Regierung · Paris, Lyon und Marseille

Frankreich rüstet sich für landesweiten Streik am Donnerstag – 70.000 Polizisten für 500.000 bis 700.000 Demonstranten

Gewerkschaften, Studierende und Anhänger der Gelbwesten planen für Donnerstag, 5. November, Demonstrationen in ganz Frankreich. Die Route des Pariser Marsches ist weiterhin nicht bestätigt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von H Kαθημερινή, NEWS 24/7, in.gr und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Paris, Lyon, Marseille, Bordeaux · Frankreich
Wie es dazu kam
  1. 3.11.Geheimdienstbericht warnt, die Proteste könnten eine neue Gewaltschwelle markieren
  2. 4.11.Verteidigungs- und Sicherheitsrat beschließt den Einsatz von 70.000 Polizisten
  3. 5.11.Landesweiter Streik und Demonstrationen in ganz Frankreich geplant

Gewerkschaften und Studierende setzen die Agenda

Fünf Gewerkschaftsorganisationen haben für Donnerstag, 5. November, einen landesweiten Streik und Demonstrationen ausgerufen – ein Datum, das sie bereits am 5. Oktober festgelegt hatten. Zu ihren Forderungen gehören ein höherer Mindestlohn, der Beginn von Tarifverhandlungen, der Schutz öffentlicher Dienste und von Arbeitsplätzen sowie die Besteuerung großer Vermögen. Drei weitere Gewerkschaften haben sich inzwischen angeschlossen, und die Schülerproteste, die an den weiterführenden Schulen begannen, haben sich auf die Universitäten ausgeweitet.

Erwartet werden Studierende, Beschäftigte des privaten und öffentlichen Sektors, Eltern sowie Anhänger der Gelbwesten-Bewegung. Im Vorfeld des Tages rechneten die meisten beteiligten Organisationen mit einer sehr hohen Beteiligung, besonders zahlreich dürften Beschäftigte im Bildungswesen, in den Raffinerien und bei der Bahn kommen. CGT-Generalsekretärin Sophie Binet sagte am 2. November, der Tag solle die Bewegungen zusammenführen. CFDT-Generalsekretärin Marylise Léon sagte, den Gewerkschaften gehe es vor allem darum, Regierung und Arbeitgeber in der Frage der Kaufkraft unter Druck zu setzen.

Die Sicherheitsantwort

Emmanuel Macron berief am Mittwoch, 4. November, im Élysée-Palast einen Verteidigungs- und Sicherheitsrat mit den Spitzen der Streitkräfte und der Polizei ein. Der Rat beschloss, am Donnerstag landesweit rund 70.000 Polizisten einzusetzen. Ein Geheimdienstbericht vom 3. November warnte, die Proteste könnten eine neue Gewaltschwelle markieren, insbesondere in den Stadtzentren. Innenminister Laurent Nuñez sagte, Störungen würden nicht toleriert; die Behörden rechnen mit etwas mehr als 220 öffentlichen Demonstrationen, die meisten davon vom Gewerkschaftsbündnis angemeldet. Die Sicherheitsmaßnahmen sollen denen vom 24. und 31. Oktober entsprechen.

Polizeischätzungen zu den Teilnehmern der Proteste am 5. NovemberPersonen
Niedrige Schätzung
500000 Personen
Hohe Schätzung
700000 Personen

Daten aus dem Artikeltext

Organisationen der Zivilgesellschaft, darunter Vertreter der Anwaltskammern und eine Richtergewerkschaft, warfen dem Staat Autoritarismus vor. Sie erklärten, die Regierung setze ein administratives Arsenal ein, um Menschen vom Demonstrieren abzuhalten. Bis Mittwoch hatten die Behörden nicht bestätigt, ob der zentrale Marsch in Paris genehmigt wird. Regierungssprecherin Maud Bregeon schloss aus, die Unruhen vom 17. Oktober erneut zuzulassen, und verwies auf eine Wirtschaft, die nach ihren Worten eine sehr schwierige Phase durchläuft.

Hintergrund der Protestwelle

Die Schulproteste wuchsen nach den Herbstferien; die massiven Studentendemonstrationen vom 17. Oktober waren von Gewalt und Plünderungen von Geschäften geprägt. Am 17., 24. und 31. Oktober folgten landesweite Mobilisierungen gegen die Lebenshaltungskosten. Das Bildungsministerium zählte am 1. November noch 41 blockierte weiterführende Schulen, während die Studierenden die Zahl mit 150 angaben. Rund 300.000 Menschen sollen am Samstag, 31. Oktober, gegen steigende Lebenskosten protestiert haben.

Premierminister Sébastien Lecornu traf die Studierenden am 26. Oktober und kündigte an, sie binnen 15 Tagen erneut zu empfangen. Arbeitsminister Jean-Pierre Farandou sagte zu den Abgeordneten, er hoffe, Maßnahmen zur Wiederbelebung des Lohnwachstums ankündigen zu können – ohne zu sagen, wann, wie oder für wen. Die Regierung will ihr Paket am Freitag, 6. November, vorstellen und hat offengelassen, den Mindestlohn bereits am 1. Dezember statt wie üblich am 1. Januar anzuheben.

Politische Tragweite vor 2027

Die Unruhen prägen auch den Vorlauf zur Präsidentschaftswahl, die in sechs Monaten im Frühjahr 2027 ansteht. Marine Le Pen, die rechtsextreme Kandidatin, die sich gegen Einwanderung stellt, führt die Umfragen mit 33 Prozent an. Jean-Luc Mélenchon von La France insoumise liegt mit 16,8 bis 18 Prozent auf Platz zwei. Das nächste Treffen der Studierenden mit dem Premierminister und das Regierungspaket am Freitag fallen beide in die Woche nach dem Streik.

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