Sicherheit · Istanbul
Chef der Istanbuler Börse wegen Fondsskandals in Untersuchungshaft
Korkmaz Enes Ergun, der abgesetzte Generaldirektor der Borsa Istanbul, ist wegen Bestechungsverdachts in Untersuchungshaft genommen worden, während sich die Ermittlungen gegen 131 liquidierte Investmentfonds ausweiten.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Handelsblatt, N-tv, Bloomberg Business und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Korkmaz Enes Ergun, der als Generaldirektor der Borsa Istanbul abgesetzt wurde, wurde am Samstag, 31. Oktober, festgenommen und wegen Bestechungsverdachts in Untersuchungshaft genommen; darüber berichtet wurde am Dienstag, 3. November.
Die Kapitalmarktaufsicht (SPK) ordnete am 17. September die Liquidation von 131 Fonds an; rund 455.000 Anleger sind betroffen.
Ertan Aydın, ein ehemaliger Abgeordneter der AKP, und der Generaldirektor von Türkiye Sigorta und Türkiye Hayat Emeklilik gehören zu den mehr als 100 Personen, die im Zuge der Ermittlungen festgenommen wurden.
Ein Ende Oktober verabschiedetes Gesetz regelt die Abwicklung der Fonds und schrittweise Rückzahlungen, doch eine vollständige Rückzahlung an die Anleger ist nicht garantiert.
- Oktober 2026Gesetz zur Abwicklung der Fonds und zu schrittweisen Rückzahlungen wird verabschiedet
- 31.10.Korkmaz Enes Ergun wird zum Verhör festgenommen
- 3.11.Berichte über die Untersuchungshaft von Ergun
Börsenchef in Untersuchungshaft genommen
Die türkischen Behörden haben Korkmaz Enes Ergun, den abgesetzten Generaldirektor der Borsa Istanbul, in Untersuchungshaft genommen. Ergun war am Samstag, 31. Oktober, festgenommen und einem Istanbuler Friedensgericht in Strafsachen auf Antrag auf Untersuchungshaft wegen Bestechungsverdachts vorgeführt worden. Wie Anadolu meldete, wird gegen Ergun zudem wegen Mitgliedschaft in einer zur Begehung von Straftaten gegründeten Vereinigung ermittelt. Über die Gerichtsentscheidung wurde am Dienstag, 3. November berichtet. Ergun kam 1997 nach seinem Abschluss an der Fakultät für Politikwissenschaften der Universität Ankara zur Börse und wurde 2021 zum Generaldirektor ernannt. Justizminister Akin Gürlek erklärte anschließend, die Ermittlungen hätten mehr als einen einfachen Aktienbetrug zutage gefördert, und sprach von einer umfassenden kriminellen Organisation hinter der Affäre.
Wie der Fondsskandal begann
Mitte September erklärten die Fondsmanager von Pusula Portföy und Tera Portföy, sie könnten die Rücknahmeanträge ihrer Anleger nicht erfüllen, was die Istanbuler Börse erschütterte. Die Ermittler werfen den Fonds vor, Aktienkurse manipuliert zu haben: Die Gesellschaften kauften große Mengen an Aktien kleiner Unternehmen, um die Kurse und die Fondsvermögen in die Höhe zu treiben und so neue Sparer anzulocken. Der Hauptfonds von Tera stieg binnen drei Jahren um mehr als 60.000 Prozent und zog fast eine halbe Million Kleinanleger an; laut La Libre hätten derart verdächtige Anlagemuster die Aufsichtsbehörden früher zum Eingreifen veranlassen müssen. Die Marktaufsicht hatte die Fonds unter dem Druck globaler Indexanbieter aufgefordert, ihre Bestände breiter zu streuen; diese Aufforderung löste Mitte September massenhafte Rücknahmen aus. Am 17. September ordnete die Kapitalmarktaufsicht (SPK) die Liquidation von 131 Fonds an, die von Tera, Pusula, Hedef, Atlas, A1 Capital, Pardus und Bulls Portföy aufgelegt worden waren. Die Deutsche Welle beziffert die Zahl der Anleger in diesen Fonds auf 455.758, das Handelsblatt rundet auf etwa 455.000.
Ausgeweitete Ermittlungen, Festnahmen und politische Folgen
Die Ermittlungen haben zu mehr als 100 Festnahmen geführt, darunter der Generaldirektor von Türkiye Sigorta und Türkiye Hayat Emeklilik sowie Ertan Aydın, ein ehemaliger Abgeordneter der AKP, der Recep Tayyip Erdogan als Chefberater diente, als dieser Ministerpräsident war. Laut Deutsche Welle folgten Entlassungen bei der Finanzaufsicht und im Finanzministerium. Fatma Batül Sayan Kaya, stellvertretende Vorsitzende der AKP und frühere Familienministerin, trat nach Vorwürfen über unrechtmäßige Gewinne von 1,3 Milliarden türkischen Lira (rund 23 Millionen Euro) zurück; das Geld hat sie inzwischen zurückgezahlt. Finanzminister Mehmet Simsek hatte die Marktmanipulation Ende 2025 öffentlich verurteilt.
Reaktion der Regierung und das neue Gesetz
Präsident Recep Tayyip Erdogan hat das Problem als auf einen Teil der Kapitalmärkte begrenzt bezeichnet und erklärt, es bestehe kein Risiko für das türkische Finanzsystem oder die Wirtschaft. Ein Wirtschaftskommentator sagte auf der regierungsnahen Plattform TGRT, die Ermittlungen gegen den obersten Manager des Marktes würden das Vertrauen der Anleger grundlegend erschüttern und könnten zu einem Abfluss ausländischen Kapitals führen. Ein Ende Oktober verabschiedetes Gesetz regelt, wie die betroffenen Fonds abgewickelt und wie die Anleger stufenweise entschädigt werden; eine vollständige Rückzahlung ist jedoch nicht garantiert. Die Ermittlungen prüfen zudem, wie solche Geschäfte so lange fortgesetzt werden konnten und ob die Aufsichtsbehörden ausreichend eingegriffen haben.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- HandelsblattTürkei: Türkischer Börsenchef in Haft - Finanzskandal weitet sich aus
- N-tvDer Börsen-Tag: Türkischer Finanzskandal: Börsenchef in Untersuchungshaft
- Bloomberg BusinessTürkischer Börsenchef im Fonds-Ermittlungsverfahren verhaftet, berichtet AnadoluTurkish Stock Market Chief Arrested in Funds Probe, Anadolu Says · Original auf Englisch
- Deutsche WelleFonds-Ermittlungen: Geschäftsführer der Borsa Istanbul verhaftetFon soruşturması: Borsa İstanbul Genel Müdürü tutuklandı · Original auf Türkisch
- Akin Gürlek
- Türkischer Justizminister, der den Fall als umfassende kriminelle Organisation beschrieb
- Recep Tayyip Erdogan
- Türkischer Präsident, der erklärte, das Problem sei auf einen Teil der Kapitalmärkte begrenzt
- Mehmet Simsek
- Türkischer Finanzminister, der die Marktmanipulation Ende 2025 öffentlich verurteilt hatte
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