
Inhaftierter polnischer Journalist Leszek Kraskowski darf nach tagelanger Blockade endlich Anwalt treffen und schildert harte Haftbedingungen
Der investigative Journalist Leszek Kraskowski, der sich seit dem 9. Juni in Untersuchungshaft befindet, sprach am 12. Juni erstmals mit seinem Anwalt, nachdem ihm der Kontakt mehrere Tage verweigert worden war. Sein Rechtsbeistand berichtet, der Journalist sei voller Bettwanzenbisse und werde unter Höchstsicherheitsauflagen festgehalten.
Festnahme und Anklage
Leszek Kraskowski, ein investigativer Journalist, der durch die Enthüllung von Informationen bekannt wurde, die für den KO-Abgeordneten Roman Giertych (unter anderem im Zusammenhang mit der Polnord-Affäre) unangenehm waren, wurde am Dienstag, dem 9. Juni, in Prażmów festgenommen. Das Bezirksgericht in Piaseczno ordnete eine dreimonatige Untersuchungshaft an. Die Bezirksstaatsanwaltschaft in Piaseczno wirft ihm die Abgabe einer strafbaren Drohung sowie den unerlaubten Besitz einer Gaspistole und Munition ohne Erlaubnis vor.
Leszek floh vor Menschen, die er für Schläger hielt. Die Zivilbeamten waren tätowiert. Mein Mandant unternahm einen verzweifelten Versuch, an einen Ort mit Kameras zu fahren, um Hilfe zu suchen.
Nach Angaben seines Verteidigers zeigte Kraskowski die Waffe nur in einer Verzweiflungstat aus Angst um sein eigenes Leben, nicht um die Beamten zu bedrohen. Der Journalist bestreitet, eine Droh-E-Mail an den Bezirkspolizeikommandanten geschickt zu haben, und war bereit, unter strafrechtlicher Verantwortung als Zeuge auszusagen.
Blockierter Zugang zu Rechtsbeistand
Fünf Tage nach seiner Festnahme wurde Kraskowski ohne Kontakt zu seinem Anwalt Łukasz Pawelski festgehalten. Der Rechtsanwalt erklärte, er habe wiederholt bei der Staatsanwaltschaft und der Untersuchungshaftanstalt im Warschauer Stadtteil Białołęka angerufen und die Situation als Behinderung des Zugangs zu seinem Mandanten betrachtet. Ab dem Zeitpunkt seiner Festnahme, der im Protokoll vermerkt ist, verlangte Kraskowski Kontakt zu seinem Verteidiger. Der Zugang wurde schließlich am 12. Juni gewährt.
Leszek Kraskowski sagte mir, er habe nicht geglaubt, dass ich ihn im Stich lassen würde, und vermutete, dass ich absichtlich von den Verfahren ferngehalten werde.
Haftbedingungen und Gesundheitszustand
Pawelski bezeichnete die Bedingungen, unter denen Kraskowski festgehalten wird, als skandalös. Der Journalist wurde in kurzen Hosen und einem leichten Hemd festgenommen. Trotz ungünstigen Wetters wurde er ohne angemessene Kleidung zum Spaziergang geführt. Erst nach der Intervention seines Anwalts erhielt er Hosen, Socken bekam er von einem Mitgefangenen.
Er ist schwer von Bettwanzen gebissen; er hat mir die Spuren am ganzen Körper gezeigt.
Kraskowski wurde der Status eines gefährlichen Häftlings zugewiesen, der strenge Sicherheitsmaßnahmen mit sich bringt, die normalerweise den schwersten Straftätern und Terroristen vorbehalten sind. Wenn er zum Badehaus geht, muss er gefesselt und an der Tür des Badehauses wieder entfesselt werden. Das gleiche Verfahren gilt beim Betreten des Hofes.
Reaktion und Entschlossenheit
Kraskowski bat seinen Anwalt, allen, die ihn verteidigt haben, herzlich zu danken. Laut Pawelski ist der Journalist noch entschlossener, seine investigative Arbeit fortzusetzen. Die Festnahme hat eine erhebliche Reaktion aus Journalistenkreisen, Oppositionspolitikern und Anwälten ausgelöst, die alle mehr Transparenz von der Staatsanwaltschaft hinsichtlich der rechtlichen Grundlagen für Durchsuchungen, Festnahme und Anklage fordern.
Angefangen damit, dass ein Anwalt keinen Kontakt zu seinem Mandanten hat, das ist Barbarei. Absolute Barbarei, das muss man sagen.
Auch politische Reaktionen gab es. Marek Formela, Chefredakteur der Gazeta Gdańska, bezeichnete die Angelegenheit in der Sendung „Salon Dziennikarski“ als einen großen politischen Fehler, den Donald Tusk kürzlich mit seiner eigenen Person gegengezeichnet habe.
- Kraskowski in Prażmów festgenommen, nachdem er auf einer Polizeistation Hilfe suchte; das Bezirksgericht Piaseczno ordnet dreimonatige Untersuchungshaft an.
- Anklage erhoben: strafbare Drohung und unerlaubter Besitz einer Gaspistole und Munition ohne Erlaubnis.
- Kraskowski verlangt im Festnahmeprotokoll Kontakt zu seinem Verteidiger; Zugang wird blockiert.
- Anwalt Łukasz Pawelski erhält endlich Zugang zu seinem Mandanten in der Untersuchungshaftanstalt Warschau-Białołęka.
- Pawelski berichtet, Kraskowski sei schwer von Bettwanzen gebissen und werde unter dem Protokoll für gefährliche Häftlinge festgehalten.
- Kraskowski dankt über seinen Anwalt den Unterstützern und erklärt, er sei noch entschlossener, seine journalistische Arbeit fortzusetzen.

