Wahlen · São Paulo und Brasília

Lula gewinnt Stichwahl in Brasilien mit 51,78 Prozent – Bolsonaro erkennt Ergebnis nicht an, Märkte brechen ein

Lula hat die Präsidentschaftsstichwahl in Brasilien mit 51,78 Prozent der gültigen Stimmen gegen 48,21 Prozent für Flávio Bolsonaro gewonnen. Der iShares MSCI Brazil ETF (EWZ) fiel über Nacht um fast 20 Prozent, als Anleger reagierten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Parkiet, Rzeczpospolita und Nasz Dziennik. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: Palácio do Planalto from Brasilia, Brasil, CC BY 2.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt). Archivbild, 2021
Wie es dazu kam
  1. 25.10.Stichwahl findet statt, kurz vor Schließung der Wahllokale wird eine zweistündige Verlängerung angeordnet
  2. Nacht vom 25. auf den 26. OktoberDie Wahlkommission meldet Lula mit 51,78 Prozent der gültigen Stimmen in Führung
  3. Montag, 26. OktoberiShares MSCI Brazil ETF fällt über Nacht um fast 20 Prozent

Das Ergebnis

Lula hat die Präsidentschaftsstichwahl in Brasilien gewonnen. Nach Auszählung nahezu aller Stimmen durch die Wahlkommission kommt er auf 51,78 Prozent der gültigen Stimmen, der rechtsgerichtete Senator Flávio Bolsonaro auf 48,21 Prozent. Der Vorsprung entspricht 4,4 Millionen Stimmen mehr. In einer Rede vor einer großen Menschenmenge auf der Avenida Paulista in São Paulo bezeichnete Lula seinen Sieg in der Nacht als Wunder. Am Dienstag, dem 27. Oktober, wird er 81 Jahre alt.

Stimmenanteile in der Stichwahl nach Auszählung fast aller Stimmen%
Lula
51.78 %
Flávio Bolsonaro
48.21 %

Daten aus dem Artikeltext

Bolsonaro erkannte das Ergebnis nicht an und kündigte an, die Annullierung der Wahl zu beantragen. Wie Parkiet berichtet, ordnete Richter Cristiano Zanin, der zuvor Anwalt Lulas gewesen war, kurz vor Schließung der Wahllokale eine Verlängerung der Abstimmung um zwei Stunden an und verwies auf Probleme beim Busverkehr in Stadtteilen, die die Linke unterstützen. Dem Bericht zufolge erging die Entscheidung gegen die Auffassung von Richtern des Obersten Wahlgerichts. Viele Wahllokale in Stadtteilen, die Bolsonaro unterstützen, schlossen bereits, und ihre Wahlmaschinen waren blockiert, weil die Verlängerung sie zu spät erreichte.

Die Märkte bewerten Brasilien neu

Der iShares MSCI Brazil ETF verlor in der Nacht von Sonntag auf Montag fast 20 Prozent und reagierte damit auf das verkündete Stichwahlergebnis. Anleger hatten einen Sieg Bolsonaros bevorzugt; diese Hoffnung hatte in den Wochen vor der Wahl für kräftige Kursgewinne am brasilianischen Aktienmarkt und einen festeren Real gesorgt. Vor der Wahl schätzte das Brokerhaus Monte Bravo, der Ibovespa-Index könnte in der ersten Handelsstunde um 11 Prozent fallen, falls Lula gewinnt. Die Societe Générale warnte, der Real könnte um bis zu 10 Prozent schwächer werden, während die lokalen Renditen um 150 bis 250 Basispunkte steigen könnten. Eine am Freitag, dem 23. Oktober, veröffentlichte Umfrage der Citigroup unter 73 Anlegern ergab, dass die Mehrheit bei einem Sieg Lulas mit einer Abwertung des Real um mindestens 5 Prozent und einem Anstieg der Swap-Sätze um mehr als 1 Prozentpunkt rechnete. Bruno Funchal, Vorstandschef von Bradesco Asset Management, sagte, es werde ein schwieriger Tag, und der Markt werde alles neu bewerten müssen; alle seien überrascht worden.

Die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten

Die von Nasz Dziennik zitierte Folha de S.Paulo schätzt, dass die größte außenpolitische Herausforderung für Lulas vierte Amtszeit der Aufbau der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten in den verbleibenden zwei Jahren der Präsidentschaft Donald Trumps sein wird. Lula hatte im Wahlkampf die Verteidigung der Souveränität Brasiliens betont und die Politik der derzeitigen US-Regierung gegenüber Lateinamerika scharf kritisiert, während Trump sich wiederholt kritisch über ihn geäußert hat. US-Zölle von 37,5 Prozent auf brasilianische Waren bleiben eines der Hauptprobleme. Nach Angaben der Quellen der Zeitung hat die Trump-Regierung signalisiert, dass sie die Handelsgespräche nach der Wahl wieder aufnehmen könnte. Brasília will die Verteidigung nationaler Interessen mit einem fortgesetzten Dialog verbinden und US-Investitionen in die Verarbeitung kritischer Mineralien, einschließlich seltener Erden, gewinnen, statt Rohstoffe zu exportieren. Lula will zudem trotz der Rivalität zwischen Peking und Washington enge Wirtschaftsbeziehungen zu China, Brasiliens größtem Handelspartner, aufrechterhalten.

Wie es weitergeht

Bolsonaro hat angekündigt, die Annullierung des Ergebnisses zu beantragen; einen Zeitplan für diesen Einspruch nennen die Berichte nicht. Die erste Handelssitzung nach dem Ergebnis zeigte die stärkste Marktbewegung der Woche, während die Einschätzung der Folha auf die Handelsgespräche mit Washington als nächste Bewährungsprobe für die Regierung verweist.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

São Paulo, Brasília · Brasilien

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