Konflikte · Rom, Sofia und Birmingham

Gründer der russischen „Male State“ bestreitet Verbindungen zu falschen Bombendrohungen an europäischen Flughäfen

Vladislav Pozdniakov, der die in Russland verbotene Bewegung gründete, erklärte, sie existiere seit 2021 nicht mehr. Flughäfen in Birmingham, Rom und Sofia erhielten Drohungen, die in ihrem Namen unterzeichnet waren.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Digi24, ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL, il Giornale.it und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Rom, Sofia, Birmingham · Italien, Bulgarien, Vereinigtes Königreich
Wie es dazu kam
  1. 2016Vladislav Pozdniakov gründet „Male State“ als Community auf VK
  2. 2021Die russischen Behörden verbieten die Gruppe als extremistisch
  3. 6.11.Der Gründer bestreitet Verbindungen zu Bombendrohungen an europäischen Flughäfen

Gründer und Gruppe bestreiten Beteiligung

Vladislav Pozdniakov, der die Bewegung „Male State“ gründete, hat am Freitag, 6. November, jede Verbindung zu den falschen Bombendrohungen an europäischen Flughäfen bestritten. Auf Telegram schrieb er, die Bewegung existiere nicht mehr, seit die russischen Behörden sie 2021 verboten hätten. Wer in EU-Ländern unter ihrem Namen Provokationen inszeniere, handle im eigenen Interesse und benutze eine Flagge, die ihm nicht gehöre. Er erklärte zudem, er antworte lediglich europäischen Journalisten und interessiere sich nicht sonderlich für die Sicherheit oder die Wirtschaft Europas. Ein mit der Gruppe verbundener Telegram-Account teilte dem russischen Dienst der BBC mit, man wisse nicht, welche „Male State“ gemeint sei, und die Gruppe existiere seit vielen Jahren nicht mehr.

Flüge und Flughäfen von Drohungen betroffen

Falsche Bombendrohungen stören den europäischen Luftverkehr seit mehreren Tagen, führen zu Verspätungen und dazu, dass Kampfjets zivile Maschinen begleiten. ABC berichtet, im selben Zeitraum seien mehr als dreißig Linienflüge betroffen gewesen. Die Flughäfen in Birmingham, Rom und Sofia erhielten laut AFP und Le Soir Nachrichten, die von angeblichen „Kämpfern der Male State“ unterzeichnet waren. In der an Sofia gerichteten Nachricht hieß es, an den aufgeführten Flügen und am Flughafen seien Sprengsätze platziert worden, und es wurde gewarnt, binnen 60 Minuten werde eine Explosion folgen. Auch der Betreiber des Flughafens von Rom hatte Zugang zum Text der dorthin gesendeten E-Mails. Zu allen Flügen hat sich bislang keine Gruppe bekannt, und die europäischen Behörden versuchen weiterhin festzustellen, wer hinter den Nachrichten steckt.

Drohung an Medienhäuser verschickt

Il Giornale berichtete unter Berufung auf die Financial Times über eine E-Mail an Medienhäuser, in der die Störungen der Woche als nur ein kleiner Teil dessen beschrieben wurden, was Europa bevorstehe. Die E-Mail drohte für die nahe Zukunft mit Anschlägen auf Flugzeuge, Kreuzfahrtschiffe, U-Bahn-Stationen und Züge. Der Absender unterzeichnete nicht, bezeichnete sich aber als einen der Anführer der verantwortlichen Gruppe. Ein leitender Mitarbeiter des irischen öffentlich-rechtlichen Senders RTE sagte, die Nachricht sei an mindestens 18 Medienhäuser geschickt worden, und auch irische Redaktionen erhielten am Freitag Drohungen. Die Echtheit der Angaben ist nicht überprüft.

Auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni äußerte sich besorgt, nachdem ein weiterer Tag mit Umleitungen, Durchsuchungen und verängstigten Passagieren zu Ende gegangen war.

„Die neuen Hackerangriffe in ganz Europa müssen eindeutig Anlass zur Sorge geben.“

Giorgia Meloni, Ministerpräsidentin Italiens

Sie sagte, die Ermittler arbeiteten und könnten noch nicht sagen, ob die Vorfälle, darunter die falschen Warnungen an Bord von Flugzeugen, miteinander zusammenhängen.

Hintergrund der Bewegung

„Male State“ wurde 2016 von Pozdniakov gegründet, einem Blogger und Fitnesstrainer, zunächst als Community im russischen sozialen Netzwerk VK. Später nahm die Gruppe einen halbpolitischen Charakter an, mit einer Ideologie aus Frauenfeindlichkeit und Nationalismus. Russland erklärte die Bewegung 2021 zur extremistischen Organisation und verbot sie; damals war sie vor allem für Online-Schikanekampagnen bekannt und hatte nie breite Unterstützung gewonnen. Medienberichten zufolge überlebte sie im Netz und wurde zu einer Community, die Russlands Militäroffensive in der Ukraine unterstützt. ABC berichtet, Pozdniakov lebe seit dem Verbot im Exil in Europa und die Gruppe trete heute unter dem Namen „Male Legion“ auf.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen