Regierung · Sacramento und San Quentin

Newsom will alle 548 Todesurteile in Kalifornien in lebenslange Haft ohne Bewährung umwandeln

Der scheidende Gouverneur erwägt eine Präsidentschaftskandidatur 2028 und verlässt sein Amt im Januar. Bei einigen Fällen muss der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates zustimmen, bevor die Änderung wirksam werden kann.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Washington Post, Telegraaf, BBC und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: Charles Ommanney – Office of the Governor of California, Public domain (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. 1978Die Wähler führen die Todesstrafe wieder ein
  2. 2006Letzte Hinrichtung in Kalifornien vollstreckt
  3. 2019Newsom verhängt ein Moratorium für Hinrichtungen
  4. 5.11.Newsom kündigt an, alle 548 Todesurteile in lebenslange Haft ohne Bewährung umzuwandeln

Die Ankündigung

Gavin Newsom erklärte am Donnerstag, 5. November 2026, er werde alle Todesurteile in Kalifornien in lebenslange Haft ohne Möglichkeit der Bewährung umwandeln. Der demokratische Gouverneur, der acht Jahre im Amt war, legte die Entscheidung in einem Brief an die Einwohner des Bundesstaates dar. Er hatte eine Massenbegnadigung monatelang abgewogen, und die Ankündigung erfolgte nur wenige Tage, nachdem die Demokraten die Midterm-Wahlen gewonnen und die Kontrolle über den Kongress übernommen hatten. Die Darstellungen darüber, wie weit das Verfahren gediehen ist, gehen auseinander: Einige beschreiben die Umwandlungen als bereits vollzogen, andere erklären, Newsom habe das Verfahren erst eingeleitet.

„Ich ergreife diese Maßnahme, weil ich fest davon überzeugt bin, dass staatlich sanktioniertes Töten mit den Werten Kaliforniens unvereinbar ist, die Grundlagen unserer Rechtsordnung untergräbt und uns alle kleiner macht.“

Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien

Wer betroffen wäre

In Kalifornien sitzen 548 Menschen in der Todeszelle – nach den Worten von Newsoms Brief die größte Zahl auf der westlichen Hemisphäre. Nach der Aufschlüsselung des Telegraaf sind 529 von ihnen Männer und 19 Frauen. Der Bundesstaat hat seit 2006 keine Hinrichtung mehr vollstreckt, und Newsom verhängte 2019 ein Moratorium für Hinrichtungen. Etwa 70 Prozent der zum Tode Verurteilten in Kalifornien sind wegen Kapitalmords verurteilt. Bei Gefangenen, die neben ihrer Verurteilung wegen Kapitalmords noch zahlreiche weitere Straftaten aufweisen, kann der Gouverneur nicht allein handeln und muss dem Obersten Gerichtshof des Bundesstaates eine Begnadigung empfehlen, wo mindestens vier der sieben Richter zustimmen müssen.

Todeszelle in Kalifornien nach Geschlecht (548 Gefangene)
Männer
529
Frauen
19

Daten aus dem Artikeltext

Reaktionen und politische Bedeutung

Die Entscheidung dürfte starke Reaktionen von Angehörigen der Opfer auslösen; einige von ihnen haben sich offen für eine Umwandlung ausgesprochen, andere haben sie entschieden abgelehnt. Der Schritt könnte zudem Kritik an Newsom und anderen Demokraten wegen ihrer Strafrechtspolitik nach sich ziehen, während Reformer, die seit Langem auf Fehlurteile und rassistische Ungleichbehandlung hinweisen, ihm dafür Anerkennung zollen könnten. Die New York Times berichtet, der Schritt könne Newsom für liberale Wähler in einem Vorwahlkampf der Demokraten attraktiver machen, ihn aber im Hauptwahlkampf angreifbar machen; er erwägt eine Präsidentschaftskandidatur 2028. Gegner der Todesstrafe planen einen einminütigen landesweiten Werbespot, der die Entscheidung als Akt des Mutes und der Führung würdigt und auf Dutzenden Nachrichten- und Politiksendungen laufen soll.

„Ich weiß, dass wir in unserem unvollkommenen Rechtssystem keine Menschen hinrichten können und unseren Kernwerten treu bleiben – allen voran Gerechtigkeit und Menschlichkeit.“

Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien

Hintergrund zur Todesstrafe

Newsom begann seine erste Amtszeit mit einem Moratorium für Hinrichtungen, dem Abbau der Hinrichtungskammer des Bundesstaates in San Quentin und der Aufhebung seines Protokolls für die Giftspritze. Der Guardian bringt die jüngste Entscheidung mit der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee in Verbindung, die die Zeitung mit erneuten Forderungen nach einem landesweiten Moratorium für die Todesstrafe verknüpft. Seit die Wähler 1978 die Todesstrafe wieder einführten, sind in Kalifornien 13 Häftlinge hingerichtet worden, wie die BBC berichtet; sie berichtet zudem, Experten zufolge könne die Änderung jährlich Millionen Dollar an Gerichtskosten sparen.

Andernorts wandelte Roy Cooper, der demokratische Gouverneur von North Carolina, 2024 an seinem letzten Amtstag 15 Todesurteile um, und ein Republikaner in Illinois wandelte 2003 alle 167 Todesurteile um, bevor er sein Amt verließ. Kalifornien ist einer von 27 Bundesstaaten, die die Todesstrafe noch in ihren Gesetzen haben.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Sacramento, San Quentin · Vereinigte Staaten

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