
Italienische Wettbewerbsbehörde leitet Untersuchung gegen Microsoft wegen KI-bedingter Preiserhöhung bei 365 ein
Die italienische Wettbewerbsbehörde hat ein Verfahren gegen Microsoft eingeleitet, weil das Unternehmen Verbraucher angeblich nicht klar über eine Preiserhöhung im Zusammenhang mit den KI-Funktionen Copilot und Designer informiert und sie ohne ausdrückliche Zustimmung in teurere Abonnements umgestellt hat.
Die Vorwürfe
Die italienische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (AGCM) gab am 26. Juni 2026 bekannt, dass sie ein Verfahren gegen die Microsoft Ireland Operations Ltd. und die Microsoft S.r.l. wegen des Verdachts unlauterer Geschäftspraktiken eingeleitet hat. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Preiserhöhung für Microsoft 365-Abonnements, die das Unternehmen mit der Integration der KI-Dienste Copilot und Designer begründet hat. Nach Angaben der AGCM seien die Informationen über die Änderung fragmentiert dargestellt worden, ohne dass die Aufnahme von KI-Funktionen angemessen hervorgehoben worden sei.
Microsoft habe den Nutzern keine ausreichenden Informationen zur Verfügung gestellt, um die Änderungen des angebotenen Dienstes zu verstehen und folglich fundierte und bewusste Entscheidungen darüber zu treffen, ob sie die Vertragsverlängerung vornehmen oder nicht.
Die Aufsichtsbehörde behauptet weiter, dass Verbrauchern ein neuer, teurerer Abonnementplan als Standardoption aufgezwungen worden sei, der nur durch ein Widerspruchsrecht abgelehnt werden konnte. Die Behörde argumentiert, dass dieser Mechanismus den Verbrauchern eine echte Wahlmöglichkeit genommen habe.
Behördliche Maßnahmen
Beamte der AGCM führten, unterstützt von der Spezialeinheit für Kartellrecht der Guardia di Finanza, Inspektionen in den Räumlichkeiten der untersuchten Unternehmen durch. Das Verfahren wird prüfen, ob Microsoft gegen das Verbrauchergesetzbuch hinsichtlich Transparenz und Fairness bei Geschäftspraktiken verstoßen hat. Die Behörde erklärte, dass die gleiche Kommunikationsweise auch eine aggressive Geschäftspraxis darstellen würde, da sie die Verhandlungsautonomie der Verbraucher unangemessen eingeschränkt habe.
Die gleiche Kommunikationsweise würde auch eine aggressive Geschäftspraxis darstellen, da sie die Verhandlungsautonomie der Verbraucher unangemessen eingeschränkt habe.
Reaktion des Unternehmens
Microsoft hat über seine irische Niederlassung und seine italienische Tochtergesellschaft angekündigt, dass es während des Verfahrens mit der Behörde zusammenarbeiten werde. Weitere Einzelheiten zur konkreten Preiserhöhung oder zur Anzahl der betroffenen Abonnenten wurden nicht bekannt gegeben. Die Untersuchung befindet sich noch in einem frühen Stadium; es wurde noch kein formeller Verstoß festgestellt.


