
Krakau feiert 125 Jahre elektrische Straßenbahnen mit Stadtparade historischer und moderner Wagen
Krakau veranstaltete am 20. September 2026 eine öffentliche Parade historischer und moderner Fahrzeuge, um 125 Jahre elektrischen Straßenbahnbetrieb zu feiern, wobei eine geplante Fahrt auf der noch nicht eröffneten Strecke nach Mistrzejowice ausfiel.
Fahrzeugkorso durch die Innenstadt
Am Sonntag, den 20. September 2026, veranstaltete Krakau eine städtische Parade mit historischen und modernen Fahrzeugen zum 125-jährigen Bestehen des elektrischen Straßenbahnnetzes der Stadt. Der Konvoi der Straßenbahnwagen startete um 11:00 Uhr vom Straßenbahndepot Podgórze in der Brożka-Straße 3. Vom Depot aus bewegten sich die Fahrzeuge auf einer festgelegten Route durch das Stadtzentrum zum Straßenbahndepot Nowa Huta in der Ujastek-Straße 12. Der Weg des Korsos führte die Straßenbahnen entlang der Wadowicka-Straße, Kalwaryjska-Straße, Krakowska-Straße, Stradomska-Straße, św. Gertrudy-Straße, Westerplatte-Straße, Lubicz-Straße, Mogilska-Straße und der Aleja Jana Pawła II. Anschließend fuhren die Fahrzeuge durch den Plac Centralny und die Aleja Solidarności, bevor sie ihr Ziel am Depot Nowa Huta erreichten und die Sammlung den Anwohnern, Touristen und Nahverkehrsbegeisterten präsentierten.
- Parade aufgrund sehr hoher Sommertemperaturen verschoben
- Parade startet vom Straßenbahndepot Podgórze
- Ausgewiesener Einstiegspunkt für Fahrgäste entlang der Paradestrecke
- Parade endet mit ganztägiger Fahrzeugausstellung und Feierlichkeiten
Verschiebung und das Scheitern der Mistrzejowice-Strecke
Die Jubiläumsparade war ursprünglich für Juni 2026 geplant, doch die Organisatoren verlegten die Veranstaltung aufgrund der sehr hohen Sommertemperaturen auf September. Die Verkehrsbehörden hatten beabsichtigt, das Jubiläum zu nutzen, um die neu gebaute Straßenbahnstrecke nach Mistrzejowice zu testen, indem sie Journalisten in einer der teilnehmenden Straßenbahnen mitnahmen. Ein technischer Defekt an der Infrastruktur verhinderte, dass die Strecke nach Mistrzejowice rechtzeitig zur Veranstaltung eröffnet werden konnte. Da die Strecke geschlossen blieb, musste der Straßenbahnkorso das neue Teilstück vollständig umfahren und direkt entlang des normalen Verkehrskorridors weiterfahren. Fahrgäste, die an der Fahrt teilnehmen wollten, durften vor der Abfahrt im Depot Podgórze in die Fahrzeuge einsteigen; entlang der aktiven Strecke gab es am Rondo Mogilskie eine einzige ausgewiesene Einstiegsmöglichkeit.
Historische Fahrzeuge und europäische Herkunft
Die Veranstaltung vereinte Fahrzeuge aus verschiedenen Epochen des Nahverkehrs, darunter die ältesten Wagen aus der Sammlung des Miejskie Przedsiębiorstwo Komunikacyjne (MPK). Zu den frühesten betriebsfähigen Modellen gehörte der SN1-Wagen, bei den Einwohnern und Nahverkehrsfans allgemein als „Gracówka“ bekannt, sowie die Wagen SN2, SN3 und SN4. Der Korso umfasste auch einen einzigartigen LOWA-Anhängerwagen, den MPK bereits Anfang 2026 der Öffentlichkeit vorgestellt hatte, sowie mehrere Wagen, die für die Sommerferienzeit aus anderen polnischen Städten und Regionen ausgeliehen wurden. Die Organisatoren wiesen darauf hin, dass die Teilnahme an der Parade die einzige Gelegenheit für Fahrgäste sei, Fahrzeuge aus einer so großen Vielfalt an Herkunftsorten an einem Ort zu erleben. Der Sprecher der MPK Krakau, Marek Gancarczyk, erläuterte die geografische Bandbreite der teilnehmenden Fahrzeuge.
Es wird möglich sein, mit Straßenbahnen aus fast ganz Polen und mehreren europäischen Städten zu fahren: Krakau, Warschau, Posen, Breslau, Danzig, Schlesien, Nürnberg, Wien und Düsseldorf.
Depotausstellungen und Meilenstein der städtischen Wasserversorgung
Nach der Ankunft im Straßenbahndepot Nowa Huta in der Ujastek-Straße wurden die Fahrzeuge im Rahmen eines ganztägigen Programms mit Attraktionen und Präsentationen des MPK-Fuhrparks ausgestellt. Vertreter des städtischen Wasserwerks Wodociągi Miasta Krakowa nahmen in traditionellen Kostümen aus der Frühzeit ihres Unternehmens an der Parade teil. Das Wasserwerk beteiligte sich an der Veranstaltung, um an die gemeinsame Gründungszeit zu erinnern, da das städtische Wassersystem von Krakau ebenfalls vor 125 Jahren seinen Betrieb aufnahm. Das doppelte Jubiläum brachte städtische Mitarbeiter, Anwohner, Touristen und Nahverkehrsbegeisterte im gesamten städtischen Verkehrsnetz zusammen.

