Kurz gefasst
Senator Marco Dreosto, Lega-Sekretär in Friaul-Julisch Venetien, sagte auf dem Parteitag in Mailand, Flügelkämpfe zerstörten die Partei, und kritisierte den Fraktionschef im Senat, Massimiliano Romeo.
Romeo entgegnete, das Problem liege bei den Menschen außerhalb der Lega, die sie nicht mehr wählten, und nannte den Streit politisch statt persönlich.
Salvini trat als Bundessekretär zurück und kandidiert gegen Massimo Garavaglia, der 81 Unterschriften sammelte, während Salvini mehr als 200 vorweisen kann.
Die 705 Delegierten debattieren am 24. und 25. Oktober im Allianz MiCo in Mailand über die Zukunft der Partei; auf der Tagesordnung stehen Autonomie und Föderalismus.
- 24.10.Außerordentlicher Parteitag beginnt in Mailand, Dreosto und Romeo geraten aus dem Saal heraus aneinander
- 25.10.Zweiter Tag des Parteitags mit 705 Delegierten
- 26.10.Laut Salvini beginnt am Montag die Arbeit an der auf dem Parteitag festgelegten Linie
Angriff aus dem Saal
Marco Dreosto, Senator und zugleich Chef der Lega in Friaul-Julisch Venetien, sprach auf dem außerordentlichen Parteitag in Mailand und richtete seine Bemerkungen an Massimiliano Romeo, einen der sogenannten Abweichler von der Parteilinie. Dreosto sagte, er biete Matteo Salvini klare, offene und loyale Unterstützung, und argumentierte anschließend, Flügelkämpfe schadeten der Partei. Er verwies auf Romeo, der als Fraktionschef im Senat im Saal sitzt, und sagte, ein Parteisekretär dürfe nicht wegen interner persönlicher Streitigkeiten herausgefordert werden, die zu einer nationalen Debatte gemacht würden. Seine Worte erhielten Applaus im Saal. Er begann mit einer unverblümten Warnung:
„Ich glaube, die Flügelkämpfe zerstören uns.“
Er fügte hinzu, dass das Hinterherlaufen hinter Kritik für die Presse, die die Lega stets bekämpft habe, ihre Glaubwürdigkeit und ihre Ergebnisse im ganzen Land schwäche.
Romeo antwortet von der Bühne
Romeo entgegnete von derselben Bühne aus und wehrte die Kritik ab. Er ist laut La Repubblica Sekretär der Lega in der Lombardei und Fraktionschef im Senat. Er sagte:
„Das Problem liegt nicht innerhalb der Lega, es sind die Menschen draußen, die uns nicht mehr wählen.“
Romeo argumentierte, der Streit sei politisch und nicht persönlich, und sein Lager habe Vorschläge gemacht, um Salvini und der Partei zu helfen. Er fragte, warum die Forderung nach einer kollegialeren Führung und einem breiteren Team kontrovers sein solle. Er fragte auch, warum eine Gruppe von Gouverneuren, die die Rankings anführe und eine besondere Anziehungskraft habe, nicht an der Seite des Parteisekretärs stehen könne.
Salvinis Bewerbung und die Gegenkandidatur
Salvini trat als Bundessekretär zurück, um Rufen nach Erneuerung zu entsprechen, und stellte sich dann zur Wiederwahl. Massimo Garavaglia ist sein Herausforderer, und Salvini soll sich beklagt haben, er habe von Garavaglias Kandidatur aus den Zeitungen erfahren. Garavaglias Kandidatur sammelte 81 Unterschriften, darunter zwei aus Kalabrien, während Salvinis mehr als 200 sammelte. Il Giornale beschrieb Garavaglia als kampfeslustig, aber ohne jede Hoffnung, zum Bundessekretär gewählt zu werden. Salvini sagte zu den Delegierten:
„Es ist richtig zuzuhören und zu verstehen, und ab Montag arbeiten wir alle zusammen.“
Salvini sagte auch, er werde auf dem Parteitag endlich die Beschwerden hören, die er bisher nur in der Presse gelesen habe.
Was der Parteitag klären muss
Rund 705 Delegierte debattieren heute und morgen, am 24. und 25. Oktober, im Allianz MiCo in Mailand über die Zukunft der Partei. Das Motto des Parteitags lautet „Di lotta e di governo“, was die Berichte so erklären, dass die Partei weiterhin die Regierung mitgestaltet und zugleich ihre identitätspolitischen Kämpfe beibehält. Manche Mitglieder fürchten das Wort „lotta“, doch die gegebene Erklärung lautet, die Partei werde weiter Einfluss auf die Regierung nehmen, ohne diese Kämpfe aufzugeben. Auf der Tagesordnung stehen Autonomie und Föderalismus, die den Ministerrat passiert haben, sowie Arbeit, junge Menschen und die Beziehungen zu Brüssel.
Salvini hat gesagt, sobald der Parteitag entscheide, sei das der Weg, der zu gehen sei. Die eigentliche Prüfung komme am Montag, dem 26. Oktober, wenn die in Mailand festgelegte Linie die verschiedenen Flügel der Lega zusammenhalten müsse.