Wahlen · Brasília
Lula gewinnt Brasiliens Stichwahl mit fast vier Punkten Vorsprung – Märkte brechen ein, Bolsonaro ficht das Ergebnis an
Lula da Silva hat am 25. Oktober die Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien mit 51,79 Prozent der Stimmen gewonnen, doch Real und Bovespa fielen deutlich, und Flávio Bolsonaro weigert sich, das Ergebnis anzuerkennen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von The Economist, El Confidencial, LaVanguardia und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Offiziellen Zahlen zufolge kam Lula in der Stichwahl vom 25. Oktober auf 51,79 Prozent, Flávio Bolsonaro auf 48,21 Prozent – ein Vorsprung von knapp vier Punkten.
Der Real verlor 7 Prozent zum Dollar, der Bovespa fiel nach Bekanntwerden des Ergebnisses um 14 Prozent und löste damit eine Handelsunterbrechung aus.
Er focht die Auszählung an, wandte sich gegen die zweistündige Verlängerung der Wahlzeit, die Cristiano Zanin am 25. Oktober um 17:01 Uhr anordnete, und verlangte eine Wiederholung der Wahl.
Am Montag, dem 26. Oktober, erklärte die von Valdemar Costa Neto geführte Partei, sie erkenne das vom Obersten Wahlgericht verkündete Ergebnis an.
Lula wird der erste demokratisch gewählte brasilianische Präsident, der eine vierte Amtszeit beginnt – bei einem Realzins von 9 Prozent und einem Defizit über 9 Prozent.
- 25.10.Stichwahl um das Präsidentenamt findet statt, Lula gewinnt mit knapp vier Punkten Vorsprung
- 25.10.Richter Cristiano Zanin ordnet landesweit eine zweistündige Verlängerung der Wahlzeit an, als die Wahllokale schließen sollten
- 26.10.Die Liberale Partei erklärt, sie erkenne das vom Obersten Wahlgericht verkündete Ergebnis an
- Januar 2027Lula soll seine vierte Amtszeit beginnen
Das Ergebnis
Luiz Inácio Lula da Silva hat am 25. Oktober die Stichwahl in Brasilien für sich entschieden und lag am Ende knapp vier Punkte vor Flávio Bolsonaro. Laut offiziellen Zahlen kam Lula auf 51,79 Prozent der Stimmen, Bolsonaro auf 48,21 Prozent. Im ersten Wahlgang hatte Lula noch zurückgelegen, dort war Bolsonaro vorn – kein Kandidat hat je auf diese Weise einen Rückstand aufgeholt und die Präsidentschaft gewonnen. In Minas Gerais, dem nach São Paulo zweitgrößten Wahlkreis, gewann Lula mit etwas mehr als 100.000 Stimmen Vorsprung bei mehr als 13 Millionen abgegebenen Stimmen. Im Januar beginnt seine vierte Amtszeit – erstmals in der Geschichte Brasiliens beginnt ein demokratisch gewählter Präsident eine vierte Amtszeit.
Ein Leitartikel in La Vanguardia schreibt Lulas Wahlkampf das Verdienst zu, rund zehn Millionen Wählerinnen und Wähler zurückgewonnen zu haben, die im ersten Wahlgang nicht zur Wahl gegangen waren – getragen von einer starken Online-Präsenz, darunter eine WhatsApp-Gruppe namens Ejército de Lula, die vor der Stichwahl zehn Millionen Mitglieder hatte.
Die Märkte reagieren
Die Märkte reagierten scharf auf den Ausgang. Nach Bekanntwerden von Lulas Sieg fiel der Real um 7 Prozent zum Dollar, und der Bovespa-Index verlor 14 Prozent, was unterwegs eine Handelsunterbrechung auslöste.
- Real gegenüber dem Dollar
- -7 %
- Bovespa-Index
- -14 %
Daten aus dem Artikeltext
Flávio Bolsonaro ficht die Auszählung an
Flávio Bolsonaro hat seine Niederlage nicht akzeptiert. Er hat die Ergebnisse angefochten und eine Wiederholung der Wahl verlangt; er wendet sich gegen eine zweistündige Verlängerung der Wahlzeit. Richter Cristiano Zanin vom Obersten Bundesgericht ordnete die Verlängerung landesweit um 17:01 Uhr Ortszeit an, als die Wahllokale schließen sollten, und begründete dies mit Verkehrsproblemen. Bolsonaro nannte die Entscheidung unannehmbar und warf Zanin vor, die Regeln mitten im Spiel zu ändern und die Gleichheit zwischen den Wählern in verschiedenen Städten und Bundesstaaten zu verletzen. Dem Leitartikel der La Vanguardia zufolge hatten beide Lager die Gerichte förmlich um eine Verlängerung der Wahlzeit gebeten, weil der Verkehr in den Großstädten zusammengebrochen war und es im Süden stark regnete.
Partei und Opposition
Am Montag, dem 26. Oktober, erklärte die Liberale Partei, für die Flávio Bolsonaro angetreten war, in einem Schreiben ihres Vorsitzenden Valdemar Costa Neto, sie erkenne das vom Obersten Wahlgericht verkündete Ergebnis an. Die Partei bat darum, die von Bolsonaro geäußerten Zweifel ordnungsgemäß aufzuklären. Flávio Bolsonaro kündigte an, die Opposition für Lulas neue Amtszeit zu organisieren und die für seine Partei gewählten Abgeordneten und Senatoren zu treffen. Sein Vater Jair Bolsonaro, ein ehemaliger Präsident, der wegen der Planung eines Staatsstreichs eine 27-jährige Haftstrafe verbüßt, hatte das Ergebnis vor vier Jahren, als er gegen Lula verlor, nicht anerkannt.
Ein Leitartikel in El Mundo merkt an, dass die Rechte nun stärker im Kongress vertreten ist, sodass Lula Vereinbarungen über seine eigene Koalition hinaus wird schmieden müssen. Er argumentiert zudem, dass die Wähler, die Lula unterstützten, um eine Rückkehr der Bolsonaros zu verhindern, der Arbeiterpartei kein unbedingtes Mandat erteilt haben. Derselbe Leitartikel schreibt, das Ergebnis bewahre Brasilien neben Mexiko als wichtigste progressive Bastion Lateinamerikas.
Wie es weitergeht
The Economist argumentiert, Lula habe wenig Zeit, um Investoren davon zu überzeugen, dass er in seinen letzten vier Jahren den Kurs ändert. Flávio Bolsonaro hatte von Ausgabenkürzungen gesprochen, was die Märkte erfreute, aber keinen glaubwürdigen Plan dafür vorgelegt. Kürzungen der Staatsausgaben gelten weithin als entscheidender Schritt, und der Leitartikel in El Mundo verknüpft wirtschaftliche Stabilität mit politischer Versöhnung. Lulas vierte Amtszeit beginnt im Januar.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- The EconomistDie Märkte sind über Lulas überraschenden Sieg bestürzt – und das aus gutem GrundMarkets are dismayed by Lula's surprise win -- and for good reason · Original auf Englisch
- El ConfidencialBrasilien und Serbien zeigen, dass die radikale Rechte kein unvermeidliches Schicksal istBrasil y Serbia demuestran que la derecha radical no es un destino inevitable · Original auf Spanisch
- LaVanguardiaEine außerordentliche Mobilisierung, von David DussterUna movilización extraordinaria, por David Dusster · Original auf Spanisch
- EL MUNDOLulas Sieg in Brasilien stoppt abrupt Donald Trumps Schild der AmerikasLa victoria de Lula en Brasil frena en seco el Escudo de las Américas de Donald Trump · Original auf Spanisch
- Luiz Inácio Lula da Silva
- Amtierender Präsident Brasiliens, in der Stichwahl vom 25. Oktober für eine vierte Amtszeit wiedergewählt
- Flávio Bolsonaro
- Senator und rechter Kandidat, der die Stichwahl vom 25. Oktober verlor und das Ergebnis nicht anerkennen will
- Jair Bolsonaro
- Ehemaliger Präsident, der wegen der Planung eines Staatsstreichs eine 27-jährige Haftstrafe verbüßt, Vater von Flávio Bolsonaro
- Valdemar Costa Neto
- Vorsitzender der Liberalen Partei, die das Ergebnis der Stichwahl in einem Schreiben anerkannte
- Cristiano Zanin
- Richter am Obersten Bundesgericht, der die landesweite Verlängerung der Wahlzeit anordnete
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