Wirtschaft

Lufthansa steigert Gewinn im dritten Quartal, senkt aber Ausblick für 2026 wegen Treibstoffkosten

Der bereinigte operative Gewinn von Lufthansa ist im dritten Quartal um 6 % auf 1,4 Milliarden Euro gestiegen. Der Konzern rechnet wegen des Iran-Kriegs für 2026 nun jedoch mit rund 2 Milliarden Euro höheren Treibstoffkosten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Handelsblatt, RTE.ie, stern.de und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Gewinn im dritten Quartal übertrifft Erwartungen

Lufthansa hat am Dienstag, 3. November, die Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt: Der bereinigte operative Gewinn lag bei 1,4 Milliarden Euro, ein Plus von 6 % gegenüber dem Vorjahr und über den durchschnittlich erwarteten 1,37 Milliarden Euro der Analysten. Der Umsatz stieg um 9 % auf 12,2 Milliarden Euro und lag damit ebenfalls leicht über den Prognosen. Der Nettogewinn wird von Il Sole 24 Ore mit 1,25 Milliarden Euro und von stern mit 1,26 Milliarden Euro angegeben, nach 966 Millionen Euro im Vorjahr – ein Anstieg von rund 30 %. Die bereinigte operative Marge sank von 11,9 % auf 11,5 %, obwohl der Konzern erklärte, höhere Erlöse und Kostendisziplin hätten die zusätzlichen Treibstoffausgaben mehr als ausgeglichen.

Bereinigter operativer Gewinn von Lufthansa im 3. Quartal 2026 im Vergleich zum AnalystendurchschnittMrd. EUR
Durchschnittliche Analystenerwartung
1.37 Mrd. EUR
Gemeldeter bereinigter operativer Gewinn im 3. Quartal 2026
1.4 Mrd. EUR

Daten aus dem Artikeltext

Vorstandschef Carsten Spohr erklärte in einer Mitteilung, steigende Erlöse und strikte Kostenkontrolle hätten die höhere Treibstoffrechnung aufgefangen.

„Mit steigenden Erlösen bei anhaltend hoher Nachfrage und strikter Kostendisziplin konnten wir den Anstieg der Treibstoffkosten von rund einer halben Milliarde Euro mehr als ausgleichen.“

Carsten Spohr, Vorstandschef von Lufthansa

Treibstoffkosten treiben die Rechnung nach oben

Die Kerosinkosten stiegen im Quartal um mehr als eine halbe Milliarde Euro – ein Anstieg, den der Konzern auf den Iran-Krieg zurückführt. Zu Kriegsbeginn hatte das Management für das Jahr zusätzliche Treibstoffkosten von rund 1,5 Milliarden Euro prognostiziert und dabei mit einem schnellen Ende des Konflikts am Persischen Golf gerechnet. Im Nahen Osten ist bislang kein Frieden eingekehrt, allerdings laufen diplomatische Gespräche. Der Konzern erwartet nun für 2026 einen Anstieg der Treibstoffkosten um rund 2 Milliarden Euro, womit die gesamten Treibstoffausgaben 9,3 Milliarden Euro erreichen – 600 Millionen Euro mehr als in der Sommerprognose. Ende September hatte Spohr vor Journalisten gesagt, der Wert werde bis Jahresende voraussichtlich höher liegen. Die Prognose für den operativen Gewinn 2026 wurde von zuvor 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro auf 1,7 bis 2 Milliarden Euro gesenkt, während das Kapazitätswachstum voraussichtlich stagniert.

Erwarteter Anstieg der Treibstoffkosten von Lufthansa für 2026Mrd. EUR
Frühere Prognose
1.5 Mrd. EUR
Aktuelle Prognose
2 Mrd. EUR

Daten aus dem Artikeltext

Premiumnachfrage trägt das Quartal

Die Nachfrage nach Premiumkabinen bleibt hoch, und sie stützt das Ergebnis. Premium Economy, Business und First Class sind die profitabelsten Produkte der Airline. Lufthansa hat sich für mehr als 60 % des Treibstoffbedarfs des kommenden Jahres abgesichert, doch diese Absicherung nimmt ab, je weiter der Blick in die Zukunft reicht. Spohr hat wiederholt gesagt, er sei überrascht, wie stabil das Premiumgeschäft sei. Die Netzwerk-Airlines (Lufthansa Classic, Swiss, Brussels Airlines, Austrian Airlines und ITA) steigerten ihren Durchschnittserlös um 6,8 %, was der Konzern vor allem auf Premiumtickets und Strecken nach Asien und Nordamerika zurückführt. Lufthansa erklärte, auch der Verkehr in diese Regionen sei stark gewesen, was zur Widerstandsfähigkeit beigetragen habe.

Fracht, Wartung und die Kernmarke

Lufthansa Cargo verdreifachte im Quartal seinen operativen Gewinn, und Lufthansa Technik verdiente deutlich mehr mit der Wartung von Flugzeugen. Auch Kosteneinsparungen halfen, den Treibstoffanstieg aufzufangen. Jede Airline des Konzerns außer der Kernmarke Lufthansa Airlines verbesserte ihr Ergebnis. Finanzvorstand Till Streichert sagte, der operative Gewinn für das Gesamtjahr hänge von der Nachfrage, den Treibstoffkosten und der Entwicklung von Lufthansa Cargo im vierten Quartal ab. Lufthansa Airlines ist die angeschlagene Kernmarke des Konzerns; das Management strebt bis 2030 eine bereinigte operative Marge von 8 bis 10 % an, was von der Trendwende dieser Marke abhängt.

Spohr kritisiert den deutschen Markt

In einem Interview mit dem SPIEGEL beklagte Spohr, die Arbeitszeiten in Deutschland seien im internationalen Vergleich niedrig und Mitbestimmung sowie Tarifverträge verringerten die Flexibilität. Er sagte, er sei trotz der Quartalszahlen mit der Entwicklung auf dem deutschen Markt weiterhin unzufrieden. Seine Äußerungen fallen mit der Meldung eines höheren Gewinns im dritten Quartal zusammen. Das Interview konzentrierte sich auf den Heimatmarkt und nicht auf die Finanzzahlen des Konzerns.

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