Sicherheit · Frankfurt am Main, Köln und Hamburg
Ausschreitungen in Frankfurt nach Gen-Z-Protesten entfachen Debatte über Migrationshintergrund neu
Die Frankfurter Polizei teilt mit, dass etwa drei Viertel der 55 Tatverdächtigen ausländische Staatsangehörige sind, während Minister und der Chef einer Kriminalbeamtengewerkschaft darüber streiten, wie die Randalierer zu bezeichnen sind.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Deutsche Welle, Focus, tagesschau.de und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Am Samstag, 31. Oktober, wurden in Frankfurt mehr als 100 Polizeibeamte verletzt, einer davon schwer, und Geschäfte wurden beschädigt und geplündert; auch in Köln, Hamburg und Berlin kam es zu Eskalationen.
Die Frankfurter Polizei teilte am Donnerstag, 5. November, mit, dass etwa drei Viertel der 55 Tatverdächtigen ausländische Staatsangehörige sind und etwa die Hälfte keinen deutschen Pass hat.
Alexander Dobrindt (CSU) machte gewalttätige linke Gruppen und migrantische Randalierer verantwortlich, während Roman Poseck (CDU) am Sonntag, 1. November, von 1.000 bis 1.500 Störern sprach, überwiegend mit Migrationshintergrund.
BDK-Vorsitzender Dirk Peglow drängte auf zügige Verfahren und aufenthaltsrechtliche Prüfungen für nichtdeutsche Tatverdächtige und merkte an, dass eine Ausweisung nicht automatisch möglich sei.
- 31.10.Kundgebungen werden am Abend gewaltsam, mit Ausschreitungen in Frankfurt und Eskalationen auch in Köln, Hamburg und Berlin
- 1.11.Hessens Innenminister Roman Poseck spricht von 1.000 bis 1.500 Störern, überwiegend mit Migrationshintergrund
- 5.11.Die Frankfurter Polizei berichtet, dass etwa drei Viertel der 55 Tatverdächtigen ausländische Staatsangehörige sind
Ausschreitungen folgen überwiegend friedlichen Gen-Z-Kundgebungen
Zehntausende junge Menschen beteiligten sich an weitgehend friedlichen Kundgebungen in ganz Deutschland, getragen von der Initiative Gen Z regelt, die dazu aufgerufen hatte, ihre Zukunftsängste zu artikulieren und bessere Bildung, bezahlbaren Wohnraum und mehr Klimaschutz zu fordern. Die Gewalt kam am Abend des Samstag, 31. Oktober. In Frankfurt kam es nach dem Protest zu Straßenschlachten, mehr als 100 Polizeibeamte wurden verletzt (einer schwer), Geschäfte wurden beschädigt und geplündert. Auch in Köln, Hamburg und Berlin kam es zu Eskalationen.
Minister uneins über die Schuldfrage
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von der CSU gab rasch den Ton vor und machte gewalttätige linke Gruppen und migrantische Randalierer dafür verantwortlich, die Demonstrationen gekapert zu haben.
„Es gab friedliche Demonstrationen, die am Abend von gewalttätigen linken Gruppen und migrantischen Randalierern gekapert wurden.“
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) erklärte, die meisten Festgenommenen seien deutsche Staatsangehörige, beschrieb die Tätergruppe aber als überwiegend aus einem Migrationsmilieu stammend. Am Sonntag, 1. November, bezifferte er die Zahl der Störer auf 1.000 bis 1.500. Kanzler Friedrich Merz stellte sich hinter seinen Innenminister, und dessen Sprecher Stefan Kornelius sagte, die Einschätzung beruhe auf Beobachtungen von Ermittlern und Einsatzkräften vor Ort. Merz erklärte, seine Regierung werde keine Toleranz gegenüber Gewalt zeigen. Die AfD forderte eine genauere Betrachtung von „Migrantengewalt“ und kündigte an, das Thema in den Landtag zu bringen. Führende Sozialdemokraten warnten vor Verallgemeinerungen, während ein CDU-Minister lieber die Ursachen der Gewalt untersuchen wollte. Dobrindt verteidigte seine Wortwahl auf dem Kongress der Gewerkschaft der Polizei (GdP) mit den Worten, er könne die von ihm gesehene Gewalt nicht anders beschreiben.
Was die Frankfurter Polizei berichtet
Am Donnerstag, 5. November, teilte die Frankfurter Polizei mit, dass etwa drei Viertel der 55 Tatverdächtigen, gegen die wegen der Ausschreitungen vom 31. Oktober ermittelt wird, ausländische Staatsangehörige sind. Etwa die Hälfte habe keinen deutschen Pass, und von der anderen Hälfte besitze jede zweite Person zusätzlich eine ausländische Staatsangehörigkeit. Die Polizei beschrieb die Gewalt als vor allem ausgehend von einer rund 100 Personen starken linksextremistischen Gruppe, die aus der Versammlung heraus agierte, sowie von zahlreichen Gruppen junger, gewaltbereiter Männer mit Migrationshintergrund. Sie erklärte, das Muster ähnele Gruppen, die regelmäßig an Silvester und an Wochenenden durch Straftaten auffielen, und unter den Tatverdächtigen der Zeil-Vorfälle des Vorjahres seien 76 Prozent männlich gewesen und 69 Prozent hätten keine deutsche Staatsangehörigkeit besessen. Die Polizei sprach von einem bereits bekannten Muster.
„Man sollte die Debatte über die mögliche Herkunft der Täter nicht scheuen.“
Der Kriminologe Christian Walburg von der Universität Münster argumentierte, die Debatte solle nicht vermieden werden, warnte aber davor, dass oft vorschnelle Schlüsse gezogen würden, und dass ein hoher Anteil junger Menschen mit Migrationshintergrund in Großstädten nicht überrasche.
Forderungen nach schnellen Verfahren und aufenthaltsrechtlichen Prüfungen
BDK-Vorsitzender Dirk Peglow stellte sich auf die Seite Dobrindts und sagte, die Bilder zeigten, dass unter den Randalierern junge Männer aus einem migrantisch geprägten Milieu aktiv gewesen seien und Teile dieser Gruppen der Polizei bereits durch Vorfälle in den Innenstädten bekannt seien. Er betonte, eine solche Benennung betreffe konkrete Gruppen und nicht Menschen mit Migrationshintergrund im Allgemeinen, und die deutsche Staatsangehörigkeit vieler Festgenommener ändere an dieser Einschätzung nichts. Peglow forderte zügige Verfahren und aufenthaltsrechtliche Prüfungen für nichtdeutsche Tatverdächtige und merkte an, dass eine Ausweisung nicht automatisch möglich sei. Er erwarte, dass viele Tatverdächtige durch Videoaufnahmen und weitere Ermittlungen identifiziert würden, und warnte, die Polizei müsse sich auf ähnliche Gewalt an Silvester und bei anderen Großveranstaltungen einstellen.
„Die Randalierer haben mit ihrem Verhalten gezeigt, dass sie erhebliche Schäden für Ladenbesitzer und Verletzungen von Polizeibeamten in Kauf nehmen.“
Kontrollen auf der Zeil und Angst vor Pauschalisierung
Mehrere Menschen mit Migrationshintergrund veröffentlichten auf TikTok und Instagram Verurteilungen der Gewalt, und einige sagten, sie fürchteten, wegen ihrer Herkunft gemeinsam mit den Randalierern beurteilt zu werden. Die Polizei hat die Kontrollen auf der Frankfurter Einkaufsstraße Zeil verstärkt und patrouilliert zu Fuß und mit Fahrzeugen in Gruppen von rund zehn Beamten, mit Identitätsfeststellungen und teilweise auch Durchsuchungen. Dort befragte junge Männer sagten, sie würden fast täglich kontrolliert und fühlten sich herausgegriffen, und sie stellten infrage, ob die jüngsten Ausschreitungen die verstärkte Präsenz rechtfertigten. Drei junge Männer in Ausbildung an der Konstablerwache befürworteten die Kontrollen dagegen und sagten, auch das Tragen von Messern in der Gegend sei für sie ein Problem.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Deutsche WelleProtestkrawalle der Generation Z in Deutschland lösen Debatte über Integration und Vorurteile ausGermany's Gen Z protest riots spark debate on integration and bias · Original auf Englisch
- FocusHälfte der Frankfurt-Randalierer hat keinen deutschen Pass
- tagesschau.deHessen: Stimmen zur Krawalle in Frankfurt: "Dann heißt es wieder: typisch Migranten" - drei Stimmen
- tagesschau.deHessen: Polizeikontrollen nach Ausschreitungen in Frankfurt: Jugendliche zwischen Wut und Stigmatisierung
- Alexander Dobrindt
- Bundesinnenminister (CSU), der gewalttätige linke Gruppen und migrantische Randalierer für die Ausschreitungen verantwortlich machte
- Roman Poseck
- Innenminister von Hessen (CDU), der den Migrationshintergrund der Täter betonte
- Friedrich Merz
- Bundeskanzler (CDU), der sich hinter die Einschätzung seines Innenministers stellte
- Orte
- Frankfurt am Main, Deutschland, Köln, Hamburg, Berlin
- Organisationen
- Deutscher Bundestag
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