KI-generiert·Mehr erfahren
© stern.de
Konflikte·vor 2 Std.

Rubio teilt Senat mit: Irans oberster Führer lebt und wird „zunehmend aktiver“, während Atomgespräche stocken

US-Außenminister Marco Rubio teilte dem Senatsausschuss für Auswärtige Beziehungen am Dienstag mit, dass der oberste Führer Mojtaba Khamenei lebe und eine wachsende Rolle in der Führung Irans übernehme, selbst während die indirekten Verhandlungen zur Beendigung des Nahost-Krieges weiterhin feststecken.

Der Status des obersten Führers

Monatelang war der Gesundheitszustand des neuen obersten Führers Irans Gegenstand von Spekulationen. Mojtaba Khamenei folgte seinem Vater Ali Khamenei am 8. März nach, nachdem der ältere Führer bei US-israelischen Angriffen am 28. Februar, dem ersten Kriegstag, getötet worden war. Der jüngere Khamenei wurde bei demselben Bombardement selbst verwundet und erlitt nach Angaben der iranischen Regierung „oberflächliche Verletzungen“. Seitdem ist er nicht mehr öffentlich aufgetreten. Seine gesamte Kommunikation erfolgte schriftlich und über Mittelsmänner.

Am Dienstag legte Marco Rubio die bislang detaillierteste US-Einschätzung vor. „Ich denke, es gibt Anzeichen, die zeigen, dass er auf einer bestimmten Ebene immer mehr eingebunden wird, auch wenn seine gesamte Kommunikation schriftlich und über Dritte erfolgte“, sagte Rubio vor dem Ausschuss. Er fügte hinzu, er habe den Führer nicht in der Öffentlichkeit gesehen und stelle sich vor, dass es angesichts dessen, was vielen Regimegrößen widerfahren sei, intern nicht empfohlen werde, sehr sichtbar zu sein.

Ich denke, es gibt Anzeichen, die zeigen, dass er auf einer bestimmten Ebene immer mehr eingebunden wird, auch wenn seine gesamte Kommunikation schriftlich und über Dritte erfolgte.

Rubios Äußerungen schienen darauf abzuzielen, klarzustellen, mit wem Washington tatsächlich verhandelt. Seit Beginn der Gespräche herrschte Unklarheit darüber, ob der oberste Führer der wahre Gesprächspartner sei oder ob mehrere Fraktionen in der Islamischen Republik um die Macht konkurrierten. Dass es sich um den Sohn und Erben des verstorbenen Ali Khamenei handelt, für den ein dreitägiges öffentliches Begräbnis geplant wird, kläre das Terrain für die Aufrechterhaltung der Kontakte, deutete Rubio an.

Die Atomverhandlungen

Die indirekten Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und Iran zur Beendigung des Krieges stocken seit mehreren Wochen. Iran kündigte am Montag eine Pause an und verwies auf die israelische Offensive im Libanon. Am Dienstag widersprach Präsident Donald Trump Berichten, wonach Iran den Kontakt abgebrochen habe, und schrieb auf Truth Social, die Gespräche fänden „ständig“ statt.

Man weiß nie, wohin die Verhandlungen führen, aber ich habe Iran gesagt: Es ist Zeit für euch, einen Deal zu machen, so oder so!

Rubio äußerte weiterhin Hoffnung auf eine Einigung, nannte jedoch keinen Zeitplan. Ein Deal könne „morgen, heute Nachmittag oder nächste Woche“ zustande kommen, sagte er. Er stellte fest, dass Iran zugestimmt habe, über Aspekte seines Atomprogramms zu verhandeln, die es noch vor einem Monat oder einem Jahr abgelehnt habe, überhaupt zu erörtern. Er warnte jedoch, dass dies keine akzeptable endgültige Einigung garantiere.

Schlüsseldaten im US-iranischen Konflikt und den Verhandlungen
  1. USA und Israel starten gemeinsame Angriffe auf Iran; Ali Khamenei getötet, Mojtaba Khamenei verwundet
  2. Mojtaba Khamenei zum obersten Führer Irans ernannt
  3. Khamenei gibt kriegerische schriftliche Erklärung ab: ‚Tod Israel, Tod Amerika‘
  4. Iran kündigt Verhandlungspause mit Verweis auf israelische Offensive im Libanon an
  5. Rubio sagt vor Senat aus: Khamenei lebt und ist zunehmend eingebunden; Trump sagt, Gespräche dauern an

Straße von Hormus und Sanktionen

Rubio knüpfte jede Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen direkt an ein Atomabkommen, nicht an eine umfassendere Sanktionslockerung. „Wenn sie die Straße von Hormus wieder öffnen, werden wir unsere Blockade aufheben“, sagte er. Die Meerenge, ein kritischer Engpass für den globalen Ölfluss, ist ein zentraler Streitpunkt in dem Konflikt.

Militärische Bewertung

Rubio gab eine offene Bewertung der Operation Epic Fury ab, der gemeinsamen US-israelischen Kampagne, die am 28. Februar gestartet wurde. Die Operation, so sagte er, habe ihre militärischen Ziele weitgehend erreicht: die erhebliche Reduzierung der iranischen Verteidigungsindustrie und die Schwächung ihres konventionellen Schutzschildes. Er räumte jedoch ein, dass Iran „immer noch viele Drohnen“ besitze. Das Eingeständnis war eine Erinnerung daran, dass die asymmetrischen Fähigkeiten Irans trotz der Zerstörung seiner militärischen Infrastruktur beträchtlich bleiben.

Das öffentliche Begräbnis

Nach Angaben iranischer Staatsmedien bereitet das Regime ein dreitägiges öffentliches Begräbnis für den verstorbenen Ali Khamenei vor, der im Alter von 86 Jahren getötet wurde. Der Vizepräsident des Stadtrats von Teheran, Amin Tavakolizadeh, sagte, die Zeremonie werde in Teheran, Qom und Maschhad stattfinden, mit einer 24-stündigen Veranstaltung in der Hauptstadt, wo die Behörden mit bis zu 20 Millionen Teilnehmern rechnen. Die Nachrichtenagentur IRNA deutete an, dass das Begräbnis Mitte Juni stattfinden werde, ohne ein Datum zu nennen.

Planung des Begräbnisses für Ali Khamenei
  1. Ali Khamenei im Alter von 86 Jahren bei US-israelischen Angriffen auf den Teheraner Komplex getötet
  2. Iran kündigt dreitägiges öffentliches Begräbnis in Teheran, Qom und Maschhad an; 24-stündige Zeremonie in der Hauptstadt
  3. Begräbnis soll laut IRNA stattfinden; Behörden bereiten sich auf bis zu 20 Millionen Teilnehmer vor

Kommunikationsverzögerungen

Rubio hob ein praktisches Hindernis in den Verhandlungen hervor: Iranische Beamte benötigen zwischen drei und fünf Tagen, um ein Update zu US-Vorschlägen zu übermitteln. Die Verzögerung, so sagte er, spiegele die extremen Sicherheitsmaßnahmen wider, unter denen die iranische Führung operiere, wobei die Führer im Verborgenen agierten und hochgesicherte Kommunikationskanäle nutzten, um nicht geortet zu werden. Am 26. Mai gab Mojtaba Khamenei über dieselben schriftlichen Kanäle eine Reihe von kriegerischen Erklärungen gegen Israel und die Vereinigten Staaten ab und bekräftigte die ideologische Feindseligkeit des Teheraner Regimes mit den traditionellen Parolen „Tod Israel“ und „Tod Amerika“.

Teheran · Washington · Qom · Maschhad

8 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft
Jerusalem · Washington, D.C. · Beirut · Tyrus