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Kurz gefasst
Die Polizei nahm den früheren Notenbankchef am Mittwoch, dem 21. Oktober 2026, fest. Sein Anwalt Pál Bátki sagte, ihm werde Wirtschaftsbetrug mit erheblichem finanziellem Schaden sowie die Verwendung einer gefälschten Privaturkunde vorgeworfen.
Im September reichte die Zentralbank laut RMF24 eine Strafanzeige wegen Verdachts auf Veruntreuung, Pflichtverletzung, Betrug und Amtsmissbrauch ein, die fünf Immobilien betrifft.
Laut AP stattete die Bank ihre Stiftungen mit Hunderten Milliarden Forint öffentlicher Mittel aus. Unklar ist, ob sich die Festnahme auf diese Zustiftungen oder auf die Immobilienkäufe bezieht.
In einem AP-Interview am Dienstag, dem 20. Oktober, sagte Ministerpräsident Péter Magyar, frühere Amtsträger, Oligarchen und deren Umfeld hätten schwere Korruptionsstraftaten mit nationalen und EU-Geldern begangen.
- September 2026Die Zentralbank reicht eine Strafanzeige zu fünf Immobilien in ihrem Eigentum ein
- Ende September 2026Laut HotNews.ro finden Durchsuchungen in Matolcsys Wohnung statt
- 21.10.Matolcsy wird festgenommen, Ministerpräsident Magyar bestätigt dies auf Facebook
Die Festnahme
Die ungarische Polizei hat György Matolcsy am Mittwoch, dem 21. Oktober 2026, festgenommen. Bestätigt wurde dies von Ministerpräsident Péter Magyar in einem Facebook-Beitrag, der keine weiteren Einzelheiten nannte. Matolcsy leitete die Zentralbank von 2013 bis 2025, nachdem er von 2010 bis 2013 Wirtschaftsminister unter Viktor Orbán gewesen war. Telex berichtete unter Berufung auf seinen Anwalt Pál Bátki zuerst über die Festnahme und erklärte, mehrere weitere Personen seien ebenfalls festgehalten worden. Am selben Tag hatte die Zentrale Staatsanwaltschaft (KNYF) mitgeteilt, sie führe an mehreren Orten koordinierte Ermittlungsmaßnahmen in einem Fall durch, der die Zentralbank betreffe, ohne Matolcsy namentlich zu nennen. Die Staatsanwaltschaft hat weitere Einzelheiten zugesagt.
Was ihm vorgeworfen wird
Bátki sagte, seinem Mandanten werde Wirtschaftsbetrug mit erheblichem finanziellem Schaden sowie die Verwendung einer gefälschten Privaturkunde vorgeworfen; Matolcsy bestreitet jede Verfehlung. Laut HotNews.ro hatte die Vernehmung noch nicht begonnen, als der Anwalt sprach, und sollte später am Vormittag folgen; Durchsuchungen in Matolcsys Wohnung hatten bereits Ende September stattgefunden. Unklar bleibt, ob sich die Festnahme auf die Immobilienkäufe bezieht oder auf die Zustiftungen der Bank an ihre Stiftungen, die laut AP mit Hunderten Milliarden Forint öffentlicher Gelder ausgestattet wurden. Im September reichte die Bank eine Strafanzeige ein, in der sie Veruntreuung, Pflichtverletzung, Betrug und Amtsmissbrauch während Matolcsys Amtszeit als Notenbankchef geltend machte, nachdem sie Immobilien geprüft hatte, die sie zu überhöhten Preisen erworben hatte. RMF24 berichtet, die Anzeige habe fünf Immobilien im Eigentum der Bank umfasst, und der amtierende Notenbankchef Mihály Varga sagte, 30.000 Seiten Dokumente seien einer Untersuchungskommission übergeben worden.
Magyars Kampf gegen Missstände aus der Orbán-Ära
Die Regierung Magyars hat die Verfolgung mutmaßlicher finanzieller Missstände aus den Orbán-Jahren seit ihrem Amtsantritt Anfang dieses Jahres zur Priorität gemacht. In einem exklusiven Interview mit der Associated Press am Dienstag, dem 20. Oktober, sagte Magyar, eine bestimmte Gruppe von Personen habe schwere Straftaten begangen.
„bestimmte Mitglieder der früheren Regierung sowie Oligarchen, Geschäftsleute und mit ihnen verbundene Familienangehörige haben schwere Straftaten begangen“
Er beschrieb diese Straftaten als typische Korruptionsdelikte, an denen sowohl nationale als auch EU-Gelder beteiligt gewesen seien. Das Interview stellte keinen Zusammenhang zwischen diesen Äußerungen und der Festnahme Matolcsys her, und AP berichtete, der Fall sei von den Ermittlern noch nicht im Detail dargelegt worden.
Matolcsys Bilanz und seine Verbindungen zu Orbán
Matolcsy war lange einer der engsten wirtschaftlichen Verbündeten Orbáns, und AP merkt an, dass ein Großteil seiner Amtszeit bei der Zentralbank von Korruptionsvorwürfen überschattet war. Die Bank gründete Stiftungen und stattete sie mit Hunderten Milliarden Forint öffentlicher Mittel aus, ein Betrag, den AP mit Hunderten Millionen Dollar gleichsetzt. EL PAÍS beschreibt die Bank als in mehrere Skandale um die Zweckentfremdung öffentlicher Gelder und die persönliche Bereicherung von Matolcsys Angehörigen verwickelt; er bestreitet diese Vorwürfe. HotNews.ro zufolge hatte sich das Verhältnis zwischen Matolcsy und Orbán wegen Meinungsverschiedenheiten in der Wirtschaftspolitik verschlechtert. Die Zentralbank selbst hat sich laut EL PAÍS nicht zu der Festnahme geäußert.