
G7-Gipfel in Évian: Massive Sicherheitsvorkehrungen und Protestbefürchtungen
Tausende französische und schweizerische Sicherheitskräfte werden vor dem G7-Gipfel in Évian-les-Bains zusammengezogen, während die Behörden mit möglichen Protesten rechnen, die an die Gewalt von 2003 erinnern.
Sicherheitskräfte zu Tausenden
Fast 16.000 französische Polizisten, Gendarmen, Soldaten, Feuerwehrleute und Grenzschützer werden laut der Präfektur Haute-Savoie für den Gipfel mobilisiert. Die französische Luft- und Raumfahrtstreitkräfte wird rund 300 Personen einsetzen, um mit Radar, Boden-Luft-Systemen und Anti-Drohnen-Maßnahmen eine „Luftblase“ zu schaffen. Sowohl französische als auch schweizerische Flugzeuge und Verteidigungssysteme werden auf beiden Seiten der Grenze positioniert. Präfektin Emmanuelle Dubée erklärt, die Operation solle „dem Risiko des äußerst angespannten internationalen Kontexts“, der „Terrorbedrohung, die in Frankreich nach wie vor hoch ist“, und dem „Risiko von Sabotage und Cyberangriffen“ entgegenwirken.
Wir stehen vor dem Risiko des äußerst angespannten internationalen Kontexts, der Terrorbedrohung, die in Frankreich nach wie vor hoch ist, und dem Risiko von Sabotage und Cyberangriffen.
Schweizer Armee unterstützt Polizei am Genfer Tor
Die Schweiz wird rund 4.000 Soldaten zur Unterstützung der Kantonsbehörden in Genf, Waadt und Wallis bereitstellen. Die Armee wird keine Menschenmengen kontrollieren – das bleibt Aufgabe der Polizei –, sondern Überwachungs- und Schutzaufgaben übernehmen. Der Flughafen Genf sei das „Tor“ zum Gipfel und „die Visitenkarte der Schweiz“, sagte Botschafter Alain Gaschen gegenüber Reportern. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin wird die eintreffenden Staats- und Regierungschefs empfangen. Gaschen betonte, dass im Gegensatz zum G8-Gipfel 2003 alle Delegationen in Frankreich übernachten werden, was die Auswirkungen auf die Schweiz begrenze. Allerdings wurde trotz monatelanger Gespräche keine Kostenbeteiligungsvereinbarung mit Paris getroffen.
Der Flughafen Genf ist das Tor und die Visitenkarte der Schweiz für den G7-Gipfel.
- Französisches Sicherheitspersonal
- 16000
- Schweizer Militärpersonal
- 4000
Grenzkontrollen und tägliche Beeinträchtigungen
Vom 12. bis 18. Juni wird die Schweiz die Grenzkontrollen verschärfen und viele der 35 Straßenübergänge in der Nähe von Genf schließen. Sieben bleiben geöffnet. Der Verkehr entlang des Genfersees und rund um den Flughafen wird überlastet sein. Die Behörden fordern die Bewohner auf, nicht unbedingt notwendige Reisen zu vermeiden, mit Verzögerungen zu rechnen, nach Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten und offizielle Informationskanäle zu nutzen.
Protestbefürchtungen überschatten das Treffen
Eine für Sonntag in Genf geplante Demonstration ist ein erster Test für die Sicherheitskräfte. Die antikapitalistische Koalition No G7 hat zu einer „groß angelegten internationalistischen Mobilisierung gegen dieses Treffen“ aufgerufen. Geschäftsinhaber haben ihre Schaufenster vernagelt, und die Welthandelsorganisation schließt ihre Büros und bittet die Mitarbeiter, von zu Hause aus zu arbeiten. Der Schatten von 2003 liegt über den Vorbereitungen: Die damaligen Globalisierungskritik-Proteste in Genf und Lausanne arteten in Gewalt aus und verursachten Schäden in Höhe von schätzungsweise 5 bis 6 Millionen Schweizer Franken.
Während die G7 in Évian, Frankreich, zusammenkommt, um die Zerstörung der Völker, die Ausbeutung des Lebens und die Beherrschung der Körper zu planen, lasst uns unseren Widerstand gegen Faschismus und Imperialismus organisieren.
Genf darf nicht zur Hauptstadt der Randalierer werden.
Agenda unter geopolitischen Spannungen
Der Gipfel vom 15. bis 17. Juni wird sich mit dem Nahen Osten, der Ukraine und den globalen wirtschaftlichen Ungleichgewichten befassen. Die Anwesenheit des US-Präsidenten Donald Trump sorgt für zusätzliche Spannungen, da Aktivisten planen, gegen seine Politik in den Bereichen Zölle, Krieg im Iran und Klima zu protestieren. Die Genfer Regierungsrätin Carole-Anne Kast äußerte ihre Enttäuschung darüber, dass Paris „die Bedeutung für Genf nicht vollständig erfasst hat“. Zu den G7-Mitgliedern gehören Großbritannien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und die Vereinigten Staaten.


