Felipe VI. ruft Katalonien, Valencia, die Balearen und Aragón im Kloster Poblet zur Zusammenarbeit auf
Die erste Sitzung des Patronats des Klosters Poblet seit 15 Jahren wurde am 15. Oktober 2026 von König Felipe VI. geleitet, am 35. Jahrestag der Aufnahme der Stätte in die UNESCO-Liste. Aragóns Jorge Azcón schlug ab 2027 jährlich rotierende Treffen vor.
Eine erste Patronatssitzung seit 15 Jahren
König Felipe VI. hat am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026, den Vorsitz des Patronats des Königlichen Klosters Poblet in Vimbodí i Poblet in der Provinz Tarragona geführt. Es war die erste Sitzung des Gremiums seit 15 Jahren; die vorangegangene hatte 2011 unter Artur Mas stattgefunden. Die Sitzung begann kurz nach 11.10 Uhr und fiel mit dem 35. Jahrestag der Erklärung Poblets zum UNESCO-Welterbe zusammen. Anwesend waren Kulturminister Ernest Urtasun, der katalanische Präsident Salvador Illa, der valencianische Präsident Juanfran Pérez Llorca, die balearische Präsidentin Marga Prohens, der aragonesische Präsident Jorge Azcón, Abt Rafael Barruè und der Delegierte der Zentralregierung in Katalonien, Carlos Prieto.
- Vorherige Patronatssitzung unter Artur Mas
- Beginn der Patronatssitzung im Kloster
- Vier Regionalpräsidenten legen einen Lorbeerkranz am Grab von Jaume I. nieder
Zusammenarbeit und gemeinsames Erbe
Der König bat die vier Gemeinschaften, das beträchtliche Kooperationspotenzial zwischen ihren Territorien zu nutzen, das sich seiner Ansicht nach auch darin zeigt, wie das Kloster erhalten und verwaltet wird. Er sagte dem Patronat, Katalonien, Valencia, die Balearen und Aragón teilten in mehreren Bereichen gemeinsame Herausforderungen, und das Erbe könne als Anlass dienen, Ideen auszutauschen. Er erinnerte daran, dass Poblet einst ein Punkt der Einheit für die Territorien der Krone von Aragón gewesen sei, eine "Knoten- und Kooperationsstruktur", die vorweggenommen habe, was heute Netzwerke genannt werde.
Ich ermutige Sie als Patronat, diesem ganzen Geflecht von Beziehungen und gemeinsamen Interessen Kontinuität zu verleihen, das zu seiner Zeit das Herzstück dieses Monuments war.
Pérez Llorca bezeichnete das gemeinsame Erbe der Krone von Aragón als historische Realität, ohne die das heutige autonome Spanien nicht zu denken sei. Er verknüpfte es mit der Gründung des Königreichs Valencia durch Jaume I. und sagte, seine Gemeinschaft wolle mit eigener Stimme zum autonomen Modell Spaniens beitragen. Zudem nannte er Brandverhütung, Katastrophenschutz und die kantabrischen und mediterranen Korridore als Bereiche, in denen der Dialog helfen könne.
Ein rotierendes Treffen ab 2027
Azcón schlug vor, dass sich die vier Territorien der ehemaligen Krone von Aragón künftig jedes Jahr an wechselnden Orten treffen, erstmals 2027 in Aragón, und bot an, das nächste Treffen auszurichten. Er begründete den Vorschlag damit, die an diesem Tag bekundete Dialogbereitschaft lebendig zu halten.
Angesichts des Streits suchen wir den Dialog. Angesichts von Lärm und Uneinigkeit setzen wir uns für Toleranz, Solidarität und gute Nachbarschaft ein.
Azcón dankte der Generalitat de Catalunya für ihre Unterstützung des Tages und dafür, die Erinnerung an das Kloster wieder wachgerufen zu haben. Die Bilder von Sijena, deren Rückgabe an Aragón das MNAC erwartet wird, erwähnte er nicht ausdrücklich. eldiario.es erinnerte an seine früheren Auseinandersetzungen mit Katalonien über das Amnestiegesetz, die Sijena-Bestände und einen in Teruel untergebrachten minderjährigen Migranten.
Forderungen nach einem eigenen Gesetz und einem Forum
Abt Rafael Barruè bat öffentlich um ein eigenes Gesetz für Poblet nach dem Vorbild der Regelung für Montserrat, um das Kloster zu fördern und zu schützen. Salvador Illa schlug die Schaffung eines "Fórum de Poblet" als Raum für die gegenseitige Zusammenarbeit der Territorien vor. Ernest Urtasun bat den König, das Kloster neu zu beleben. Zusammen rücken diese Vorschläge die Debatte von der Symbolik hin zur Governance, wobei keiner von ihnen als angenommen bezeichnet wurde.
Zeremonie an der königlichen Grablege
Nach der Patronatssitzung legten die vier Regionalpräsidenten Pérez Llorca, Illa, Azcón und Prohens nach Angaben der Generalitat einen Lorbeerkranz am Grab von Jaume I. nieder. Die kleine Zeremonie, an der auch der Abt teilnahm, markierte den 750. Todestag des Königs, der das frühere Königreich Valencia gründete. In der königlichen Grablege ruhen auch die sterblichen Überreste von Pere el Cerimoniós, Alfonso el Casto, Juan I el Cazador, Martín el Humano, Fernando de Antequera, Alfonso el Magnánimo und Juan II. sowie mehrerer ihrer Ehefrauen.

