
Israel und Libanon führen in Rom 'fruchtbare' Gespräche über Abzug aus Pilotzonen, Hisbollah bleibt außen vor
Delegationen aus Israel, Libanon und den USA trafen sich am Dienstag in der US-Botschaft in Rom, wobei Israel seine Bereitschaft zum Abzug aus zwei Gebieten im Südlibanon signalisierte. Die Gespräche werden am Mittwoch fortgesetzt.
Eine neue Runde unter italienischer Schirmherrschaft
Unterhändler aus Israel und Libanon haben am Dienstag in Rom eine neue Gesprächsrunde eröffnet, die auf dem Gelände der US-Botschaft unter amerikanischer Aufsicht stattfand. Das zweitägige Treffen folgt auf eine Rahmenvereinbarung, die am 26. Juni in Washington nach fünf vorangegangenen Runden erzielt wurde, und soll diese Blaupause in konkrete Schritte umsetzen. Der italienische Außenminister Antonio Tajani bestätigte, dass er mit beiden Delegationen gesprochen habe, die Rom als Veranstaltungsort vereinbart hatten. „Die Entscheidung, die Verhandlungen nach Italien zu verlegen, ist ein Beweis dafür, dass unser Land eine wichtige Rolle bei der Friedenssicherung spielt“, sagte Tajani. Der italienische Minister betonte zudem Italiens Beitrag durch UNIFIL und die Ausbildung des libanesischen Militärpersonals.
Pilotzonen stehen im Mittelpunkt
Ein Sprecher des US-Außenministeriums bezeichnete die Gespräche am Dienstag als „fruchtbar“ und in „einer positiven Atmosphäre“ geführt, und fügte hinzu, dass beide Seiten „bestrebt sind, Fortschritte zu erzielen“. Der israelische Außenminister Gideon Saar sagte, Israel sei bereit, bei der Umsetzung von zwei Pilotzonen im Südlibanon „voranzukommen“. „Ich hoffe und habe große Erwartungen, dass diese Gesprächsrunde in Rom dazu beitragen wird“, erklärte er aus Jerusalem. Die Haltung Beiruts wurde vor dem Treffen von der libanesischen Präsidentschaft dargelegt: Die Delegation wurde angewiesen, „den sofortigen Beginn des israelischen Rückzugs aus zwei Pilotzonen vor jeder weiteren Diskussion“ zu fordern. Ein libanesischer diplomatischer Kreis sagte Reportern, dass die libanesische Armee bereit sei, schrittweise die Kontrolle über die von den israelischen Streitkräften geräumten Ortschaften zu übernehmen. Im Gegenzug fordert Israel, dass die Hisbollah in den evakuierten Sektoren abwesend bleibt.
Der Schatten der Hisbollah
Die von Iran unterstützte Hisbollah lehnt das Rahmenabkommen vom 26. Juni ab und weigert sich, ihre Waffen niederzulegen. Die schiitische Bewegung besteht außerdem auf einem vollständigen israelischen Rückzug vor jeglichen Gegenleistungen. Karim Bitar, ein Akademiker am Sciences Po Paris, schätzte ein, dass „die Chancen auf einen Durchbruch in Rom recht begrenzt sind“. Er fügte jedoch hinzu, dass Iran „zweimal nachdenken wird, bevor es die Hisbollah auffordert, neue Angriffe gegen Israel zu starten“, da Teheran die Bewegung als langfristiges Abschreckungsinstrument erhalten wolle. Das Rahmenabkommen basiert auf der Entwaffnung bewaffneter Gruppen, einer impliziten Anspielung auf die Hisbollah, sowie der Stationierung libanesischer Truppen im Süden und einem schrittweisen israelischen Rückzug.
Kämpfe trotz Waffenstillstand
Obwohl seit Mitte April ein fragiler Waffenstillstand in Kraft ist, haben die israelischen Militäroperationen nicht aufgehört. Das libanesische Gesundheitsministerium erhöhte die Zahl der Todesopfer durch israelische Luftangriffe seit dem 2. März am Dienstag auf 4.324. Das israelische Militär besetzt eine selbst deklarierte Pufferzone von etwa 10 km Tiefe entlang der gesamten Grenze, eine Fläche von rund 620 Quadratkilometern, was etwa 6 % des libanesischen Territoriums entspricht. Sowohl die Hisbollah als auch die libanesische Regierung bezeichnen die Sicherheitszone als völkerrechtswidrige Besatzung. Libanesische Staatsmedien berichten zudem von anhaltenden begrenzten Angriffen und Abrissen im Süden.
Wie es weitergeht
Die Römischen Gespräche sollen am Mittwoch fortgesetzt werden. Eine US-Militärdelegation hatte bereits am Samstag in Beirut Gespräche über die Modalitäten des israelischen Rückzugs aus einer der Pilotzonen begonnen. Das US-Außenministerium erklärte, beide Delegationen seien weiterhin bestrebt, den Dialog fortzusetzen. Die Verlegung des Treffens nach Rom erleichtere es jeder Seite, während der Verhandlungen Rücksprache mit ihrer Regierung zu halten, wie ein libanesischer Beamter anmerkte.
- Hisbollah greift Israel an, was die Feindseligkeiten im weiteren regionalen Konflikt neu entfacht.
- Ein fragiler Waffenstillstand zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah tritt in Kraft.
- Die USA und der Iran einigen sich darauf, dass die Kämpfe an allen Fronten eingestellt werden, einschließlich des israelischen Krieges gegen den Libanon.
- Israel und Libanon unterzeichnen nach fünf Gesprächsrunden in Washington ein Rahmenabkommen, das auf einen 'dauerhaften Frieden' abzielt.
- Eine US-Militärdelegation beginnt in Beirut Gespräche über die Modalitäten des israelischen Rückzugs aus einer Pilotzone.
- Neue Runde direkter Gespräche wird in der US-Botschaft in Rom eröffnet; Israel signalisiert Bereitschaft, bei zwei Pilotzonen voranzukommen.
- Die Gespräche sollen am zweiten Tag in Rom fortgesetzt werden.


