
Malagòs Anwesenheit symbolisiert einen Neustart des Verbandes, während Ranieri Erfahrung und eine Brücke zum breiteren technischen Projekt einbringt.
Auf dem Platz: Wiederaufbau für die Zukunft
Mancini skizzierte sportliche Ambitionen, die über eine bloße Entschuldigung hinausgehen. „Unabhängig davon, was 2023 passiert ist, ist das Ziel immer, zu gewinnen und gut zu spielen. Ich bin überzeugt, dass die Spieler da sind und dass sie gut sind, besonders die jungen“, sagte er. Er nannte die Berufung von Nicolò Zaniolo im Jahr 2018, der noch nicht in der Serie B debütiert hatte, als Beweis dafür, dass schnelles Wachstum möglich ist: „Nach zwei Monaten war er ein anderer Spieler.“
Der Trainer plant eine einheitliche taktische Identität in den Jugendnationalmannschaften, von der U18 aufwärts, damit jedes talentierte Teenager in den Seniorenbereich beschleunigt werden kann. Er sagte, er wolle ein oder zwei große Titel gewinnen und möglichst über die Vertragslaufzeit hinaus bleiben. Italiens nächste Pflichtspiele werden die ersten Tests sein, ob Reue in Ergebnisse umgesetzt werden kann.

