Konflikte · Düsseldorf und Kiew
Litauens Nausėda: Putin testet die NATO – und vor dem Frühjahr keine Friedensgespräche
Litauens Präsident Gitanas Nausėda hält einen konventionellen russischen Angriff auf NATO-Territorium derzeit nicht für wahrscheinlich, rechnet aber mit weiteren Provokationen Putins. Der WELT sagte er, Moskau habe nicht die ernsthafte Absicht, vor dem Frühjahr Verhandlungen aufzunehmen. Estlands Regierungschef dringt stattdessen auf Sanktionen statt Gespräche.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Ziare.com, Digi24, DIE WELT und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Nausėda sagte, Putin teste die NATO und rücke Artikel 5 immer näher, während er einen konventionellen Angriff derzeit nicht für wahrscheinlich hält, weil Russlands Streitkräfte in der Ukraine gebunden sind.
Nausėda sieht vor dem Frühjahr keine ernsthafte russische Absicht, über ein Ende des Krieges in der Ukraine zu verhandeln, und erwartet bessere Chancen auf ernsthafte Gespräche im Jahr 2027.
Nausėda sagte, Drohneneinflüge, Cyberangriffe und Brandanschläge, die mutmaßlich russische hybride Angriffe sind, würden an der Ostflanke ebenso weitergehen wie in Deutschland und Dänemark.
Nachdem eine Drohne einen Baum traf und explodierte, ohne dass jemand in der Nähe war, beschleunigt Litauen den Kauf von Anti-Drohnen- und Aufklärungssystemen, um in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 besser aufgestellt zu sein.
Estlands Ministerpräsident Kristen Michal sagte gegenüber POLITICO, Europa solle Sanktionen gegen Moskau nutzen, statt als Vermittler gegenüber dem Kreml aufzutreten.

Interview in Düsseldorf
Die WELT traf Nausėda in Düsseldorf, kurz nachdem er gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens, Hendrik Wüst, den NRW Resilience Summit eröffnet hatte. Anschließend kam er beim Deutsch-Litauischen Wirtschaftsforum mit Vertretern der deutschen Wirtschaft zusammen, darunter Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Nausėda führt Litauen seit 2019 und ist Ökonom; zuvor war er Chefvolkswirt der SEB, der größten Bank Litauens. Er promovierte mit Forschungsaufenthalten an der Universität Mannheim und spricht Deutsch.
Putin testet das Bündnis
Nausėda sagte der WELT, er halte Russland derzeit nicht für einsatzbereit für großangelegte Operationen, weil seine Streitkräfte auf dem ukrainischen Schlachtfeld gebunden blieben. Dennoch warnte er, Putin teste die NATO und rücke der Beistandsklausel des Bündnisses immer näher.
„Putin testet uns und rückt Artikel 5, der kollektiven Beistandsverpflichtung der NATO, immer näher.“
Die russischen Verluste im Oktober bezifferte er auf etwa 45.000 Soldaten – eine Zahl, die er als enorm bezeichnete.
Hybrider Druck an der Ostflanke
Nausėda sagte, Moskau wolle sehen, wie das Bündnis auf hybride Angriffe reagiere, zu denen mutmaßlich Drohneneinflüge, Cyberangriffe und Brandanschläge gehören. Seiner Einschätzung nach wird der hybride Krieg nicht nur an der Ostflanke der NATO weitergehen, sondern auch in Deutschland, Dänemark und anderen Ländern. Russland teste, wie entschlossen die Verbündeten seien und ob sie gemeinsam reagieren würden, sobald bestimmte rote Linien überschritten würden. Auf die Frage nach der militärischen Verstärkung der polnischen Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad sagte er, Litauen habe Erkenntnisse über mögliche Provokationen erhalten und die eigenen Grenzmaßnahmen verstärkt. Eine Drohne, die kürzlich einen Baum traf und explodierte, ohne dass jemand in der Nähe war, nannte er einen Beleg dafür, dass in der litauischen Luftverteidigung weiterhin Lücken bestehen. Vilnius beschleunige die Beschaffung von Anti-Drohnen- und Aufklärungssystemen, um in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 besser aufgestellt zu sein.
Keine Gespräche vor dem Frühjahr
Nausėda sieht in Moskau keine ernsthafte Bereitschaft, vor dem Frühjahr Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine aufzunehmen. Er erwartet, dass Russland die Wintermonate nutzt, um den Druck auf die Ukraine durch Luftangriffe auf Städte aufrechtzuerhalten, und warnte, Kiew stehe ein Winter unter Drohnen- und Raketenangriffen bevor.
„Die Russen werden nur so tun, als würden sie verhandeln. Ich traue ihnen nicht.“
Putin werde von vornherein Forderungen stellen, die für die Ukraine unannehmbar seien. Nausėda erwartet, dass sich die Chancen auf ernsthafte Gespräche 2027 verbessern – vorausgesetzt, die Ukraine kommt durch den Winter.
„Wenn die Ukraine durch diesen Winter kommt – und ich bin überzeugt, dass sie es schafft –, werden die Chancen auf ernsthafte Gespräche 2027 besser. Früher erwarte ich sie nicht.“
Estland und Lettland mahnen zur Vorsicht
Estlands Ministerpräsident Kristen Michal sagte gegenüber POLITICO, Europa solle Moskau mit Sanktionen in die Knie zwingen, statt mit dem Kreml zu verhandeln. Er argumentierte, Europa dürfe nicht die Rolle des Vermittlers übernehmen, und warnte, direkte Gespräche würden seine Position gegenüber Putin schwächen. Auch Lettland hat vor Verhandlungen mit Russland gewarnt.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Ziare.comNach Estland warnt auch Lettland vor Verhandlungen mit Russland. „Putin rückt immer näher an Artikel 5 heran“După Estonia, și Letonia avertizează împotriva negocierilor cu Rusia. "Putin se apropie tot mai mult de articolul 5 · Original auf Rumänisch
- Digi24Litauens Präsident warnt, dass Putin „immer näher an Artikel 5 heranrückt“: „Die Russen werden nur so tun, als würden sie verhandeln“Președintele Lituaniei avertizează că Putin "se apropie tot mai mult de Articolul 5": "Rușii se vor preface doar că negociază · Original auf Rumänisch
- DIE WELTLitauens Präsident: "Im Oktober hat Russland etwa 45.000 Soldaten verloren. Das ist eine gewaltige Zahl"
- POLITICO„Ich vertraue ihnen nicht“: Litauens Präsident warnt, dass Putins Provokationen anhalten werden'I don't trust them': Lithuanian president warns Putin's provocations will continue · Original auf Englisch
- Gitanas Nausėda
- Präsident Litauens seit 2019, der im WELT-Interview vor russischen hybriden Angriffen und Putins Absichten warnte
- Kristen Michal
- Ministerpräsident Estlands, der Europa aufforderte, Sanktionen zu nutzen statt mit Russland zu vermitteln
- Vladimir Putin
- Russischer Staatschef, dessen Provokationen und Verhandlungshaltung Nausėda kritisierte
- Hendrik Wüst
- Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, der den NRW Resilience Summit gemeinsam mit Nausėda eröffnete
- Armin Papperger
- Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall, der Nausėda beim Deutsch-Litauischen Wirtschaftsforum traf
- Organisationen
- NATO
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