Regierung · Rom

Meloni-Regierung nominiert den früheren Lega-Abgeordneten Nuccio Altieri an der Spitze der Antikorruptionsbehörde ANAC

Italiens Kabinett hat am Donnerstag, 5. November, das Verfahren eingeleitet, um Trifone „Nuccio“ Altieri, einen früheren Abgeordneten der Lega, zum Präsidenten der Antikorruptionsbehörde zu ernennen. Die Oppositionsparteien nannten die Entscheidung am Freitag, 6. November, einen gefährlichen Präzedenzfall für eine Behörde, die Politiker kontrolliert.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von lastampa.it, ANSA.it, Il Fatto Quotidiano und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Rom · Italien
Wie es dazu kam
  1. September 2026Das Mandat von ANAC-Präsident Giuseppe Busia endet
  2. 5.11.Der Ministerrat leitet das Verfahren zur Nominierung Altieris ein
  3. 6.11.Die Oppositionsparteien verurteilen die Nominierung

Kabinett leitet das Nominierungsverfahren ein

Am Donnerstag, 5. November, billigte der italienische Ministerrat den Beginn des Verfahrens zur Ernennung von Trifone „Nuccio“ Altieri zum Präsidenten der Nationalen Antikorruptionsbehörde (ANAC). Er soll Giuseppe Busia ablösen, dessen Mandat im September ausgelaufen ist. Der Vorschlag von Verwaltungsminister Paolo Zangrillo, gemeinsam mit Justizminister Carlo Nordio und Innenminister Matteo Piantedosi vorgelegt, benennt zudem vier Mitglieder des Gremiums: Ivano Maccani, Eugenio Rubolino, Carmela Margherita Rodà und Maria Rosaria Maugeri. Busia bleibt im Amt, bis die Ernennung formal vollzogen ist. Zunächst müssen die Parlamentsausschüsse eine verbindliche Stellungnahme abgeben, danach geht der Vorschlag zurück an den Ministerrat, bevor ein Präsidialdekret die Nominierung endgültig macht.

Opposition spricht von einem gefährlichen Präzedenzfall

Die Oppositionsparteien reagierten am Freitag, 6. November. Irene Tinagli, Europaabgeordnete der Partito Democratico, erklärte, sie habe die Nachricht mit Bestürzung und Ungläubigkeit gelesen, und argumentierte, noch nie zuvor sei ein Politiker an die Spitze einer Behörde gestellt worden, die Politiker kontrolliert.

„Das ist eine äußerst schwerwiegende Entwicklung; noch nie zuvor wurde ein Politiker an die Spitze einer Behörde berufen, deren Aufgabe es ist, das Handeln von Politikern zu überwachen.“

Irene Tinagli, Europaabgeordnete

Sie fügte hinzu, Altieri sei ein Lega-Mitglied und Vertrauter von Matteo Salvini, stellvertretender Ministerpräsident, Verkehrsminister und Parteichef der Lega, dessen Ministerium zu den von der Behörde beaufsichtigten Ressorts zählt. Tinagli verwies zudem auf Elisabetta Pellegrini, die zur Kommissarin für die dritte Säule des Wohnungsbauplans Piano Casa ernannt wurde und die sie als rechte Hand Salvinis im Verkehrsministerium beschrieb; sie solle weitreichende Befugnisse zum Erlass von Ausnahmen erhalten. Sandro Ruotolo, Mitglied des nationalen Sekretariats der Partito Democratico, nannte die Entscheidung ein „politisches Oxymoron“ und erinnerte daran, dass die Lega für die Abschaffung des Straftatbestands des Amtsmissbrauchs gestimmt habe. Carlo Calenda, Vorsitzender von Azione, schrieb auf X, der Schritt gehe weit über Ämterpatronage hinaus und sei beschämend. Die M5S-Abgeordneten Federico Cafiero De Raho und Ada Lopreiato erklärten, es handle sich nicht um den einzigen Fall, und verwiesen auf den Sitz des Lega-Abgeordneten Giulio Centemero in der Kommission der Börsenaufsicht CONSOB.

Ruotolo stellte auf die Unabhängigkeit ab:

„Wer öffentliche Ausschreibungen überwacht, muss der Regierung ohne Beeinflussung sagen können, dass ihre Entscheidungen falsch sind.“

Sandro Ruotolo, Mitglied des nationalen Sekretariats

Meloni erklärte am Freitag auf Fragen zum Streit, die Regierung habe die Entscheidung getroffen, weil „es in unserer Zuständigkeit lag, dies zu tun“.

Altieris Werdegang und Fragen zur Wählbarkeit

Altieri wurde am 27. September 1975 in Conversano in der Provinz Bari geboren. 2014 wurde er über die Listen von Forza Italia in die Abgeordnetenkammer gewählt, wechselte mehrfach die Fraktion, trat im November 2017 der Lega bei und schied im März 2018 aus dem Parlament aus. Später stand er der Invimit Sgr vor, einem Unternehmen, an dem das Wirtschaftsministerium beteiligt ist, und sitzt seit Mai 2023 im Verwaltungsrat von Leonardo. Ein für einen neuen Leonardo-Verwaltungsrat eingereichter Lebenslauf aus dem Jahr 2026 führt ihn zudem als Vorsitzenden von Fincantieri Infrastructure, ein Posten, der dort als weiterhin aktuell angegeben ist. Das Dekret 150 aus dem Jahr 2009 schließt jeden von der Leitung der Behörde aus, der in den drei Jahren vor der Ernennung ein Wahlamt oder ein Parteiamt innehatte. Presseberichte besagen, Altieri habe bis vor wenigen Monaten die Verteidigungsabteilung der Lega geleitet, was die Vereinbarkeit in den Mittelpunkt der Kritik rückt.

Ein langjähriger Konflikt mit der Lega

Lega und ANAC liegen seit Jahren im Streit. 2023 warnte Busia, direkte Vergaben unter 150.000 Euro für Bauleistungen berge ein Risiko der Günstlingswirtschaft, besonders in kleinen Gemeinden. Laut Ruotolo forderte ein Funktionär der Lega daraufhin Busias Rücktritt, und Parteisprecher Stefano Locatelli nannte die Aussagen schwerwiegend, inakzeptabel und uninformiert. Ruotolo erklärte zudem, der von Salvini unterstützte Vergabekodex habe direkte Vergaben unter 150.000 Euro für Bauleistungen und unter 140.000 Euro für Dienstleistungen und Lieferungen in die ordentlichen Regeln überführt. Die ANAC hatte zuvor verfahrensrechtliche Einwände gegen die Brücke über die Straße von Messina erhoben, ein Vorzeigeprojekt Salvinis. Altieris Nominierung ist der jüngste Akt in diesem Streit.

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