
Puntland-Truppen befreien entführten Tanker MT Honour 25 – Piraten töteten fünf Besatzungsmitglieder
Sicherheitskräfte von Puntland haben den Öltanker MT Honour 25 zurückerobert und 16 mutmaßliche Piraten vor Somalia festgenommen, nachdem fünf Besatzungsmitglieder aus Pakistan, Myanmar und Indien getötet worden waren.
Tödlicher Überfall auf die MT Honour 25
Sicherheitskräfte von Puntland enterten den unter der Flagge Palaus fahrenden Öltanker MT Honour 25 am Dienstag, dem 29. September 2026, und sicherten ihn; dabei stellten sie fest, dass Piraten fünf Besatzungsmitglieder getötet hatten, bevor die Operation begann. Das Schiff, das 18.500 Barrel Öl geladen hatte, war seit dem 21. April in der Gewalt der Angreifer, nachdem es vor der somalischen Küste von bewaffneten Tätern gekapert worden war. Die regionalen Behörden bestätigten, dass unter den Toten drei pakistanische Staatsangehörige, ein Staatsbürger Myanmars und ein indischer Staatsangehöriger waren. Vier weitere Besatzungsmitglieder – drei Pakistaner und ein Inder – wurden während der Gefangenschaft verletzt und medizinisch versorgt. Die Seepolizei von Puntland nahm 16 mutmaßliche Piraten an Bord des Schiffes fest, während mindestens elf weitere ins Landesinnere entkamen und weiter gesucht werden.
Bevor die Operation begann, töteten die Piraten an Bord des Schiffes fünf Besatzungsmitglieder. Unter den Getöteten waren drei aus Pakistan, einer aus Myanmar und einer aus Indien.
Bergung der MT Eureka und weiterer Schiffe
Der Zugriff auf die MT Honour 25 erfolgte gemeinsam mit der Bergung eines zweiten entführten Schiffes, der MT Eureka. Piraten hatten die MT Eureka im Mai vor der Küste der Provinz Schabwa gekapert, das Schiff anschließend auf Grund gesetzt und sich an Land geflüchtet, als sich Sicherheitseinheiten näherten. Die Seepolizei von Puntland bestätigte, dass alle Personen an Bord der MT Eureka in Sicherheit waren, und das ägyptische Außenministerium bestätigte die Freilassung von acht ägyptischen Besatzungsmitgliedern. Diese Einsätze folgen der Bergung des von den USA sanktionierten Tankers Sibu 1, den regionale Kräfte nach seiner Kaperung im August zurückeroberten. Während der Operation Sibu 1 wurden zunächst 41 Verdächtige festgenommen, von denen jedoch 28 bei einer Gefängnisverlegung entkamen – unter Vorwürfen der Mittäterschaft lokaler Polizeikräfte. Insgesamt haben die regionalen Kräfte bis Ende August fünf der sechs vor Somalia festgehaltenen Schiffe gesichert.
- Piraten entführen die MT Honour 25 mit 18.500 Barrel Öl an Bord
- Piraten kapern die MT Eureka vor der Küste der Provinz Schabwa
- Somalische Piraten entführen den von den USA sanktionierten Tanker Sibu 1
- Puntland-Kräfte erobern den Tanker Sibu 1 zurück
- Die Seepolizei von Puntland erobert die MT Honour 25 und die MT Eureka zurück
Wiederaufleben der Piraterie auf See
Die Toten auf der MT Honour 25 sind die ersten Todesopfer durch somalische Piraten seit mehr als einem Jahrzehnt. Aufzeichnungen der Schiffsverfolgung zeigten, dass das Schiff am 22. Februar aus dem Hafen von Berbera ausgelaufen war, bevor die Übertragung seines Standorts am 24. April abbrach; an Bord waren insgesamt 17 Besatzungsmitglieder. Die regionalen Behörden haben seit April mindestens 15 Piratenangriffe vor der somalischen Küste registriert. Daten des Royal United Services Institute zeigen, dass Piraten zwischen 2012 und Anfang 2026 insgesamt drei Handelsschiffe kaperten. Diese Zahl stieg nach Ende April 2026, als sechs Handelsschiffe, darunter vier Tanker, von Piratengruppen gekapert wurden.
- 2012–Anfang 2026
- 3 Schiffe
- Ende April–September 2026
- 6 Schiffe
Marineverlegungen und Sicherheitslücken
Das Royal United Services Institute führte den Anstieg der Entführungen auf Verlegungen von Marineeinheiten und steigende Rohstoffpreise zurück. Internationale Kriegsschiffe, die zuvor das somalische Becken überwacht hatten, wurden als Reaktion auf den Konflikt mit Iran und den jemenitischen Huthi-Kräften in Richtung Bab al-Mandab und Straße von Hormus verlegt. Diese verringerte Patrouillenpräsenz fiel mit höheren Rohölpreisen zusammen, was den möglichen Lösegeldwert von Handelstankern erhöhte. Beobachtungsgruppen stellten zudem fest, dass keines der 2026 vor der somalischen Küste gekaperten Handelsschiffe bewaffnete Sicherheitskräfte an Bord hatte.

