
Italien und Spanien verlängern gegenseitige Luft- und Seegrenzkontrollen um 15 Tage
Rom und Madrid haben die Luft- und Seegrenzkontrollen für Reisende aus dem jeweils anderen Hoheitsgebiet verlängert und berufen sich dabei auf Sicherheitsbedenken nach dem Migrationsdruck in Ceuta.
Verlängerung der italienischen Grenzkontrollen
Der italienische Innenminister Matteo Piantedosi gab am 15. September bekannt, dass Rom die Aussetzung der Schengen-Regeln für Ankünfte aus Spanien um weitere 15 Tage verlängert hat. Die Maßnahme sieht weiterhin gezielte Polizeikontrollen an Luft- und See-Einreisepunkten für Passagiere aus spanischen Häfen und Flughäfen vor. Die Entscheidung folgte einer morgendlichen Bewertung durch den Ausschuss für die Analyse von Einwanderung und Grenzsicherheit, der zu dem Schluss kam, dass die Anforderungen der inneren Sicherheit die Kontrollen rechtfertigen. Das italienische Innenministerium teilte die Verlängerung formell durch offizielle Notizen mit, die an die Europäische Kommission und die Innenminister der Europäischen Union gesandt wurden. Die italienischen Behörden verwiesen auf anhaltende Bedenken hinsichtlich der inneren Sicherheit sowie mögliche Risiken einer terroristischen Infiltration.
Außenminister Antonio Tajani erklärte, dass sich die Entscheidung auf Grenzsicherheit und nicht auf politische Konfrontation konzentriere.
Es ist keine Haltung gegen irgendjemanden, es ist keine politische Position. Unser Problem ist die Gewährleistung der inneren Sicherheit und der Grenzen.
Spanische diplomatische Reaktion
Der spanische Außenminister José Manuel Albares wies die Rechtfertigungen Roms in einer Rede im spanischen Senat zurück und bezeichnete die Politik als Angriff auf die europäische Solidarität. Albares wies darauf hin, dass Italien derzeit die doppelte Anzahl irregulärer Migrantenankünfte im Vergleich zu Spanien verzeichnet. Er erinnerte daran, dass Madrid während der Ankünfte auf Lampedusa 2023 keine Reisekontrollen verhängt habe, sondern Spanien stattdessen Migranten in sein eigenes Hoheitsgebiet umgesiedelt habe, um Rom zu helfen. Albares appellierte auch an die oppositionellen Parteien im Inland und bat die Volkspartei und Vox, bei ihren italienischen Verbündeten Forza Italia und Brüder Italiens zu intervenieren.
Es ist absurd, es ist nutzlos und es ist eine Schande, weil es den Geist, die Philosophie dessen untergräbt, was es bedeutet, europäische Partner zu sein.
Ursprung des Ceuta-Streits
Die bilaterale Reibung entstand nach der Migrationskrise in der spanischen nordafrikanischen Exklave Ceuta Ende Juli 2026. Italien führte am 1. August erstmals Luft- und Seegrenzkontrollen für 30 Tage ein, die Rom vor der Entscheidung am Dienstag bereits um 15 Tage verlängert hatte. Spanien führte am 8. August eigene stichprobenartige Kontrollen bei Ankünften aus Italien ein, zunächst für einen Monat, später bis zum 23. September verlängert. Nach Roms jüngstem Schritt verlängerten die spanischen Behörden Madrids Gegenmaßnahmen bis zum 8. Oktober. Madrid und italienische Oppositionsabgeordnete kritisierten die italienischen Beschränkungen mit der Begründung, Italien habe keine Landgrenze zu Spanien und Reisende, die Ceuta verließen, würden bereits den üblichen Dokumentenkontrollen der Europäischen Union unterzogen.
- Italien führt 30-tägige Luft- und Seegrenzkontrollen für Ankünfte aus Spanien ein.
- Spanien führt gegenseitige stichprobenartige Kontrollen für Ankünfte aus Italien ein.
- Italien und Spanien verlängern gegenseitige Reisekontrollen um 15 Tage.
- Die verlängerte Grenzkontrollmaßnahme Spaniens soll enden.
Europäischer Rechtsrahmen
Die Regeln der Europäischen Union erlauben den Mitgliedstaaten, als letztes Mittel unter außergewöhnlichen Umständen wieder Grenzkontrollen an den Binnengrenzen einzuführen, wobei alle Maßnahmen zeitlich streng begrenzt bleiben müssen. Rom begründete die fortgesetzten Beschränkungen mit der Lage in Ceuta, wo die örtlichen Behörden nach den Ereignissen im Juli Tausende von gestrandeten Migranten meldeten. Nichtregierungsorganisationen verzeichneten, dass über 140 Menschen bei Grenzübertrittsversuchen starben, während italienische Beamte erklärten, dass mehrere festgenommene Personen zuvor aus europäischen Ländern wegen Straftaten im Zusammenhang mit internationalem Terrorismus ausgewiesen worden waren.


