Film & Medien · Rom und Florenz

Italiens Senat beschließt einstimmig die Kinoreform, neue Filmagentur soll 2028 starten

Der Gesetzentwurf wurde mit 123 Ja-Stimmen und ohne Gegenstimmen verabschiedet. Er aktualisiert das Kinogesetz von 2016 und schafft eine Filmagentur, die am 1. Januar 2028 ihre Arbeit aufnehmen soll.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Il Sole 24 ORE, La Repubblica.it, Adnkronos und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Rom, Florenz · Italien
Wie es dazu kam
  1. 2016Bisheriges Kinogesetz, das diese Reform zehn Jahre später aktualisiert
  2. September 2026Die Abgeordnetenkammer billigt den Gesetzentwurf
  3. 4.11.Der Senat gibt mit 123 Ja-Stimmen die einstimmige Schlusszustimmung
  4. 1.01.Geplanter Start der Agenzia per il cinema e l'audiovisivo

Die Schlussabstimmung im Senat

Der Senat gab am 4. November 2026 seine Schlusszustimmung zu dem Gesetzentwurf zum Kino, der mit 123 Ja-Stimmen und ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen verabschiedet wurde. Nach der Verkündung des Ergebnisses brach im Saal Applaus aus. Der Text blieb gegenüber der im September von der Abgeordnetenkammer gebilligten Fassung unverändert, sodass keine erneute Befassung der zweiten Kammer nötig war. Pupi Avati, der als Vater des Gesetzes gilt, verfolgte die Abstimmung von der Tribüne aus, gemeinsam mit seinem Bruder, dem Drehbuchautor Antonio Avati, und neben der Parteisekretärin der Demokratischen Partei, Elly Schlein, der Erstunterzeichnerin des Gesetzentwurfs. Die Reform aktualisiert den Rechtsrahmen zehn Jahre nach dem Kinogesetz von 2016 und umfasst Produktion, Verleih, Vorführung, Erhalt und den Schutz der Beschäftigten der Branche.

Agentur, Governance und Finanzierung

Die Reform schafft eine Agenzia per il cinema e l'audiovisivo, eine öffentliche Einrichtung ohne wirtschaftlichen Charakter mit eigener organisatorischer, finanzieller und verwaltungstechnischer Autonomie. Sie soll am 1. Januar 2028 ihre Arbeit aufnehmen und die operativen Aufgaben der Generaldirektion Kino des Kulturministeriums übernehmen, während die politische Steuerung, die strategische Aufsicht und die Kontrollen beim Ministerium bleiben. Zwei im Senatsausschuss angenommene Tagesordnungsanträge fordern eine Verschiebung des Starts auf 2029. Der Gesetzentwurf schafft zudem ein Forum von Sachverständigen mit sechzehn Mitgliedern, zur Hälfte aus Verbänden entsandt, das den Consiglio superiore ersetzt und ohne Vergütung tätig wird. Drei der fünf Mitglieder des Agenturvorstands werden von den Ministern für Kultur und Wirtschaft benannt, der Direktor wird vom Minister vorgeschlagen, sofern zwei Drittel der Kammern im Parlament zustimmen. Zu den Finanzen sagte Staatssekretärin Lucia Borgonzoni, die Regierung habe zugesagte Mittel wieder verfügbar gemacht.

„Wir werden dafür sorgen, dass dieses Gesetz die Branche in keiner Weise blockiert und dass die Durchführungsverordnungen so schnell wie möglich erlassen werden.“

Lucia Borgonzoni, Staatssekretärin für Kultur

Borgonzoni bezifferte die wieder verfügbar gemachten Summen auf 70 Millionen Euro für dieses Jahr und 150 Millionen für das kommende Jahr und erklärte, die Reform beruhe auf dem Anhören der Branche. Im Senatssaal gab sie dieses Versprechen zu den Verordnungen ab, als Antwort auf die Sorgen der Urheber.

Von der Regierung wieder verfügbar gemachte KinomittelMio. Euro
2026 (dieses Jahr)
70 Mio. Euro
2027 (nächstes Jahr)
150 Mio. Euro

Daten aus dem Artikeltext

Urheber und Produzenten wehren sich

Nicht alle Reaktionen waren positiv. Die Verbände der Urheber, Regisseure und Drehbuchautoren, die sich inzwischen in einem Coordinamento zusammengeschlossen haben, um mit einer Stimme zu sprechen, zeigten sich befremdet über die Entscheidung, sämtliche Änderungsanträge zurückzuziehen. Diese wurden in Tagesordnungsanträge umgewandelt, die die Regierung annahm, wodurch der Text unverändert aus der Kammer hervorgehen konnte. Das Coordinamento argumentierte, ein Rahmengesetz dürfe nicht aus der Zusammenstellung verschiedener Vorschläge entstehen und ungelöste Fragen nicht auf spätere Maßnahmen verschieben. Im Rahmen der Delegierung wird die Regierung die Branchenpolitik und die öffentliche Wirtschaftsförderung reformieren und dabei automatische und selektive Hilfen, Steueranreize und Zuschüsse ausbalancieren. Die Regierung hat zwei Jahre Zeit, um Anreize und Sozialsystem per Gesetzesdekret neu zu ordnen.

Politische Reaktionen

Kulturminister Alessandro Giuli sprach nach der Abstimmung bei einer Veranstaltung in Florenz mit Adnkronos und widmete den Tag dem Regisseur Tinto Brass, einem großen Meister, der gestorben war. Er würdigte einen gemeinsamen Weg von Mehrheit und Opposition und nannte das Ergebnis einen Meilenstein für die italienische Kultur.

„Ich danke dem Parlament für die Verabschiedung des Kinogesetzes in einem Klima einmütiger Eintracht.“

Alessandro Giuli, Italienischer Kulturminister

Federico Mollicone, Vorsitzender des Kulturausschusses der Abgeordnetenkammer für Fratelli d'Italia, lobte das überparteiliche Verfahren und die neuen Regeln zur künstlichen Intelligenz.

„Wir regeln, als eine der ersten in Europa, den Einsatz künstlicher Intelligenz, um menschliche Arbeit und Kreative zu schützen.“

Federico Mollicone, Vorsitzender des Kulturausschusses

Mollicone sagte zudem, die Agentur greife einen Vorschlag von Pupi Avati auf, der diesen Weg als Erster gefordert habe, und ein Beauftragter für Steuergutschriften werde die Anreize überwachen. Pupi Avati sagte auf der Tribüne gegenüber Il Messaggero, das Gesetz sei sein Werk.

Wie es weitergeht

Der Starttermin der Agentur, die Durchführungsverordnungen und die ersten Sitzungen des Forums sind die nächsten Schritte. Das Forum soll der gesamten Lieferkette, einschließlich des Video- und Videospielsektors, kostenlos eine direkte Stimme geben. Der Gesetzentwurf sieht außerdem eine Wiederbelebung von Cinecittà, ein hartes Vorgehen gegen Piraterie und einen nationalen Plan zur Wiedereröffnung und Renovierung von Kinos vor. Die Umsetzung hängt nun von diesen Verordnungen ab, und die Regierung muss sie bis zum Start der Agentur 2028 vorlegen.

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