
Burnham drängt auf geschriebene Verfassung, während Labour-Kandidatin Bev Craig die Bürgermeisterwahl in Manchester gewinnt
Der Premierminister sagt, sein Dezentralisierungsprogramm stärke das Argument für kodifizierte Regeln, während Labour-Kandidatin Bev Craig die Bürgermeisterwahl in Manchester gewinnt.
Eine geschriebene Verfassung für das Vereinigte Königreich
Andy Burnham hat erklärt, sein Programm der Dezentralisierung stärke das Argument für eine geschriebene Verfassung – ein Schritt, der die jahrhundertealten Arbeitsweisen des britischen Staates grundlegend verändern würde. Der Premierminister, der sein Amt am 19. Juli antrat, argumentierte, dass das Fehlen eines kodifizierten Regelwerks im Vereinigten Königreich die Regionen entmachte und die Menschen dazu zwinge, „für Dinge zu kämpfen, die einfach grundlegend sind".
Es wird das Argument für eine Verfassung stärken, weil sich Großbritannien dadurch verändert, England verändert sich dadurch sicherlich.
Burnham hat eine solche Reform schon lange befürwortet. In seinem 2024 erschienenen Buch „Head North", das er gemeinsam mit dem Metro-Bürgermeister der Region Liverpool, Steve Rotheram, verfasste, bezeichnete er das politische System als „veraltet". Die Idee einer geschriebenen Verfassung fand frühe Unterstützung beim ehemaligen Labour-Premierminister Gordon Brown, doch eine fünfjährige parlamentarische Untersuchung kam 2015 zu dem Schluss, dass es keinen klaren Konsens zu diesem Thema gebe.
Das neue Regierungsmodell
Am Freitag, den 31. Juli, veröffentlichte Burnham einen Dezentralisierungsentwurf mit dem Titel „Das neue Regierungsmodell", der weit über frühere Vorschläge hinausgeht. Er verspricht englischen Bürgermeistern und lokalen Führungskräften ab 2028 einen Anteil an den Einkommensteuereinnahmen sowie mehr Kontrolle über Verkehr, Wohnungsbau, Innovation, lokale Energie, kulturelle Investitionen und öffentliche Dienstleistungen wie Polizei und Gesundheit. Das Dokument stellt Einrichtungen auf Abstand, darunter den Arts Council, Sport England, UK Research and Innovation und Homes England, auf die Probe, indem es ankündigt, dass lokale Führungskräfte weitaus mehr Einfluss auf deren Ausgaben haben werden. Bürgermeister erhalten zudem die Aufsicht über die Budgets für die Qualifizierung von 16- bis 19-Jährigen, und die Grenzen wichtiger öffentlicher Dienstleistungen werden an die Bürgermeisterbezirke angepasst, wobei stellvertretende Bürgermeister zu deren Überwachung ernannt werden.
Letztendlich, denke ich, beginnt es auf eine neue verfassungsrechtliche Ordnung hinzuweisen, insbesondere mit dem, worüber Steve und ich mit dieser Verpflichtung zu gleichwertigen Lebensstandards geschrieben haben.
Fiskalische Zentralisierung und Risiken
Das Vereinigte Königreich bleibt eines der am stärksten fiskalisch zentralisierten Länder der entwickelten Welt. Das Centre for Cities schätzt, dass derzeit nur 5 % der Steuereinnahmen bei den Bürgermeistern und lokalen Behörden verbleiben, verglichen mit 14 % in Frankreich und 22 % in Japan. Das Institute for Fiscal Studies berechnet, dass zwischen 6 % und 9 % der lokalen Einkommensteuereinnahmen ausreichen würden, um die zentralstaatlichen Zuschüsse, die die Bürgermeisterbehörden derzeit erhalten, vollständig zu ersetzen. Der Plan birgt jedoch das Risiko, regionale Ungleichheiten zu vergrößern: Die am schnellsten wachsenden Bürgermeisterbezirke wie London und Greater Manchester sind auch die wohlhabendsten, während Gebiete wie die West Midlands und South Yorkshire zurückbleiben.
- Vereinigtes Königreich
- 5 %
- Frankreich
- 14 %
- Japan
- 22 %
Expertenwarnung
Tim Bale, Professor für Politikwissenschaft an der Queen Mary University of London, sagte, die Einführung einer geschriebenen Verfassung wäre ein „gewaltiger Einschnitt" für das Vereinigte Königreich. Er wies darauf hin, dass die meisten Länder solche Dokumente historisch erst nach einer Revolution oder einem Krieg verabschiedeten, die das frühere Regime beseitigt oder delegitimiert hatten. Bale warnte, dass eine kodifizierte Verfassung „eine erhebliche Einschränkung der Exekutive darstellen" könnte, da sie grundlegende Regeln der Änderungsbefugnis des Parlaments entziehen würde. Es bleibt unklar, wie die Regierung bedeutende Verfassungsänderungen vorantreiben will, während sie gleichzeitig Burnhams Agenda zu Dezentralisierung, Sozialfürsorge und öffentlicher Kontrolle von Versorgungsunternehmen voranbringt.
Historisch gesehen haben die meisten Länder dies im Gefolge einer Revolution oder eines Krieges getan, die das frühere Regime beseitigt oder delegitimiert haben.
Bürgermeistertest in Manchester
In der ersten Wahlprüfung seit Burnhams Amtsantritt als Premierminister gewann Labour-Kandidatin Bev Craig die Bürgermeisterwahl in Manchester und trat damit Burnhams Nachfolge an. Der Economist bezeichnete das Ergebnis als bestandenen ersten Test für Burnham, während die Oppositionsparteien zu kämpfen hätten. Der Telegraph hingegen argumentierte, die neue Bürgermeisterin werde den Niedergang Manchesters nicht aufhalten, und nannte das Ergebnis „schlechte Nachrichten für die Menschen in Manchester und schlechte Nachrichten für Großbritannien". In Burnhams „Number 10 North"-Büro in Manchester, das eingerichtet wurde, um Entscheidungsprozesse von London wegzuverlagern, steht eine Statue von John Bright, einem Freihändler des 19. Jahrhunderts, dessen ursprünglichen „Manchesterismus" Burnham nun als Forderung nach mehr staatlicher Kontrolle über die Wirtschaft umdeutet.
- Andy Burnham wird Premierminister
- Burnham veröffentlicht Dezentralisierungsentwurf „Das neue Regierungsmodell"
- Burnham sagt, Dezentralisierung stärke Argument für geschriebene Verfassung
- Labour-Kandidatin Bev Craig gewinnt Bürgermeisterwahl in Manchester


