BerichtParlamentswahl in Israel

Wahlen · Ra'anana und Doha

Netanjahus Block kommt auf 53 Sitze – keine Mehrheit, arabische Parteien bei 19

Die endgültigen Ergebnisse der Knesset-Wahl vom Dienstag lassen Benjamin Netanjahus Block unter der Mehrheit von 61 Sitzen. Die arabischen Parteien kommen auf 19 Sitze und halten damit die Entscheidung in der Hand. Likud erhebt Betrugsvorwürfe, ohne Belege zu liefern.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Ειδήσεις, ΣΚΑΪ, NEWS 24/7 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: Avi Ohayon / Government Press Office of Israel, CC BY-SA 3.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. 27.10.Knesset-Wahl mit einer Wahlbeteiligung von 77 Prozent, dem höchsten Wert seit 1999
  2. 29.10.Eisenkot und Naftali Bennett treffen sich im Haus Bennetts in Ra'anana
  3. Nacht vom 29. auf den 30. OktoberAmtliche Endergebnisse veröffentlicht: 53 Sitze für Netanjahus Block, 48 für Eisenkot, 19 für die arabischen Parteien

Endgültige Ergebnisse: kein Block mit einer Mehrheit

Die amtlichen Endergebnisse der israelischen Parlamentswahl, die in der Nacht von Donnerstag, 29., auf Freitag, 30. Oktober veröffentlicht wurden, bestätigen, dass keine der beiden großen Allianzen allein eine Regierung bilden kann. Der Block aus Rechten, Rechtsextremen und ultraorthodoxen Parteien unter Führung von Benjamin Netanjahu kommt auf 53 der 120 Sitze in der Knesset, wobei Likud mit 27 Sitzen stärkste Einzelpartei ist. Die Oppositionsallianz unter dem Zentristen Gadi Eisenkot gewinnt 48 Sitze. Die beiden von Arabern geführten Listen, Ra'am und die Vereinigte Liste, kommen zusammen auf 19 Sitze und sind damit in jeder Koalitionsrechnung das Zünglein an der Waage.

Knesset-Sitze nach Blöcken nach den endgültigen ErgebnissenSitze
Netanjahu-Block
53 Sitze
Eisenkot-Block
48 Sitze
Arabische Parteien
19 Sitze

Daten aus dem Artikeltext

Wahlbeteiligung und die arabische Stimme

Die Wahlbeteiligung lag am Dienstag, 27. Oktober, bei 77 Prozent – der höchste Wert seit 1999 und die erste Wahl seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Netanjahus Block verliert 11 Sitze gegenüber den 64, die er 2022 errungen hatte. Likud verlor 5 der 32 Sitze, die die Partei zuvor hielt, Shas kommt prognostiziert auf 6 Sitze, fünf weniger als die 11, die die Partei 2022 gewann. Vereinigtes Thora-Judentum hält stabil 7 Sitze, Otzma Yehudit kommt auf 7, und der Religiöse Zionismus verliert einen Sitz und fällt auf 6. Die beiden arabischen Listen konnten die Zahl ihrer Stimmen gegenüber 2022 etwa verdoppeln.

Betrugsvorwürfe und die Shin-Bet-Untersuchung

In einer Erklärung hieß es von Likud, die Wahl sei gestohlen worden, ohne dass Belege dafür vorgelegt wurden; zugleich wurde ausländische Einmischung mit dem Ziel behauptet, die Kontrolle über die Knesset zu erlangen. Der rechtsextreme Minister Itamar Ben-Gvir ging weiter und forderte die Festnahme der Vorsitzenden der arabischen Parteien. Din Livnech, geschäftsführender Direktor des Zentralen Wahlausschusses, wies die Betrugsvorwürfe zurück und erklärte, es gebe keine Hinweise darauf, dass arabische Parteien Stimmen unrechtmäßig gewonnen hätten. Der Ausschuss bat den Inlandsgeheimdienst Shin Bet, Beschwerden über mögliche ausländische Einmischung zu untersuchen; in der Erklärung wurde jedoch kein Land genannt. Israelische Medienberichte nannten Katar und die Türkei, denen vorgeworfen wird, Geld kanalisiert zu haben, um die Wahlbeteiligung arabischer Israelis zu fördern. Katar und die arabischen Parteien wiesen die Vorwürfe zurück, und der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Majed al-Ansari, reagierte in einem Beitrag.

Staatspräsident Isaac Herzog sagte, die Verdachtsmomente müssten geprüft werden, mahnte aber zugleich Zurückhaltung gegenüber den Wählern an.

„Wir dürfen nicht eine ganze Gemeinschaft diffamieren, die ihr Wahlrecht ausgeübt hat.“

Isaac Herzog, Staatspräsident Israels

Eisenkot warf Netanjahu vor, er versuche, die Ergebnisse zu delegitimieren; der Vorsitzende der Demokraten, Yair Golan, formulierte den Vorwurf schärfer.

„Netanjahu versucht, die Ergebnisse der Wahl durch eine verachtenswerte Delegitimierungskampagne zu untergraben, die sich gegen den Volkswillen und insbesondere gegen die arabische Gemeinschaft richtet.“

Yair Golan, Vorsitzender

Koalitionsgespräche und die Umfrage

Eisenkot traf Naftali Bennett am Donnerstag, 29. Oktober, im Haus Bennetts in Ra'anana. In einer gemeinsamen Erklärung teilten die beiden mit, sie hätten über Bemühungen gesprochen, so schnell wie möglich eine gute Regierung in Israel zu bilden. Golan traf Mansour Abbas, den Vorsitzenden von Ra'am, der Berichten zufolge erhebliche Vorbehalte gegen eine Minderheitsregierung unter Eisenkot hat, die von außen gestützt würde. Andere Parteien im Oppositionsblock lehnen es ab, eine Regierung zu stützen, die auf die arabische Partei angewiesen ist.

Eine am 27. Oktober durchgeführte Umfrage unter 467 Befragten, die bereits für eine von vier Oppositionsparteien gestimmt hatten – Yashar!, Beyachad, die Demokraten und Yisrael Beiteinu –, ergab, dass 61 Prozent eine Regierung unter Eisenkot mit Beteiligung von Ra'am befürworten. Weitere 20 Prozent sprachen sich für Neuwahlen aus, 12 Prozent für eine Rotationsregierung mit Netanjahu und 7 Prozent für eine Koalition mit den ultraorthodoxen Parteien.

Bevorzugte Regierung der Oppositionswähler, Umfrage vom 27. Oktober%
Regierung Eisenkot mit Ra'am
61 %
Neuwahlen
20 %
Rotationsregierung mit Netanjahu
12 %
Koalition mit ultraorthodoxen Parteien
7 %

Daten aus dem Artikeltext

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Orte
Doha
Ra'anana, Doha · Israel, Katar

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