Konflikte · Düsseldorf und Kiew

Litauens Nausėda: Putin testet die NATO – und vor dem Frühjahr keine Friedensgespräche

Litauens Präsident Gitanas Nausėda hält einen konventionellen russischen Angriff auf NATO-Territorium derzeit nicht für wahrscheinlich, rechnet aber mit weiteren Provokationen Putins. Der WELT sagte er, Moskau habe nicht die ernsthafte Absicht, vor dem Frühjahr Verhandlungen aufzunehmen. Estlands Regierungschef dringt stattdessen auf Sanktionen statt Gespräche.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Ziare.com, Digi24, DIE WELT und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: © European Union, 2025, CC BY 4.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt). Archivbild, 2025

Interview in Düsseldorf

Die WELT traf Nausėda in Düsseldorf, kurz nachdem er gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens, Hendrik Wüst, den NRW Resilience Summit eröffnet hatte. Anschließend kam er beim Deutsch-Litauischen Wirtschaftsforum mit Vertretern der deutschen Wirtschaft zusammen, darunter Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Nausėda führt Litauen seit 2019 und ist Ökonom; zuvor war er Chefvolkswirt der SEB, der größten Bank Litauens. Er promovierte mit Forschungsaufenthalten an der Universität Mannheim und spricht Deutsch.

Putin testet das Bündnis

Nausėda sagte der WELT, er halte Russland derzeit nicht für einsatzbereit für großangelegte Operationen, weil seine Streitkräfte auf dem ukrainischen Schlachtfeld gebunden blieben. Dennoch warnte er, Putin teste die NATO und rücke der Beistandsklausel des Bündnisses immer näher.

„Putin testet uns und rückt Artikel 5, der kollektiven Beistandsverpflichtung der NATO, immer näher.“

Gitanas Nausėda, Präsident Litauens seit 2019

Die russischen Verluste im Oktober bezifferte er auf etwa 45.000 Soldaten – eine Zahl, die er als enorm bezeichnete.

Hybrider Druck an der Ostflanke

Nausėda sagte, Moskau wolle sehen, wie das Bündnis auf hybride Angriffe reagiere, zu denen mutmaßlich Drohneneinflüge, Cyberangriffe und Brandanschläge gehören. Seiner Einschätzung nach wird der hybride Krieg nicht nur an der Ostflanke der NATO weitergehen, sondern auch in Deutschland, Dänemark und anderen Ländern. Russland teste, wie entschlossen die Verbündeten seien und ob sie gemeinsam reagieren würden, sobald bestimmte rote Linien überschritten würden. Auf die Frage nach der militärischen Verstärkung der polnischen Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad sagte er, Litauen habe Erkenntnisse über mögliche Provokationen erhalten und die eigenen Grenzmaßnahmen verstärkt. Eine Drohne, die kürzlich einen Baum traf und explodierte, ohne dass jemand in der Nähe war, nannte er einen Beleg dafür, dass in der litauischen Luftverteidigung weiterhin Lücken bestehen. Vilnius beschleunige die Beschaffung von Anti-Drohnen- und Aufklärungssystemen, um in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 besser aufgestellt zu sein.

Keine Gespräche vor dem Frühjahr

Nausėda sieht in Moskau keine ernsthafte Bereitschaft, vor dem Frühjahr Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine aufzunehmen. Er erwartet, dass Russland die Wintermonate nutzt, um den Druck auf die Ukraine durch Luftangriffe auf Städte aufrechtzuerhalten, und warnte, Kiew stehe ein Winter unter Drohnen- und Raketenangriffen bevor.

„Die Russen werden nur so tun, als würden sie verhandeln. Ich traue ihnen nicht.“

Gitanas Nausėda, Präsident Litauens seit 2019

Putin werde von vornherein Forderungen stellen, die für die Ukraine unannehmbar seien. Nausėda erwartet, dass sich die Chancen auf ernsthafte Gespräche 2027 verbessern – vorausgesetzt, die Ukraine kommt durch den Winter.

„Wenn die Ukraine durch diesen Winter kommt – und ich bin überzeugt, dass sie es schafft –, werden die Chancen auf ernsthafte Gespräche 2027 besser. Früher erwarte ich sie nicht.“

Gitanas Nausėda, Präsident Litauens seit 2019

Estland und Lettland mahnen zur Vorsicht

Estlands Ministerpräsident Kristen Michal sagte gegenüber POLITICO, Europa solle Moskau mit Sanktionen in die Knie zwingen, statt mit dem Kreml zu verhandeln. Er argumentierte, Europa dürfe nicht die Rolle des Vermittlers übernehmen, und warnte, direkte Gespräche würden seine Position gegenüber Putin schwächen. Auch Lettland hat vor Verhandlungen mit Russland gewarnt.

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Quellen und Kontext

Organisationen
NATO
Düsseldorf, Kiew · Deutschland, Ukraine

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