Wahlen · Tel Aviv

Israels Wahlkommission: Abstimmung vom 27. Oktober gilt trotz Betrugsvorwürfen der Likud

Die Zentrale Wahlkommission Israels erklärt, die Abstimmung vom 27. Oktober gelte auch dann, wenn sich der Verdacht ausländischer Einflussnahme bestätigen sollte. Die Likud-Partei behauptet ohne Belege, von Arabern geführte Parteien hätten die Wahl gestohlen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von POLITICO, Al Jazeera Online, BFMTV und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Tel Aviv · Israel
Wie es dazu kam
  1. 27.10.Knesset-Wahl findet statt; drei Aktivisten werden vor Öffnung der Wahllokale mit Bargeldumschlägen festgenommen
  2. 29.10.Die Polizei nimmt vier weitere Verdächtige fest, die sie mit Ra'am in Verbindung bringt; die Partei bestreitet jede Beteiligung
  3. 1.11.Sohlberg erklärt, die Ergebnisse würden auch bei bestätigtem Verdacht ausländischer Einflussnahme Bestand haben
  4. Woche ab 2. November 2026Erwartete offizielle Bestätigung der Wahlergebnisse

Wahlkommission: Das Ergebnis gilt

Am Sonntag, 1. November, sagte der Vorsitzende der Zentralen Wahlkommission, Noam Sohlberg, die Ergebnisse der Wahl vom 27. Oktober würden Bestand haben, selbst wenn sich der Verdacht ausländischer Einflussnahme bestätigen sollte. Er äußerte sich in einem aufgezeichneten Video gemeinsam mit dem Chef des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet, David Zini, und Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara – ein gemeinsames Auftreten, das POLITICO als Zeichen dafür wertete, dass die Verantwortlichen an einem Strang ziehen. Die Haltung der Kommission formulierte er nüchtern:

„Unsere Position ist, dass dies selbst dann, wenn sich die Verdachtsmomente bestätigen, die Integrität des Wahlprozesses oder die Wahlergebnisse als Ganzes nicht untergraben würde.“

Noam Sohlberg, Vorsitzender

Sohlberg sagte, die Verdachtsmomente beträfen Geld aus dem Ausland, mit dem die Abstimmung beeinflusst werden sollte, und könnten sicherheitsrelevante Folgen haben; derzeit handele es sich jedoch lediglich um Verdachtsmomente. Die Untersuchung dürfe in keiner Weise Zweifel an der Stimmabgabe der arabischen Gemeinschaft aufkommen lassen. Zudem kündigte er ein gemeinsames Team unter Leitung von Shin Bet, Polizei und Staatsanwaltschaft an, das die Fakten klären soll.

Die Vorwürfe der Likud und die Festnahmen

Die Likud-Partei behauptet ohne Belege, von Arabern geführte Parteien hätten die Wahl „gestohlen“ und dafür Geld aus Katar angenommen. Katar hat die Vorwürfe zurückgewiesen und sie als Desinformationskampagne bezeichnet. Die Behauptungen stützen sich auf mehrere Festnahmen. Die Polizei nahm drei politische Aktivisten fest, bevor am 27. Oktober die Wahllokale öffneten; die Aktivisten trugen nach Polizeiangaben Umschläge mit Bargeld bei sich, das zur Bestechung von Wählern bestimmt gewesen sei. Zwei Tage später, am 29. Oktober, nahm die Polizei vier weitere Verdächtige fest, die nach ihren Angaben mit der islamistischen Partei Ra'am in Verbindung stehen; die Partei bestritt jede Beteiligung.

Am Sonntag ordnete ein Gericht nach Angaben von POLITICO die Freilassung der Verdächtigen in einem der Fälle an. Al Jazeera berichtet, zwei der drei Aktivisten seien freigelassen worden, einer zu nicht näher genannten Bedingungen, ein weiterer unter Auflage von Hausarrest; BFMTV meldet eine Freilassung und eine weitere Person in Untersuchungshaft. Ra'am-Chef Mansour Abbas verurteilte die Festnahmen als undemokratisch und nannte sie „einen Versuch, die Wahlergebnisse zu beeinflussen“. Oppositionsführer Gadi Eisenkot warf Netanyahu vor, eine „orchestrierte und organisierte Kampagne“ zu führen, um die Ergebnisse zu delegitimieren.

Blockade bei der Regierungsbildung

Die Abstimmung vom 27. Oktober hat keinem der beiden Blöcke eine Mehrheit gebracht. Netanyahus Block gewann 53 Sitze, der von Eisenkot geführte Oppositionsblock 48 – damit kann keine Seite in der 120 Sitze umfassenden Knesset allein eine Regierung bilden. Drei von Arabern geführte Parteien kamen zusammen auf einen Rekord von 19 Sitzen, davon acht für Ra'am. Eisenkot hatte eine Koalition mit arabischen Parteien zuvor ausgeschlossen; ein Bündnis seiner Seite mit ihnen käme jedoch auf 67 Sitze – eine Option, die viele in Israel politisch für nicht tragbar halten.

Gewonnene Sitze bei der israelischen Wahl vom 27. Oktober 2026Sitze
Netanyahus Block
53 Sitze
Oppositionsblock unter Eisenkot
48 Sitze
Drei von Arabern geführte Parteien
19 Sitze

Daten aus dem Artikeltext

Nach Angaben von POLITICO zielt Netanyahus Anfechtung der Wahl offenbar darauf ab, jede Oppositionsallianz mit arabischen Parteien zu blockieren, die ihn aus dem Amt drängen könnte. Die Ergebnisse sollen in der Woche ab dem 2. November 2026 offiziell bestätigt werden. Nach der Bestätigung muss Präsident Isaac Herzog einen Kandidaten mit der Regierungsbildung beauftragen.

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