
Frankreich und Kanada vereinbaren gemeinsame Weltraum- und Energieinitiativen beim Gipfel auf Saint-Pierre
Der französische Präsident Emmanuel Macron und der kanadische Premierminister Mark Carney haben sich bei einem Treffen auf Saint-Pierre und Miquelon darauf geeinigt, die Zusammenarbeit bei Energie, Verteidigung und Weltrauminfrastruktur zu vertiefen.
Bilaterales Treffen auf Saint-Pierre
Der französische Präsident Emmanuel Macron und der kanadische Premierminister Mark Carney trafen sich am Sonntag auf dem französischen Überseegebiet Saint-Pierre und Miquelon, das rund 25 Kilometer südlich von Neufundland liegt. Es war der erste Besuch eines kanadischen Premierministers auf dem Archipel und der erste eines französischen Präsidenten seit 2014. Bei dem Besuch legten beide Staatschefs einen Kranz an einer Gedenkstätte nieder, die an die freiwilligen Freien Franzosen erinnert, die das Gebiet 1941 ohne Blutvergießen von der Vichy-Regierung befreiten. Macron verbrachte mehrere Tage in dem Überseegebiet, bevor er zur Generalversammlung der Vereinten Nationen nach New York aufbrach. Bei den bilateralen Gesprächen ging es auch um regionale Fischereiabkommen zwischen dem Archipel und dem atlantischen Kanada.
Carney wies bei ihrem gemeinsamen Auftritt auf die enge geografische und diplomatische Beziehung zwischen den beiden Nationen hin.
Nur wenige Kilometer trennen Kanada und Frankreich an ihrem nächsten Punkt. Unsere Werte liegen noch näher beieinander.
- Freiwillige der Freien Franzosen befreien Saint-Pierre und Miquelon ohne Blutvergießen vom Vichy-Regime.
- Ein französischer Präsident besucht Saint-Pierre und Miquelon zum letzten Mal vor 2026.
- Emmanuel Macron und Mark Carney führen auf dem Archipel einen bilateralen Gipfel durch.
Gemeinsame Verteidigungs- und Weltrauminfrastruktur
Die beiden Regierungen wiesen ihre jeweiligen Verteidigungsministerien und Raumfahrtagenturen an, strategische Infrastruktur gemeinsam zu entwickeln und zu teilen. Diese Initiative umfasst die gemeinsame Entwicklung von Weltraumträgersystemen und Satellitenbodenempfangsstationen. Carney skizzierte zusätzliche Pläne zur Stärkung der Zusammenarbeit bei Telekommunikationsnetzen, der Erschließung kritischer Mineralien und Projekten zur Klimaresilienz. Beide Staatschefs stellten das Abkommen als Versuch dar, wachsenden globalen Sicherheitsbedrohungen entgegenzuwirken und demokratische Institutionen zu schützen.
Carney verwies in seinen öffentlichen Bemerkungen auf äußere Bedrohungen und institutionelle Verwundbarkeiten.
Unsere Gesellschaften werden von neuen Stürmen heimgesucht.
Energiesicherheit und europäische Partnerschaften
Die Energiepolitik bildete einen zentralen Bestandteil der Gespräche, wobei Macron die Notwendigkeit betonte, stabile Energieversorgung zu sichern und die Verbraucherpreise für Kraftstoffe unter Kontrolle zu halten. Macron erklärte, kanadische Projekte für verflüssigtes Erdgas könnten Europa wichtige Lieferungen ermöglichen, und merkte an, dass kanadische LNG-Exporte derzeit hauptsächlich nach Asien gehen. Die Staatschefs erörterten auch die kanadische Integration in die Europäische Union, wobei Frankreich einen Vorschlag unterstützte, Kanada zum ersten assoziierten Mitglied des Bündnisses zu machen.
Macron erklärte, beide Regierungen seien entschlossen, ihre geopolitische Unabhängigkeit zu wahren.
Wir glauben beide, dass unsere Länder zwei große unabhängige Nationen sind und es bleiben wollen.
Handelshemmnisse und regionale Souveränität
Einer vertieften wirtschaftlichen Annäherung zwischen Kanada und der Europäischen Union stehen etablierte Verfahrenshürden in den Mitgliedstaaten entgegen. Frankreich und mehrere andere europäische Länder haben das Umfassende Wirtschafts- und Handelsabkommen mehr als zehn Jahre nach der ersten Einigung der Unterhändler noch immer nicht ratifiziert. Ottawa hat während eines intensiven Handelsstreits mit den Vereinigten Staaten engere Beziehungen zu europäischen Partnern gesucht. Dem Gipfel war ein Beitrag des US-Präsidenten Donald Trump in den sozialen Medien vorausgegangen, der eine amerikanische Flagge über Kanada, Saint-Pierre und Miquelon, Grönland, Island, Mexiko und Teilen der Karibik zeigte. Macron wies Fragen zum Status des Archipels zurück und erklärte, er müsse die französische Souveränität nicht täglich bekräftigen, weil die Leute seltsame Ideen hätten oder seltsame Dinge sagten.

