
Spanien stellt Steuerrabatte auf Kraftstoff nach Iran-Krieg ein und verschafft Elektroautos Preisvorteil
Die Mehrwertsteuersenkung auf Benzin und Diesel läuft am 1. Juli aus, während eine neue befristete Kürzung der Kohlenwasserstoffsteuer Monat für Monat schrumpft, bis sie im Oktober verschwindet. Berufskraftfahrer behalten einen Pauschalrabatt von 20 Cent, und eine Rückfallklausel schützt vor erneuten Preisschocks.
Das spanische Kabinett hat am Montag ein Dekret verabschiedet, das den geordneten Rückzug der pauschalen Kraftstoffsubventionen einleitet, die während des Iran-Krieges eingeführt wurden, und gleichzeitig neue Maßnahmen zur Unterstützung der Elektrifizierung und zum Schutz der am stärksten betroffenen Sektoren ergreift.
Was sich an der Zapfsäule ändert
Ab dem 1. Juli steigt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 10 % auf Benzin, Diesel und Biokraftstoffe wieder auf den regulären Satz von 21 %, womit die wichtigste Entlastung, die seit März in Kraft war, endet. An ihre Stelle tritt eine gleitende Kürzung der Sonderkohlenwasserstoffsteuer: 15 Cent pro Liter im Juli, 10 Cent im August und 5 Cent im September. Ab Oktober gilt kein Rabatt mehr. Vizepräsident und Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo sagte, die Staffelung solle „die Kosten für Benzin und Diesel weiter entlasten und wir werden sie an die Normalisierung der Rohölpreise anpassen, damit es keinen Sprung gibt“.
- Mehrwertsteuer steigt auf 21%; Kürzung der Sonderkohlenwasserstoffsteuer um 15 Cent/Liter beginnt.
- Kürzung der Kohlenwasserstoffsteuer auf 10 Cent/Liter reduziert.
- Kürzung der Kohlenwasserstoffsteuer auf 5 Cent/Liter reduziert.
- Kürzung der Kohlenwasserstoffsteuer endet vollständig; nur noch Berufsrabatte bleiben.
Die elektrische Lücke wird größer
Die Regierung argumentiert, dass das Auslaufen der Mehrwertsteuersenkung bei relativ stabilen Stromgroßhandelspreisen den Kostenvorteil von Elektrofahrzeugen vergrößert. Benzin kostete letzte Woche im Durchschnitt 1,46 Euro pro Liter, ein Rückgang um 6,8 % gegenüber dem Vormonat, und Diesel 1,538 Euro nach einem Rückgang um 8,7 %. Der fiskalische Rückzug bedeutet jedoch, dass die Autofahrer nicht den vollen Nutzen der fallenden internationalen Ölpreise sehen werden, während die Kosten für das Laden von Elektrofahrzeugen begrenzt bleiben. Das Ministerium für den ökologischen Wandel hat auch eine schrittweise Abschaffung der Steuer auf die Stromerzeugung durchgesetzt: von 5 % in diesem Jahr auf 3,5 % im Jahr 2027 und auf null im Jahr 2028.
Schutz für Berufsgruppen und ein Sicherheitsknopf
Landwirte, Fischer und Spediteure behalten einen pauschalen Rabatt von 20 Cent pro Liter, unverändert aus dem ersten Krisenpaket. Weitere 165 Millionen Euro werden für den Kauf von Düngemitteln vor der Herbstaussaat bereitgestellt. Sollte der Konflikt erneut aufflammen und die jährliche Inflation der Zapfsäulenpreise 15 % übersteigen, stellt eine Wiedereinsetzungsklausel automatisch einen Rabatt von 20 Cent für alle Haushalte wieder her; das gleiche Sicherheitsnetz gilt für Strom und Gas.
Sonderregelung für die Kanarischen Inseln und Zapfsäulen-Wächter
Da die Kanarischen Inseln ihre eigene indirekte Steuer (IGIC) anstelle der Mehrwertsteuer anwenden, haben die Zentralregierung und die Regionalregierung unter Fernando Clavijo zusätzliche Ausgleichszahlungen vereinbart, die 20 Millionen Euro übersteigen könnten. Das Dekret gibt der Wettbewerbsbehörde CNMC die Befugnis, eine schwarze Liste von Tankstellen zu veröffentlichen, die den Rabatt nicht an die Verbraucher weitergeben.
Der politische und wirtschaftliche Hintergrund
Das neue Paket wird für 2026 auf 1,825 Milliarden Euro veranschlagt, zusätzlich zu 2,7 Milliarden Euro aus der Abschaffung der Stromerzeugungssteuer. Cuerpo betonte, dass die Unsicherheit zwar abgenommen habe, die Energiepreise jedoch „für eine Weile über dem Vorkriegsniveau bleiben werden“. Das nationale Statistikamt INE meldete, dass die Gesamtinflation im Juni zum dritten Mal in Folge bei 3,2 % lag, gestützt durch die vorangegangenen Hilfsrunden.

