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Fußball·vor 3 Std.

FIFA kehrt Teilverbot von Wasserflaschen bei der WM nach politischem und Fan-Protest teilweise zurück

Die FIFA hat ihre Stadionordnung geändert und erlaubt nun eine fabrikversiegelte Einweg-Plastikflasche pro Fan bei WM-Spielen in den USA und Kanada. Zuvor war das Verbot von Mehrwegflaschen auf scharfe Kritik von Politikern und Gesundheitsexperten gestoßen.

Die FIFA hat ein umstrittenes Verbot von Wasserflaschen bei der WM 2026 teilweise zurückgenommen. Am Freitag gab der Verband bekannt, dass Zuschauer in den Stadien der USA und Kanadas eine weiche, fabrikversiegelte Einweg-Plastikflasche mit bis zu 590 ml (20 oz) mitbringen dürfen. Der Schritt erfolgte nach weltweiten Protesten, nachdem der Verband am Dienstag seine Stadionordnung aktualisiert und Mehrwegflaschen verboten hatte, die zuvor erlaubt waren.

Die Kehrtwende

Die neue Regel, bestätigt von WM-Geschäftsführer Heimo Schirgi, erlaubt eine einzelne versiegelte Einwegflasche, behält aber das Verbot von Hartplastik- und Mehrwegbehältern bei. Die FIFA begründete dies mit Sicherheitsrisiken durch Gegenstände, die geworfen werden könnten. Die Kehrtwende gilt noch nicht für Stadien in Mexiko, wo das Turnier am Donnerstag beginnt, wenn Mexiko im Azteken-Stadion auf Südafrika trifft.

Alle Fans dürfen eine weiche Plastikflasche mit 590 ml (20 oz), fabrikversiegelt und als Einwegflasche, zu jedem Spiel der FIFA WM 2026 in den USA und Kanada mitbringen.

Nicht erlaubt sind wiederverschließbare Hartplastik-Wasserbehälter, die ein Sicherheitsrisiko darstellen könnten.

Politischer und öffentlicher Druck

Das ursprüngliche Verbot hatte scharfe Kritik von Amtsträgern hervorgerufen. Torontos Bürgermeisterin Olivia Chow nannte die Politik einen „pure money grab“, während New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani sagte, er sei „besorgt“ und wolle sich mit der FIFA in Verbindung setzen. Der britische Premierminister Sir Keir Starmer bezeichnete die Maßnahme als „falsch“ und sagte, es gehe „ums Geldverdienen“.

Es ist unerhört. Sie wollen nur noch reicher werden. Sie machen schon Milliarden. Das muss aufhören.

Wir werden die Sache mit der FIFA weiterverfolgen, um die Gründe für diese Entscheidung besser zu verstehen. Wir wollen nicht, dass Zuschauer wegen der Preise im Stadion auf Wasser verzichten müssen.

Hitzesorgen in den Austragungsorten

Die Kontroverse wird durch die für den Sommer erwarteten extremen Temperaturen in den nordamerikanischen Austragungsstädten noch verschärft. Klimawissenschaftler warnen, dass „sengende Hitze“ ein Viertel der WM-Spiele beeinträchtigen könnte, darunter das Finale am 19. Juli in New Jersey. In Houston und Dallas liegen die Sommertemperaturen oft bei 40°C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Die FIFA hat mitgeteilt, dass die Austragungsstädte Hitzeschutzmaßnahmen wie Wasserstationen, Nebelduschen und Kühlzelte bereitstellen werden.

Kommerzielle Erwägungen

Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass kommerzielle Faktoren das ursprüngliche Verbot beeinflusst haben. Die FIFA erhält den Großteil der Einnahmen aus den Stadionkonzessionen, und ihr Erfrischungsgetränkepartner Coca-Cola verkauft Dasani-Wasser und Softdrinks in den Stadien. Der „Athletic“ berichtete, dass Mitglieder der eigenen Sicherheitsteams der FIFA interne Bedenken gegen das Flaschenverbot geäußert hatten. Quellen bei Coca-Cola bestritten eine Beteiligung an der Entscheidung. Zehn der 16 WM-Stadien erlauben es Fans normalerweise, leere Flaschen mitzubringen.

Das ist einfach falsch. Und ich kann mir nicht helfen, aber ich glaube, es geht ums Geldverdienen. Man darf also keine Plastikflaschen mitbringen, aber wenn man drinnen ist, kann man eine Flasche Wasser kaufen? Und die wird dann teuer sein.

Weitere verbotene Gegenstände

Die aktualisierte FIFA-Verhaltensordnung verbietet auch Vuvuzelas, die Plastikhörner, die bei der WM 2010 in Südafrika berüchtigt wurden. Der Verband hat alle „übermäßig lauten Geräte“ wie Trillerpfeifen und Hörner verboten. Laserpointer und ähnliche Geräte sind ebenfalls untersagt. Körperbemalung und Tätowierungen gelten laut Verhaltenskodex nicht als Kleidung, und das Entkleiden oder Entblößen intimer Körperteile führt zum Ausschluss aus dem Stadion.

Änderungen der FIFA-Wasserflaschenrichtlinie
  1. Anfängliche Richtlinie erlaubt leere, durchsichtige Mehrwegflaschen bis zu 1 Liter
  2. FIFA aktualisiert Verhaltenskodex und verbietet alle Mehrweg-Wasserflaschen
  3. The Athletic berichtet über Richtlinienänderung; weltweite Gegenreaktionen beginnen
  4. FIFA kehrt Verbot teilweise zurück und erlaubt eine versiegelte Einwegflasche bis zu 590 ml
Mexiko-Stadt · New York City · Toronto · Houston · Dallas

8 Quellen

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