
Französische Staatsanwaltschaft nimmt 18-jährigen Verdächtigen wegen Steuerdatendiebstahls der ZeroBytes fest
Die französischen Justizbehörden haben einen 18-jährigen Mann in Untersuchungshaft genommen, nachdem Cyberangriffe Steuerunterlagen von mindestens 678.000 Steuerzahlern und Unternehmen kompromittiert hatten.
Festnahmen und Gerichtsverfahren
Die Pariser Staatsanwaltschaft gab am Freitag, dem 4. September 2026, bekannt, dass ein 18-jähriger Mann im Zusammenhang mit Cyberangriffen auf die französische Steuerverwaltung angeklagt und in Untersuchungshaft genommen wurde. Nach Angaben der Justizbehörden erfolgten die formelle Anklage und die Haftanordnung am 20. August 2026 nach Ermittlungen gegen die unter dem Namen ZeroBytes operierende Gruppe. Die Ermittler nahmen am 26. August 2026 auch einen zweiten Verdächtigen unter 16 Jahren fest. Die Polizei entließ den jüngeren Verdächtigen nach seiner ersten Haftzeit, um spezialisierten digitalen Forensikdiensten die Inspektion und Datenextraktion aus seinen beschlagnahmten Computergeräten zu ermöglichen. Der 18-jährige Verdächtige, der in den Gerichtsverfahren mit dem Alias ChatNoir identifiziert wurde, war bereits zuvor wegen Computerangriffen in seiner Jugend strafrechtlich verfolgt worden.
Der Polizei bereits bekannt, war er im Juni 2024 und dann im Januar 2025 in zwei Fällen von Computerangriffen angeklagt worden, die er 2023 und 2024 als Minderjähriger begangen hatte.
Ausmaß des Steuerverwaltungslecks
Der Cyberangriff umfasste drei separate Computereinbrüche, die Ende Juni und Ende Juli 2026 gegen die Generaldirektion für öffentliche Finanzen (DGFiP) durchgeführt wurden. Nach Angaben der Behörde führte die Sicherheitslücke zum Diebstahl von Personen- und Steuerdaten von mindestens 678.000 Einzelpersonen und Berufstätigen. Die gestohlenen Dateien enthielten sensible Finanz- und Identitätsdaten, die in staatlichen Systemen gespeichert waren. Die DGFiP startete daraufhin eine Informationskampagne, um alle registrierten Opfer direkt zu erreichen. Diese Aktion soll betroffene Steuerzahler vor den erhöhten Gefahren von Identitätsdiebstahl und betrügerischen Phishing-Versuchen warnen, die aus dem unbefugten Abruf ihrer Daten resultieren.
- Erste Anklage gegen den 18-jährigen Verdächtigen wegen jugendlicher Cyberangriffe aus dem Jahr 2023
- Zweite Anklage gegen den Verdächtigen im Zusammenhang mit Computereinbrüchen von 2024
- ZeroBytes beginnt, Angriffe auf staatliche und Unternehmensseiten im Darknet zu beanspruchen
- ZeroBytes beansprucht den Steuerbehörden-Einbruch, um Steuerzahlerdaten auf illegalen Foren zu verkaufen
- 18-jähriger Verdächtiger angeklagt und in Untersuchungshaft genommen
- Zweiter Verdächtiger unter 16 Jahren zur Befragung und Beschlagnahme von Hardware festgenommen
- Pariser Staatsanwaltschaft gibt Anklage und Haftmaßnahmen bekannt
Ausweitung der Cyberoperationen von ZeroBytes
Die Einbrüche waren Teil einer breiteren Serie illegaler digitaler Operationen, die ZeroBytes im Sommer 2026 über mehrere Wochen hinweg für sich beanspruchte. Gerichtliche Aussagen deuten darauf hin, dass die Gruppe am 16. Juli 2026 begann, Behauptungen über Einbrüche in staatliche Infrastruktur und Unternehmensnetzwerke im Darknet zu veröffentlichen. Am 13. August 2026 veröffentlichte ZeroBytes eine spezifische Behauptung bezüglich der Steuerverwaltungsdateien und erklärte die Absicht, die gestohlenen Steuerdaten auf Darknet-Marktplätzen zu verkaufen. Die Hackergruppe weitete ihre Ziele Mitte August 2026 weiter aus und behauptete, Millionen von Datensätzen aus dem Ministerium für nationale Bildung abgeschöpft zu haben. Nach öffentlichen Aussagen der Gruppe enthielt die kompromittierte Bildungsdatenbank Dateien von Schülern, Eltern, Lehrkräften und Verwaltungsangestellten.
Reaktion des Staates und Krisenmanagement
Das Ausmaß des Lecks führte zu hochrangigen politischen Interventionen in der gesamten französischen Exekutive. Der Premierminister berief eine Notfallkrisensitzung ein, um die Verwundbarkeit der Verwaltungsnetze zu bewerten und technische Abwehrmaßnahmen zwischen öffentlichen Einrichtungen zu koordinieren. Ein Regierungsminister entschuldigte sich offiziell bei den Steuerzahlern für die Kompromittierung vertraulicher Steuerinformationen. In der Zwischenzeit setzen Ermittlungseinheiten der Kriminalpolizei die Auswertung digitaler Beweise fort, die bei den Festnahmen Ende August sichergestellt wurden. Die Verfahren gegen die beiden jungen Verdächtigen sind die ersten öffentlich bekannt gewordenen Justizmaßnahmen im Zusammenhang mit den ZeroBytes-Infrastruktureinbrüchen.


