
Hitzewelle in Belgien im Juni forderte 1.747 zusätzliche Todesfälle, ein Anstieg der Sterblichkeit um 47,8 %, in Wallonien ein Plus von 76 %
Eine Hitzewelle Ende Juni in Belgien verursachte 1.747 zusätzliche Todesfälle, ein Anstieg von 47,8 % über die erwartete Sterblichkeit, wobei Wallonien einen Anstieg von 76 % erlitt und auch die Altersgruppe der 15- bis 64-Jährigen stark betroffen war.
Gesamtzahl
Die Hitzewelle, die Belgien zwischen dem 18. Juni und dem 1. Juli heimsuchte, verursachte 1.747 zusätzliche Todesfälle, ein Anstieg von 47,8 % gegenüber der erwarteten Sterblichkeit in diesem Zeitraum, so die endgültigen Zahlen, die das öffentliche Gesundheitsinstitut Sciensano am 8. Juli veröffentlichte. Die Gesamtzahl der während der Hitzewelle verzeichneten Todesfälle betrug 5.401. Die ursprüngliche vorläufige Schätzung von 1.222 zusätzlichen Todesfällen wurde nach Vorliegen vollständigerer Daten nach oben korrigiert.
Regionale Unterschiede
Die Übersterblichkeit war nicht gleichmäßig verteilt. Wallonien erlitt mit einem Anstieg von 76 % die meisten Todesfälle (919 zusätzliche Todesfälle). In Brüssel wurde ein Anstieg von 60,9 % verzeichnet (159 zusätzliche Todesfälle), während Flandern einen Anstieg von 31,4 % aufwies (682 zusätzliche Todesfälle). Der wallonische Gesundheitsminister Yves Coppieters bezeichnete die Zahlen als „besorgniserregend“ und sagte, sie müssten ernst genommen werden.
Besorgniserregende Zahlen, die mit aller Ernsthaftigkeit genommen werden müssen.
- Wallonien
- 76 %
- Brüssel
- 60.9 %
- Flandern
- 31.4 %
Auswirkungen nach Alter
Die Hitzewelle betraf nicht nur ältere Menschen. Bei den 15- bis 64-Jährigen erreichte die Übersterblichkeit 61,3 %, was zeigt, dass auch Erwachsene im erwerbsfähigen Alter gegenüber den extremen Temperaturen und hohen Ozonwerten anfällig waren.
Tödliches Wochenende
Das Wochenende vom 27. bis 28. Juni war besonders tödlich. Am Samstag, dem 27. Juni, wurden 641 Todesfälle verzeichnet (146,5 % über dem erwarteten Wert), und am Sonntag, dem 28. Juni, 632 Todesfälle (143,1 % über dem erwarteten Wert). Bis Ende des Monats, als die Temperaturen nachließen, ging die tägliche Zahl der Todesfälle wieder auf etwa 260 zurück.
Reaktion der Regierung
Am Morgen des 8. Juli kamen die Bundes- und Regionalgesundheitsminister zu einer interministeriellen Konferenz zusammen, um Empfehlungen der Risikomanagementgruppe (RMG) für den Umgang mit künftigen Hitzewellen zu prüfen. Die Sterblichkeitszahlen von Sciensano waren von der RMG angefordert worden, um diese Diskussionen zu untermauern.


