Französische Marine entert sanktionierten Schattenflotten-Tanker DF Peak südlich von La Réunion
Der unter der Flagge Benins fahrende Tanker sei rund 450 Seemeilen südlich der Insel unter Marinebegleitung umgeleitet worden, teilte Emmanuel Macron auf X mit. Das Schiff steht auf der EU-Sanktionsliste und steht im Verdacht, zu Russlands Schattenflotte zu gehören.
Die Enterung vor La Réunion
Am Morgen des Montags, 12. Oktober 2026, enterte die französische Marine die DF Peak, einen unter der Flagge Benins fahrenden Tanker, rund 450 Seemeilen (etwa 830 km) südlich von La Réunion, wie Ouest France berichtet. Präsident Emmanuel Macron gab die Operation am Montagabend auf X mit einem kurzen Video bekannt, das Militärpersonal zeigt, das sich an einem Seil von einem Hubschrauber auf das Deck des Schiffes abseilt. In seinem Beitrag schrieb Macron:
Heute Morgen hat unsere nationale Marine mehr als 450 Seemeilen südlich von La Réunion den Tanker DF Peak geentert.
Der Generalstab der französischen Streitkräfte erklärte auf X, die Prüfung der Schiffspapiere durch das Inspektionsteam nach der Enterung habe Zweifel an der Unregelmäßigkeit der geführten Flagge bestätigt, und das Schiff sei unter Begleitung der Nationalen Marine umgeleitet worden. Der Tanker steht auf der Sanktionsliste der Europäischen Union, und Macron schrieb, Frankreich sei „entschlossen, die Schattenflotte zu bekämpfen“ – ein Begriff für Schiffe, mit denen Russland westliche Embargos umgeht.
Verdacht auf Schattenflotten-Vergangenheit
Die DF Peak steht seit dem 25. Juni 2024 im Verdacht, zu Russlands Schattenflotte zu gehören, als sie noch unter dem Namen Kaliningrad fuhr. Nach den Berichten stehen derzeit mehr als 700 Schiffe auf der europäischen Sanktionsliste. Schiffe, die im Verdacht stehen, russische Kohlenwasserstoffe trotz US-, britischer oder EU-Sanktionen zu transportieren, ändern häufig ihren Namen oder ihre Flagge, um Kontrollen zu umgehen. Macrons Beitrag enthielt kurze Bilder der Operation, machte aber laut Ouest France keine Angaben zu einer möglichen Beschlagnahme, Festnahmen oder der Nationalität der Flagge, unter der das Schiff fuhr.
Diesel-Deal und der Ukraine-Hintergrund
Die Enterung erfolgt vor dem Hintergrund europäischer Besorgnis über die Zukunft des Krieges in der Ukraine, nachdem Sanktionen aufgehoben und ein Diesel-Abkommen zwischen Washington und Moskau erzielt wurde. Präsident Donald Trump sagte am Freitag, 9. Oktober, er habe große Lieferungen russischen Diesels für die USA und die Weltmärkte ausgehandelt und dafür die Sanktionen gegen Moskau ausgesetzt. Wolodymyr Selenskyj reagierte scharf und nannte die Entscheidung Schwäche. Am Samstag, 10. Oktober, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas, die Aufhebung der Sanktionen gegen russischen Diesel trage dazu bei, den Krieg des Kremls gegen die Ukraine zu befeuern, und die EU hat versprochen, ihre eigenen Maßnahmen gegen Moskau weiter zu verschärfen. Am Sonntag, 11. Oktober, kündigte Trump einen „Energie-Waffenstillstand“ zwischen Russland und der Ukraine an, den Selenskyj zufolge Moskau nicht einhält.
Abfolge der Ereignisse
Die Abfolge reicht von der mutmaßlichen Schattenflotten-Vergangenheit des Tankers über den Diesel-Deal bis zur Enterung am Montag. Der jüngste Eintrag ist die Enterung, die Macron auf X bekannt gab. Die Quellen beschreiben kein Ergebnis der Enterung, etwa Beschlagnahmen oder Festnahmen.
- Der damals noch Kaliningrad genannte Tanker steht im Verdacht, sich Russlands Schattenflotte angeschlossen zu haben
- Trump sagt, er habe russische Diesel-Lieferungen ausgehandelt und die Sanktionen gegen Moskau ausgesetzt
- Kaja Kallas sagt, die Aufhebung der Diesel-Sanktionen habe Russlands Krieg in der Ukraine befeuert
- Trump kündigt einen Energie-Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine an
- Die französische Marine entert die DF Peak rund 450 Seemeilen südlich von La Réunion
