
Lagarde könnte am 2. November zur WEF-Vorsitzenden gewählt werden – und früher aus der EZB ausscheiden
Der Vorstand des Weltwirtschaftsforums tagt am 2. November und könnte Christine Lagarde zur Vorsitzenden wählen. Damit würde ihr Ausscheiden aus der Europäischen Zentralbank vorgezogen, dessen Amtszeit eigentlich erst im Oktober 2027 endet.
Eine Vorstandsentscheidung am 2. November
Der in Genf ansässige Vorstand des Weltwirtschaftsforums, dem auch Lagarde selbst angehört, kommt am 2. November zusammen. Vier mit der Organisation vertraute Personen sagten Reuters, der Vorstand könne die EZB-Präsidentin in dieser Sitzung zu seiner nächsten Vorsitzenden wählen. Sie sprachen anonym wegen der Sensibilität der Angelegenheit und erklärten, es sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Der Vorstand hat 27 Mitglieder, und Lagarde genießt unter ihnen breite Unterstützung, auch wenn ihre Wahl nicht sicher ist. Sollte der Vorstand sie am 2. November nicht wählen, könnte er stattdessen einen Termin für eine Abstimmung festlegen. Damit könnte Lagarde beim Jahrestreffen in Davos im Januar als designierte Vorsitzende auftreten.
Zeitplan und die EZB-Nachfolge
Lagardes EZB-Amtszeit soll im Oktober 2027 enden. Ein vorzeitiger Abschied würde den EU-Staats- und Regierungschefs die Möglichkeit geben, ihre Nachfolge noch vor der französischen Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 zu regeln, berichten Reuters und BFMTV. Quellen deuteten zudem an, dass eine Einigung zwei weitere Spitzenposten der EZB umfassen könnte. Klaas Knot, ehemaliger Präsident der niederländischen Zentralbank, und Pablo Hernández de Cos, ehemaliger Gouverneur der Bank von Spanien, werden in Presseberichten als mögliche Nachfolger genannt. Drei der sechs Sitze im EZB-Direktorium werden demnächst frei. Isabel Schnabel kündigte am 24. September an, die Bank im Januar zu verlassen und zum IWF zu wechseln.
- Die NZZ berichtet, Lagarde habe ihre Bereitschaft erkennen lassen, den WEF-Vorsitz zu übernehmen
- Isabel Schnabel kündigt an, die EZB im Januar zu verlassen und zum IWF zu wechseln
- Der WEF-Vorstand tagt und könnte Lagarde zur Vorsitzenden wählen
- Jahrestreffen in Davos, bei dem Lagarde als designierte Vorsitzende auftreten könnte
- Lagardes planmäßige EZB-Amtszeit endet
Der Vorstand hinter der Entscheidung
Der WEF-Vorstand wird gemeinsam von Larry Fink, Vorstandsvorsitzender von BlackRock, und Andre Hoffmann, Vizepräsident von Roche, geleitet. Hoffmann übernahm die Rolle, nachdem Gründer Klaus Schwab im vergangenen Jahr zurückgetreten war. Weitere in den Berichten genannte Mitglieder sind IWF-Generaldirektorin Kristalina Georgieva, Königin Rania von Jordanien, Salesforce-Chef Marc Benioff und Siemens-Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe. Der Vorstand hat seinen Sitz in Genf, und das Jahrestreffen, bei dem Lagarde als designierte Vorsitzende vorgestellt werden könnte, findet in Davos statt.
Lagardes Haltung und politische Reaktionen
Lagarde hat laut El Periódico erklärt, sie wolle mindestens bis 2027 bei der EZB bleiben. In einem vom Handelsblatt zitierten Interview schloss sie einen Rücktritt einige Monate vor Ende ihrer Amtszeit nicht aus. Bei einer CNN-Diskussion in Bangkok während der IWF- und Weltbanktagungen wollte sie einen möglichen Wechsel zum WEF nicht kommentieren. Die EZB lehnte eine Stellungnahme ab, und das WEF hatte auf eine Anfrage nicht geantwortet. Marine Le Pen, am 15. Oktober vom Financial Times interviewt und von BFMTV zitiert, verurteilte die Aussicht, dass Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz sich vor Lagardes Ausscheiden auf einen Kandidaten einigen, nicht direkt.
Die Deutschen haben doch so ziemlich alle wichtigen Posten in der Europäischen Union kolonisiert.
Le Pen stellte anschließend Macrons Verhandlungsgeschick infrage. Reuters berichtet von Besorgnis in europäischen politischen Kreisen, dass die Gespräche über ihre Nachfolge schwieriger werden könnten, sollte Le Pen die französische Präsidentschaft gewinnen.

