Labour stellt Grünen Sieben-Tage-Ultimatum wegen Resolution „Zionismus ist Rassismus“
Labour hat seine Kommunalverbände aufgefordert, Kooperationsvereinbarungen mit den Grünen zu beenden, sofern sich die grünen Ratsmitglieder nicht von der Resolution „Zionismus ist Rassismus“ lossagen. Auch die Gleichstellungs- und Menschenrechtskommission hat die Partei um weitere Informationen zu der Resolution und den eingegangenen Beschwerden gebeten.
Labours Ultimatum an lokale Partner
Labour hat jede Ratsfraktion, die sich die Macht mit den Grünen teilt, aufgefordert, von ihren Partnern schriftliche Zusicherungen zu verlangen, dass sie die Resolution ablehnen. Wo eine lokale Vereinbarung besteht, müssen die beteiligten grünen Ratsmitglieder klarstellen, dass sie die Position ablehnen, und ihre nationale Führung auffordern, sie zu überdenken. Diesen grünen Gruppen wurden sieben Tage eingeräumt; können sie die Zusicherung nicht geben, wird Labour die Vereinbarung beenden. Nach Angaben der Partei betrifft das Ultimatum 17 Räte in England und einen in Wales. Parteivorsitzende Bridget Phillipson bezeichnete die Forderung als Prinzipienfrage und sagte, sie erwarte, dass die lokalen grünen Gruppen mit äußerster Dringlichkeit reagieren.
Hier geht es nicht um Parteipolitik, sondern darum, das Richtige zu tun und die Werte zu wahren, die jeder teilen sollte, der ein öffentliches Amt bekleidet.
- England
- 17 Räte
- Wales
- 1 Räte
Die Resolution und Burnhams Reaktion
Die Resolution, die am 4. Oktober auf dem Grünen-Parteitag in Brighton verabschiedet wurde, setzt Zionismus mit Rassismus gleich. Sie beschreibt den Zionismus als nationalistisches Projekt, das einen jüdischen Staat auf dem gesamten historischen Palästina auf Kosten seiner nichtjüdischen Bewohner stützt. Der Text lehnt zudem eine Zwei-Staaten-Lösung ab und schlägt einen palästinensischen Staat anstelle Israels mit gleichen Rechten für alle vor. Premierminister Andy Burnham schloss am Mittwoch, dem 14. Oktober, eine Partnerschaft mit den Grünen aus, solange diese Politik Bestand hat, und verurteilte die Resolution in der Fragestunde des Premierministers.
Das ist falsch. Es ist antisemitisch, und diese Seite des Hauses wird damit nichts zu tun haben.
Der Grünen-Vorsitzende Zack Polanski hat die Resolution als „unvollkommen“ bezeichnet und will sie ändern lassen. Er steht nach einer Nachwahl-Niederlage seiner Partei unter Druck, und die Resolution ist auch aus den eigenen Reihen kritisiert worden.
- Der Grünen-Parteitag verabschiedet in Brighton die Resolution „Zionismus ist Rassismus“
- Andy Burnham schließt in der Fragestunde des Premierministers eine Partnerschaft mit den Grünen aus
- Labour stellt lokalen grünen Partnern ein Sieben-Tage-Ultimatum; die EHRC bestätigt ihr Schreiben an die Partei
Die Aufsichtsbehörde und die Abgeordneten
Die Gleichstellungs- und Menschenrechtskommission bestätigte am Donnerstag, dem 15. Oktober, dass sie die Green Party of England and Wales um weitere Informationen gebeten habe, um die praktischen Implikationen und möglichen Auswirkungen der Resolution bewerten zu können. Sie erklärte, sie habe Beschwerden über möglicherweise rechtswidriges Verhalten nach dem Equality Act 2010 erhalten, darunter die Sorge, dass jüdische Menschen wegen ihrer Überzeugungen diskriminiert werden könnten. Die Aufsichtsbehörde räumte ein, dass sich viele jüdische Menschen nach der Abstimmung voraussichtlich exponiert fühlen dürften. Sie werde nach Prüfung des angeforderten Materials gegebenenfalls handeln.
Dutzende Abgeordnete von Labour und den Lib Dems sowie jüdische Aktivisten hatten sich zuvor wegen Antisemitismus an die Aufsichtsbehörde gewandt. Vier der fünf grünen Abgeordneten kritisierten die Resolution, ebenso zwei frühere Parteivorsitzende, von denen einer sie als „gefährlich“ und „spaltend“ bezeichnete. Separat erklärten Abgeordnete, Änderungsanträge zum Schutz jüdischer grüner Mitglieder in zionistischen Synagogen seien abgelehnt worden, und warnten, dies könne beeinflussen, ob jüdische Mitglieder zu gleichen Bedingungen teilnehmen können.
Die Reaktion der Grünen
Die Partei erklärte, sie werde Menschen mit zionistischen Ansichten nicht ausschließen oder diskriminieren und bleibe der Bekämpfung des Antisemitismus verpflichtet. Ihr Sprecher konterte zudem Labours Schritt.
Dass die Labour-Regierung Israel-Kritik mit Antisemitismus gleichsetzt, ist enttäuschend und falsch.
Der Sprecher ging noch weiter und beschuldigte Labour, sich in die interne Demokratie der Partei einzumischen. Die Antwort der Partei an die Aufsichtsbehörde erfolgte am selben Tag, an dem die Kommission ihr Schreiben bestätigte.

