
Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stellen Kanzler Merz auf die Probe
Wähler geben am 20. September 2026 in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ihre Stimmen ab. Die CDU sieht sich starken Herausforderungen durch Die Linke und die AfD gegenüber, während die bundesweiten Zustimmungswerte für Kanzler Friedrich Merz niedrig sind.
Wahlbeteiligung in Berlin und im Nordosten
Wähler in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern geben am 20. September 2026 in zwei Landtagswahlen ihre Stimmen ab, die die Position von Kanzler Friedrich Merz auf die Probe stellen. In Mecklenburg-Vorpommern erreichte die Wahlbeteiligung um 14:00 Uhr 40,7 % und übertraf damit die Beteiligung zur gleichen Stunde im Jahr 2021. Auch in Berlin wurde eine höhere Mittagsbeteiligung als bei der vorherigen Landtagswahl verzeichnet. Die Doppelwahl folgt auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Anfang September, bei der die Alternative für Deutschland (AfD) 43,8 % der Stimmen erhielt, während die Christlich Demokratische Union (CDU) auf 17,2 % kam. Bundesweit liegt die Union aus CDU/CSU in den Sonntagsfragen bei 18 %, während Merz eine Zustimmungsrate von 10 % hat.
- Vulkangruppe sabotiert Stromleitungen, verursacht fünftägigen Stromausfall in Berlin
- Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner verzichtet offiziell auf seine Wiederwahlkampagne
- Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet 40,7 % Wahlbeteiligung am Mittag
Der Bürgermeister-Wahlkampf in der Hauptstadt
In Berlin schickt die CDU den 46-jährigen Finanzsenator Stefan Evers ins Rennen, um die Kontrolle über das Rote Rathaus zu verteidigen. Evers wurde zum Spitzenkandidaten, nachdem Regierender Bürgermeister Kai Wegner am 10. Juli 2026 offiziell auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte. Wegner stand wegen eines Tennisspiels während der ersten Stunden eines fünftägigen Stromausfalls im Januar 2026 in der Kritik, der auf Sabotage der Infrastruktur durch die linksextremistische Vulkangruppe im kältesten Winter seit 2010 folgte. Im Rennen um das Bürgermeisteramt treten Steffen Krach für die Sozialdemokratische Partei (SPD), Werner Graf für die Grünen, Kristin Brinker für die AfD und Elif Eralp für Die Linke an. Aktuelle Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen sehen Die Linke mit 22 % vorn, gefolgt von der CDU mit 20 %, der AfD mit 18 %, den Grünen mit 15 %, der SPD mit 12 % und dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit 4 %. Die Linke baute ihre Unterstützung in der Hauptstadt durch Mieterorganisation gegen steigende Mietpreise und propalästinensische Demonstrationen aus.
- Die Linke
- 22 %
- CDU
- 20 %
- AfD
- 18 %
- Greens
- 15 %
- SPD
- 12 %
- BSW
- 4 %
Kopf-an-Kopf-Rennen in Schwerin
In Mecklenburg-Vorpommern dreht sich der Landtagswahlkampf um ein enges Rennen zwischen SPD und AfD. Vorwahlumfragen messen beide Parteien bei knapp 37 %, wobei die SPD zwischen 35 % und 37 % und die AfD zwischen 37 % und 38 % liegt. Die amtierende Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) strebt an, mit Die Linke und den Grünen genügend Sitze zu sichern, um eine Regierungsmehrheit ohne konservative Abgeordnete zu bilden. Die CDU liegt im Land zwischen 6 % und 7 %, was die Partei gefährlich nahe an die 5%-Hürde bringt, die für den Einzug in den Landtag in Schwerin erforderlich ist. Das Verfehlen dieser Hürde würde die CDU vollständig aus dem Landesparlament ausschließen.
Koalitionsstabilität und Bundesführung
Die Landtagswahlen haben direkte Konsequenzen für die Bundesregierung, die Merz seit seinem Amtsantritt 2025 führt. Merz hat seine bundespolitische Agenda auf die Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft, die Aufrüstung des Militärs gegen russische Sicherheitsbedrohungen und die Verschärfung der Kontrollen irregulärer Einwanderung ausgerichtet. Angesichts der Besorgnis konservativer Parteimitglieder über die regionalen Verluste wies Merz Vorschläge zurück, vor Ablauf seiner vierjährigen Amtszeit zurückzutreten.
Kapitulation kommt für mich nicht in Frage.
AfD-Co-Chefin Alice Weidel, die die Partei gemeinsam mit Tino Chrupalla führt, erklärte, Merz werde bald seine letzte Rede als Kanzler halten, wenn die regionalen Verluste anhalten.


