
Einsturz eines Gebäudes in Gaza-Stadt tötet mindestens 20 und lässt Dutzende eingeschlossen
Ein beschädigtes sechsstöckiges Wohnhaus in der Al-Sinaa-Straße stürzte am frühen Mittwoch ein und begrub bis zu 100 Menschen unter Trümmern, während Rettungsteams im gesamten Gazastreifen nur mit drei Baggern arbeiteten.
Einsturz des Al-Saada-Gebäudes
In den frühen Morgenstunden des 16. September 2026, gegen 02:00 Uhr, stürzte ein sechsstöckiges Wohnhaus im Viertel Tal al-Hawa im Westen der Gaza-Stadt ein. Das vor Ort als Al-Saada-Gebäude in der Al-Sinaa-Straße bekannte Gebäude hatte auf jeder Etage vier Wohneinheiten und war durch mehrere israelische Bombardierungen in den Jahren 2024 und 2025 schwer beschädigt worden. Rund hundert vertriebene Menschen, bestehend aus mindestens zehn Familien, lebten in dem Gerippe des Gebäudes und bedeckten fensterlose Öffnungen mit Plastikplanen und Pappe. Als das Gebäude einstürzte, fielen Betontrümmer direkt auf die schlafenden Bewohner sowie auf benachbarte Familienzelte.
Zivilschutzbeamte berichteten, dass die Bewohner zuvor vor der strukturellen Instabilität gewarnt worden seien, die durch nahegelegene Detonationen, Temperaturschwankungen und extreme Überbelegung verschärft wurde. Raed Al-Dahshan, der Direktor des Zivilschutzes in Gaza-Stadt, erläuterte die Rettungsprioritäten am Morgen des Einsturzes.
Wir hören weiterhin Stimmen unter den Trümmern, also besteht noch Hoffnung, Menschen zu finden.
Such- und Rettungsaktionen
Rettungskräfte und Krankenhausbeamte des Al-Shifa-Krankenhauses berichteten von mindestens 20 Todesfällen, darunter zwischen fünf und acht Kinder. Medizinische Quellen gaben an, dass zwischen 14 und 15 Menschen verletzt wurden, während zwischen 10 und 20 Überlebende lebend aus den Trümmern geborgen wurden. Schätzungsweise 60 bis 100 Menschen wurden unter den Trümmern vermisst, während die Sucharbeiten den ganzen Mittwoch über andauerten.
- Das beschädigte sechsstöckige Wohnhaus Al-Saada stürzt im Westen der Gaza-Stadt ein.
- Drei Bagger treffen am Ort ein, um Trümmer zu beseitigen, nachdem stundenlang von Hand gegraben wurde.
- Rettungsbeamte bestätigen mindestens 20 Todesfälle, während UN-Organisationen um Zugang zu schwerem Gerät bitten.
Die Rettungsteams waren zu Beginn mit gravierenden Ressourcendefiziten konfrontiert; die Einsatzkräfte mussten mit bloßen Händen durch herabgestürzte Betonplatten graben. Aufgrund von Beschränkungen für die Einfuhr von schwerem Gerät waren im gesamten Gazastreifen nur drei Bagger einsatzbereit. Obwohl das Gebäude gegen 02:00 Uhr einstürzte, erreichten mechanische Bagger die Unglücksstelle erst um 08:30 Uhr, woraufhin die Rettungskräfte zusätzliche Maschinen nutzen konnten, die von ägyptischen Arbeitern und UN-Organisationen bereitgestellt wurden.
Internationale Appelle für schweres Gerät
UN-Vertreter forderten die sofortige Freigabe von wichtiger Notfallausrüstung für das Gebiet. Ramiz Alakbarov, der UN-Humanitätskoordinator für das besetzte palästinensische Gebiet, wies darauf hin, dass etwa 50 Kinder in dem eingestürzten Gebäude lebten, und forderte eine schnelle logistische Abwicklung.
Ich beantrage die dringende Genehmigung für die Einfuhr von schwerem Gerät, Spezialausrüstung, Motoröl und Treibstoff, die für Such- und Rettungseinsätze erforderlich sind.
Alakbarov forderte zudem Lieferungen von Zelten, Planen und nicht-nahrungsbezogener Hilfe für gefährdete Bevölkerungsgruppen in den nächsten vier Wochen. Zu den internationalen Reaktionen gehörten Maschinen aus Ägypten, während Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate sich darauf vorbereiteten, humanitäre Hilfsgüter in den Gazastreifen zu schicken.
Strukturelle Risiken im gesamten Gazastreifen
Beamte warnen, dass Hunderte von beschädigten Gebäuden im gesamten Gazastreifen ähnliche Gefahren bergen. Alessandro Mrakic, Leiter des Büros des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen in Gaza, bewertete die allgemeinen strukturellen Schwachstellen im Gazastreifen angesichts des nahenden Winters.
Wie Sie sehen können, ist die Situation tragisch, weil uns die notwendige Ausrüstung und Maschinen fehlen. Tatsächlich graben Menschen mit ihren Händen.
- Unmittelbares Einsturzrisiko (UNDP)
- 400 Gebäude
- Bewohnte beschädigte Gebäude (Zivilschutz)
- 2000 Gebäude
Der Sprecher des Zivilschutzes, Mahmud Basal, wies darauf hin, dass aufgrund fehlender alternativer Unterkünfte im gesamten Gazastreifen rund 2.000 kriegsbeschädigte Gebäude weiterhin von Zivilisten bewohnt werden. Einschätzungen des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen zufolge drohen rund 400 beschädigte Bauwerke unmittelbar einzustürzen. Die örtlichen Behörden wiesen zudem darauf hin, dass im gesamten Gazastreifen infolge der Bombardierungen während des Konflikts etwa 8.500 Menschen unter Trümmern vermisst werden.


