
PiS-Führung will Kurski mundtot machen, nachdem er Morawiecki als 'erbärmliches Rädchen' in deutschem Komplott bezeichnet hat
Jarosław Kaczyński bereitet sich darauf vor, den ehemaligen TVP-Präsidenten Jacek Kurski mundtot zu machen, der Mateusz Morawiecki als 'erbärmliches Rädchen' in einem deutschen Plan zur Zerschlagung der PiS bezeichnet hat, was den internen Krieg der Partei verschärft.
Die Sonntagmorgen-Tirade
Jacek Kurski, der ehemalige Präsident des öffentlich-rechtlichen Senders TVP, startete am Sonntagmorgen in der PiS-nahen TV Republika einen scharfen Angriff auf den ehemaligen Premierminister Mateusz Morawiecki. Kurski stellte die anhaltende interne Krise innerhalb der größten Oppositionspartei Polens als eine von außen gesteuerte Sabotageoperation dar, die darauf abzielt, Polen seiner Souveränität zu berauben.
Kurz gesagt, die PiS, die letzte Bastion der polnischen Unabhängigkeit, soll im Rahmen eines deutschen Plans zur Eroberung Europas zerschlagen werden, und Morawiecki ist nur ein erbärmliches Rädchen, um das zu erreichen.
Er beschuldigte den ehemaligen Premierminister, im Auftrag von Donald Tusk und der Regierungskoalition eine 'widerliche Spaltungsaktion' durchzuführen. In einer äußerst persönlichen Tirade holte Kurski Morawieckis Rolle als Mitglied des Wirtschaftsrates des Premierministers im Jahr 2010 hervor und argumentierte, dass während nach der Flugkatastrophe von Smolensk eine 'Industrie der Verachtung' gegen die PiS gestartet wurde, Morawiecki 'bei Tusk saß und kein Wort sagte'.
Kaczyński verhängt Medienverbot
Der Auftritt löste sofortigen Widerstand innerhalb der Parteiführung aus. Laut TVN24-Quellen ist PiS-Chef Jarosław Kaczyński 'sehr unzufrieden' und bereit, Kurski alle künftigen Medienauftritte zu verbieten. Ein Gespräch mit dem Parteichef erwartet den ehemaligen TVP-Chef. Der Disziplinarsprecher Karol Karski sagte TVN24, dass emotionale Aussagen in alle Richtungen fliegen und diese speziellen Worte gegenüber Morawiecki 'nicht hätten fallen dürfen'.
Senator Stanisław Karczewski, ein ehemaliger Senatsmarschall, gewährte einen Einblick in die Wut an der Basis und postete, dass er wütende Anrufe und Nachrichten von PiS-Wählern erhalte.
Nach Jacek Kurskis arrogantem, ungehobeltem, aggressivem Auftritt bei TV Republika sind sie wütend. Jacek Kurski ist kein PiS-Parlamentarier, er hat keine Funktion in unserer Partei. Er sollte nicht so sprechen. Er schadet nicht nur Recht und Gerechtigkeit, sondern der gesamten rechten Seite der polnischen politischen Szene.
Morawiecki-Verbündete schwören 'Es wird Krieg geben'
Die Reaktion von Morawieckis Fraktion, informell als 'harcerze' (Pfadfinder) bekannt, war schnell und kompromisslos. Der EU-Abgeordnete Waldemar Buda forderte die Medien auf, keine Appelle zur Ruhe oder Mäßigung mehr zu veröffentlichen, und postete unverblümt in den sozialen Medien: 'Es wird Krieg geben.' Der ehemalige Regierungssprecher Piotr Müller gab eine düsterere Warnung ab und erklärte, dass der Einsatz von Kurski im Fernsehen die Radikalisierung darstelle, vor der sie innerhalb der PiS lange gewarnt hätten. 'Jacek Kurski als Vertreter der PiS zu TV-Sendungen zu schicken, ist der beste Beweis für das, wovor wir gewarnt haben', schrieb Müller.
Der öffentliche Streit löste auch eine Welle angewiderter oder spöttischer Reaktionen aus. Der Abgeordnete Marcin Horała veröffentlichte einen parodistischen COVID-19-Tagesbericht: 'In den letzten 24 Stunden wurden 7.654 Fälle von Jacek Kurskis Angriffen auf Mateusz Morawiecki registriert.' Die Abgeordnete Olga Semeniuk-Patkowska war weit weniger amüsiert und schrieb: 'Zerstören, beleidigen, Schlamm werfen. Bis du dich und die gesamte Formation völlig lächerlich machst. Er ist wie eine Ratte aus der PiS geflohen, jetzt gibt er sich als Verteidiger des Lagers. Widerlich.'
Partei zerbricht an Vereinsregeln
Der öffentliche Zusammenbruch folgt auf ein Ultimatum der PiS-Führung, das am Donnerstag um Mitternacht ablief und die Abgeordneten aufforderte, aus parteifremden Vereinigungen auszutreten, wobei speziell Morawieckis Gruppe 'Rozwój Plus' (Entwicklung Plus) ins Visier genommen wurde. Morawiecki erklärte, dass seine Vereinigung derzeit 40 Abgeordnete, einen Senator und drei EU-Abgeordnete umfasst. Kaczyński gab am Freitag bekannt, dass 'etwa dreißig' Abgeordnete entsprechende Erklärungen abgegeben hätten, eine Entscheidung, die der Politische Ausschuss am Dienstag bestätigen soll. Karol Karski ergänzte das Bild einer lange schwelenden Fehde und sagte TVN24, dass Morawiecki zuvor direkt bei Kaczyński angefragt habe, um die Parteiführung zu übernehmen, mit der Logik, dass 'wenn er Parteichef wird, das Amt des Premierministers von selbst kommt'.
- Ultimatum der PiS-Führung für Abgeordnete, externe Vereinigungen zu verlassen, läuft ab
- Kaczyński gibt bekannt, dass 'etwa dreißig' Abgeordnete dem Vereinsverbot nachgekommen sind
- Jacek Kurski tritt bei TV Republika auf und startet eine Tirade gegen Mateusz Morawiecki
- Berichte tauchen auf, dass Kaczyński 'sehr unzufrieden' ist und Kurski mit einem Medienverbot mundtot machen wird

