
Ermittlungen gegen Kreta-Mafia ausgeweitet: Drei Polizisten, ein Rechtsmediziner und ein Toxikologe unter 20 neuen Verdächtigen
Die griechische Polizei hat 20 weitere Verdächtige in den laufenden Ermittlungen gegen ein kriminelles Netzwerk benannt, das im vergangenen Jahr in Chania zerschlagen wurde, darunter drei aktive Polizisten, ein Gerichtsmediziner und ein Toxikologe.
Die erste Zerschlagung
Eine großangelegte Polizeioperation am 2. September 2025 in Chania führte zu 49 Festnahmen und einer Anklageschrift gegen 90 Personen wegen Straftaten wie Drogen- und Waffenhandel, Erpressung, Brandstiftung und Körperverletzung auf ganz Kreta. Mehrere führende Mitglieder des vielschichtigen Netzwerks wurden nach der Razzia in Untersuchungshaft genommen.
Die Ermittlungen weiten sich aus
In den Monaten nach der Zerschlagung meldeten sich Bürger, die behaupteten, Opfer von Erpressung oder anderen Straftaten der Gruppe gewesen zu sein, und gaben den Ermittlungen neuen Auftrieb. Am 25. Juli 2026 gab die Unterdirektion für Kriminalermittlungen und -aufklärung in Chania bekannt, dass weitere 20 Personen als Mitglieder desselben Netzwerks identifiziert worden seien. Zu den neuen Verdächtigen gehören drei Polizisten, ein Rechtsmediziner, ein Toxikologieprofessor sowie Verwaltungspersonal öffentlicher Einrichtungen.
Bei organisierter Kriminalität gibt es nicht nur die Spitze des Eisbergs. Unter der Oberfläche verbirgt sich oft ein Netzwerk von Synergien und Interessen, das weit über die direkt Beteiligten hinausreicht.
Die Ermittlungen erstrecken sich nun weit über Drogen- und Waffenhandel hinaus. Die aktualisierte Anklageschrift umfasst Erpressung, Bestechung, Brandstiftung, Körperverletzung, Einmischung in öffentliche Dienstleistungen und die Ausstellung falscher wissenschaftlicher Gutachten.
Eindringen in den Staat
Polizeichefs erklärten, die Organisation habe es geschafft, in kritische staatliche Strukturen und Strafverfolgungsbehörden einzudringen. Die drei Beamten werden beschuldigt, in unterschiedlichem Maße Informationen und Deckung an Netzwerkmitglieder weitergegeben zu haben. Ein Beamter soll ein Gangmitglied damit beauftragt haben, persönliche Rechnungen zu begleichen, unter anderem durch Körperverletzung an Dritten. Ein anderer wird verdächtigt, einem Mitglied der Gruppe direkt Drogen übergeben zu haben.
Brigadegeneral Kanellos Nikolaou, Direktor der Polizeidirektion Chania, beschrieb, wie die ersten Ermittlungen ergeben hatten, dass die einzelnen Untergruppen nicht unabhängig voneinander operierten. Ihre Anführer arbeiteten als „kommunizierende Röhren“ zusammen und verfolgten ein einziges Ziel: illegalen finanziellen Gewinn. Die fortgesetzten Ermittlungen bestätigten, dass die Untergruppen als einheitliches Gebilde Anweisungen erhielten und ausführten. Mindestens 357 Drogengeschäfte wurden dokumentiert.
Gefälschte Wissenschaft zu verkaufen
Der Rechtsmediziner und der Toxikologe wurden wegen acht Straftaten an die Staatsanwaltschaft und die Ermittlungsbehörden überstellt. Nach Angaben der Polizei haben sie wissenschaftlich unbegründete oder schlicht falsche Berichte und Gutachten erstellt oder zu erstellen versucht, um den Verfahrensstatus Dritter zu ändern, und zwar im Austausch gegen illegale Zahlungen.
- 49 Festnahmen, 90 Personen angeklagt bei erster Operation
- 20 weitere Verdächtige identifiziert, darunter Polizisten, ein Gerichtsmediziner und ein Toxikologe
Das Gesetz gilt gleichermaßen für alle, keine Position gewährt Immunität, und die Polizei steht konsequent und entschlossen an der Seite der Bürger.
Ein Polizeisprecher, Generalmajor Georgios Doukis, gratulierte öffentlich der Polizei von Chania zu dem, was er als professionelle und methodische Ermittlungen bezeichnete, die die griechische Polizei ehren und das Vertrauen der Öffentlichkeit stärken.
