Diplomatie · Washington
Lula gewinnt Brasiliens Stichwahl, während Flávio Bolsonaro seine Niederlage nicht eingesteht
Lula hat am Sonntag, 25. Oktober, die Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien gewonnen. Nach Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen kam er auf 51,75 Prozent der Stimmen. Flávio Bolsonaro hat bislang nicht eingestanden, und das Ergebnis stoppt einen Rechtsruck in ganz Lateinamerika.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Financial Times News, The Independent, NPR und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Nach Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen kam Lula auf 51,75 Prozent, Flávio Bolsonaro auf 48,25 Prozent; NPR berichtet von einem Vorsprung von mehr als 4 Millionen Stimmen.
Die Washington Post und die New York Times berichten übereinstimmend, dass Flávio Bolsonaro, der Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro, das Ergebnis nicht akzeptiert hat.
The Independent berichtet, die Trump-Regierung habe eine militärische Anti-Kartell-Allianz und bevorzugten Zugang zu Brasiliens Rohstoffen angestrebt – Ziele, die Lulas Sieg erschwert.
In den vergangenen 18 Monaten sind in der Region sieben konservative Präsidenten gewählt worden, darunter Perus Keiko Fujimori, Kolumbiens Abelardo de la Espriella und Chiles José Antonio Kast.
Ein knapper Sieg nach einem Rückschlag in der ersten Runde
Luiz Inácio Lula da Silva hat am Sonntag, 25. Oktober, die Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien gewonnen und sich damit eine vierte Amtszeit gesichert. Nach Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen kam er auf 51,75 Prozent der Stimmen, Senator Flávio Bolsonaro auf 48,25 Prozent. Die Washington Post beschreibt Flávio als Sohn des inhaftierten früheren Präsidenten Jair Bolsonaro. NPR beziffert Lulas Vorsprung auf mehr als 4 Millionen Stimmen. Lula war in der ersten Runde noch Zweiter geworden, und NPR weist darauf hin, dass es ein solches Comeback seit Brasiliens Rückkehr zur Demokratie im Jahr 1989 nicht gegeben hat. Flávio Bolsonaro hat bislang nicht eingestanden.
- Luiz Inácio Lula da Silva
- 51.75 %
- Flávio Bolsonaro
- 48.25 %
Daten aus dem Artikeltext
Was das für Trumps regionale Agenda bedeutet
Das Ergebnis begrenzt Donald Trumps Bemühungen, den Einfluss der USA auf die westliche Hemisphäre auszuweiten, und hält Lateinamerikas größte Volkswirtschaft und bevölkerungsreichstes Land als Gegengewicht zu Washington in Stellung. The Independent berichtet, die Regierung habe mit Zöllen, Sanktionen und militärischer Macht auf Brasiliens Beitritt zu einer militärischen Anti-Kartell-Allianz und auf bevorzugten Zugang zu kritischen Rohstoffen gedrängt. Lulas Sieg erschwert beide Ziele, auch wenn es weiterhin überschneidende Interessen gibt. Washington will Brasiliens Seltene-Erden-Reserven nutzen, um die Abhängigkeit von China zu verringern, während Lula ausländische Investitionen und niedrigere Zölle für brasilianische Exporteure anstrebt. Freeman, Lateinamerika-Forscher beim Council on Foreign Relations, urteilte, der brasilianische Präsident könne mit dem Weißen Haus zu einer Arbeitsvereinbarung kommen.
„Lula ist pragmatisch genug, um mit der Trump-Regierung eine Art Modus Operandi auszuhandeln“
Freeman erwartet zudem, dass Verbündete der Familie Bolsonaro in Washington nach einer zweiten Wahlniederlage an Einfluss verlieren, und erklärte, nur wenige Amtsträger dürften die Familie weiter ins Zentrum der Beziehungen zu Brasilien rücken.
„Ich bin mir nicht sicher, ob irgendjemand in der Trump-Regierung außer ein paar Einzelpersonen die Bolsonaros weiter zum zentralen Thema der Beziehungen zwischen den USA und Brasilien machen will“
Ein breiterer Rechtsruck gerät ins Stocken
In den vergangenen 18 Monaten sind in der Region sieben konservative Präsidenten gewählt worden – eine Serie, die das brasilianische Ergebnis unterbricht. The Independent nennt Perus Keiko Fujimori, Kolumbiens Abelardo de la Espriella und Chiles José Antonio Kast unter den Politikern, die sich Trump zugewandt und sich von El Salvadors Nayib Bukele inspirieren lassen haben. The Independent berichtet außerdem, Bukeles Vorgehen gegen Banden, zu dem Massenverhaftungen und die Aussetzung von Bürgerrechten gehörten, habe die Mordraten deutlich gesenkt. Angesichts einer anschwellenden organisierten Kriminalität und finanzieller Instabilität haben sich Wähler strengen Law-and-Order-Politikern zugewandt. The Independent ergänzt, Trump habe diesen Trend mit Unterstützungserklärungen, Finanzhilfen und Militärhilfe im Wert von Millionen Dollar befördert. Hätte Bolsonaro gewonnen, wäre Mexikos Claudia Sheinbaum die einzige progressive Regierungschefin einer großen Regionalmacht gewesen. NPR-Reporterin Carrie Kahn sagt, in den letzten Wochen von Lulas Wahlkampf habe die Warnung im Mittelpunkt gestanden, eine Rückkehr Bolsonaros gefährde die Demokratie in Brasilien.
Venezuela und der US-Wahlkalender
Die venezolanische Oppositionsführerin und Nobelpreisträgerin María Corina Machado ist laut New York Times nach fast einem Jahr im Exil in ihre Heimat zurückgekehrt. Das brasilianische Ergebnis kommt gut eine Woche vor den US-Zwischenwahlen, die laut Washington Post nur noch etwas mehr als eine Woche entfernt sind. Am 25. Oktober hielt Trump eine Kundgebung in Michigan ab, bei der er den 11. September beschwor und den demokratischen Senatskandidaten Abdul El-Sayed angriff, der die Äußerungen als schwache Ablenkung zurückwies. Barack Obama war demselben Bericht zufolge zuvor in den Wahlkampf zurückgekehrt, um El-Sayed zu unterstützen. Beide Entwicklungen spielen sich vor dem Hintergrund eines brasilianischen Ergebnisses ab, das bereits Washingtons Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Financial Times NewsUpdate: Lula gelingt Wahlsieg in BrasilienUpdate: Lula pulls off election win in Brazil · Original auf Englisch
- The IndependentLula versetzt Trump mit Sieg in Brasilien einen Schlag, der die Rechtswelle in Lateinamerika beendetLula deals Trump blow with Brazil victory that ends Latin America's right-wing streak · Original auf Englisch
- NPRDie Neuziehung der Wahlbezirke läuft nicht wie von der GOP erhofft. Und: Brasiliens Lula gewinnt vierte AmtszeitRedistricting isn't playing out how the GOP hoped. And, Brazil's Lula wins 4th term · Original auf Englisch
- Washington PostWas Sie wissen müssen, um in den Tag zu startenWhat you need to know to start your day · Original auf Englisch
- Luiz Inácio Lula da Silva
- Linker brasilianischer Präsident, der die Stichwahl am 25. Oktober für eine vierte Amtszeit gewann
- Flávio Bolsonaro
- Senator und Herausforderer in der Stichwahl, der seine Niederlage nicht eingestanden hat; Sohn von Jair Bolsonaro
- Jair Bolsonaro
- Früherer brasilianischer Präsident, Vater von Flávio Bolsonaro, der 2022 gegen Lula verlor
- Donald Trump
- US-Präsident, dessen Bemühungen um regionalen Einfluss das brasilianische Ergebnis begrenzt
- Will Freeman
- Lateinamerika-Forscher beim Council on Foreign Relations
- María Corina Machado
- Venezolanische Oppositionsführerin und Nobelpreisträgerin, die nach fast einem Jahr im Exil in ihre Heimat zurückkehrte
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen