
USA verbieten kanadischen Alkohol – Ottawa verhängt Vergeltungszölle auf US-Waren im Wert von 20 Milliarden Dollar
Das Weiße Haus kündigte am Dienstagabend Importverbote für kanadischen Alkohol, Motorräder und Milchprodukte an, Stunden nachdem Kanada Vergeltungszölle auf US-Waren im Wert von 20 Milliarden Dollar aktiviert hatte.
Importverbote und Zollverschärfung
Die Vereinigten Staaten kündigten am Dienstagabend Importverbote für eine breite Palette kanadischer Waren an und weiteten damit die Handelsbeschränkungen aus, nachdem die Verhandlungen zwischen beiden Nationen gescheitert waren. Die Verbote betreffen kanadische alkoholische Getränke, Motorräder, alkoholfreies Bier, Molkenprotein und Melasse und treten am 29. September in Kraft. Ab dem 15. September werden die USA zudem 50-prozentige Zölle auf eine erweiterte Gruppe kanadischer Produkte erheben, darunter Matratzen und Motorboote, während weitere Käsesorten, Möbel, Aluminium und Papierwaren ebenfalls mit dem 50-Prozent-Satz belegt werden.
- Bilaterale Handelsverhandlungen zwischen den USA und Kanada scheitern
- USA erheben 50-prozentige Zölle auf kanadische Waren im Wert von 20 Milliarden Dollar
- Donald Trump droht mit Verkaufsverbot für Bombardier-Flugzeuge in den USA
- Kanadas Vergeltungszölle auf US-Waren im Wert von 20 Milliarden Dollar treten um 00:01 Uhr in Kraft
- USA planen 50-prozentige Zölle auf Motorboote und Matratzen
- US-Importverbot für kanadischen Alkohol, Motorräder und Milchprodukte soll in Kraft treten
- Angedrohte Erhöhung der US-Autozölle von 25 % auf 50 % soll in Kraft treten
Kanada verhängt dollar-genaue Vergeltungszölle
Die Anordnungen des Weißen Hauses folgten der Aktivierung der kanadischen Vergeltungszölle um 0:01 Uhr am Dienstag. Die durch einen Erlass des Gouverneursrates verhängten Abgaben zielen auf kanadische Importe im Wert von 27,6 Milliarden kanadischen Dollar (etwa 20 Milliarden US-Dollar) ab und entsprechen damit dem Wert kanadischer Exporte, die am 22. August von 50-prozentigen US-Zöllen getroffen wurden. Die kanadischen Zölle reichen von 15 % bis 50 % bei Hunderten von Positionen, darunter 50-prozentige Abgaben auf US-Milch, Sahne, Stahl und Aluminium sowie 25-prozentige Zölle auf Frischkäse und Schnittholz. Premierminister Mark Carney äußerte sich zu den Maßnahmen in einem auf YouTube veröffentlichten Video.
Wir haben alles, was wir brauchen, um umzuschwenken und zu gedeihen.
Carney fügte hinzu, dass ein Abschwenken von den Vereinigten Staaten mit Kosten verbunden sei, argumentierte jedoch, dass Stillstand einen höheren Preis fordern würde. Kanada hat den US-Handel bereits über die Alkoholbehörden der Provinzen eingeschränkt, wo acht von zehn Provinzen den Verkauf amerikanischer Alkoholika beschränken oder verbieten, was zu einem Rückgang der US-Spirituosenexporte nach Kanada um über 70 % im Jahresvergleich beigetragen hat.
- Milch und Sahne
- 50 %
- Stahl- und Aluminiumprodukte
- 50 %
- Frischkäse
- 25 %
- Schnittholz
- 25 %
Unternehmensziele und politische Rhetorik
Die Spannungen weiteten sich auch auf die Luftfahrt- und Automobilsektoren aus. Am Montag drohte Präsident Donald Trump damit, den Verkauf von Flugzeugen des kanadischen Luftfahrtunternehmens Bombardier in den USA zu stoppen, falls das Unternehmen seine Produktion nicht über die Grenze verlagert.
KEIN VERKAUF VON BOMBARDIER MEHR IN DEN VEREINIGTEN STAATEN! Ihre Produkte sind nicht gut genug! Wenn sie unseren Markt wollen, müssen sie hier bauen und aufhören, Amerika wie ein 'Sparschwein' zu behandeln.
Bombardier entgegnete, dass das Unternehmen über 20 Standorte in den Vereinigten Staaten betreibe und etwa 3.500 amerikanische Arbeiter beschäftige. Flavio Volpe, Präsident des Automobilzuliefererverbandes APMA, fügte hinzu, dass Bombardier-Flugzeuge Triebwerke von General Electric und Honeywell verwenden, die in den USA hergestellt werden. Zudem bleibt eine bestehende US-Drohung bestehen, die Zölle auf kanadische Automobile ab dem 1. Januar von 25 % auf 50 % zu verdoppeln.
Bilaterale Handelsinteressen und stockende Diplomatie
Der Handelskonflikt bedroht grenzüberschreitende Ströme, bei denen Kanada fast 68 % seiner Gesamtexporte in die Vereinigten Staaten schickt, wobei zuvor etwa 80 % zollfrei im Rahmen des US-Mexiko-Kanada-Abkommens (USMCA) gehandelt wurden. Die USA wandten ihre August-Zölle unter einem Gesetz aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise an, das USMCA-Ausnahmen umgeht, während Trump es ablehnte, das Handelsabkommen um weitere zehn Jahre zu verlängern. Michael Harvey, Exekutivdirektor der Canadian Agri-Food Trade Alliance und Berater von Carney, beschrieb die Befürchtungen der Industrie angesichts der Konfrontation.
Was uns Sorgen macht, ist eine Eskalationsspirale.
Formelle Verhandlungen bleiben seit dem 21. August ausgesetzt, obwohl US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer und der kanadische Handelsminister Dominic LeBlanc in den letzten Tagen informelle Gespräche führten. Eine Umfrage von Reuters/Ipsos ergab, dass 20 % der Amerikaner die US-Zölle auf kanadische Waren befürworten, während kanadische Umfragen breite innenpolitische Unterstützung für Carneys Vergeltungspolitik zeigen.
