
Spanien holt sich mit 1:0-Sieg nach Verlängerung gegen Argentinien den zweiten WM-Titel, FIFA ermittelt nach Massenschlägerei im Finale
Ferran Torres erzielte den Siegtreffer in der Verlängerung, als Spanien das dezimierte Argentinien mit 1:0 in New Jersey besiegte. Das Spiel endete in einer Schlägerei, die ein Disziplinarverfahren der FIFA auslöste.
Der entscheidende Moment des Finales
Spanien sicherte sich seinen zweiten WM-Titel durch einen Treffer von Flügelspieler Ferran Torres in der Verlängerung. Argentinien war bereits in der 93. Minute der regulären Spielzeit in Unterzahl, als Enzo Fernandez nach einer zweiten Gelben Karte die Rote Karte sah. Bis Torres im zusätzlichen Zeitraum traf, stand es 0:0, und Spanien gewann 1:0 im MetLife Stadium in New Jersey.
Schlägerei nach dem Spiel löst FIFA-Ermittlungen aus
Nach dem Schlusspfiff kochten die Emotionen über. Der argentinische Mittelfeldspieler Leandro Paredes geriet mit mehreren spanischen Spielern aneinander, darunter Verteidiger Eric Garcia und Mittelfeldspieler Gavi, was eine größere Schlägerei zwischen den beiden Mannschaften auslöste. Die Teams schubsten sich gegenseitig und mussten physisch getrennt werden. Argentiniens Trainer Lionel Scaloni versuchte, die Spieler am Ende der hitzigen Begegnung zu beruhigen. Der Weltfußballverband FIFA hat inzwischen einen Disziplinar- und Ethikstaatsanwalt eingesetzt, um die Schlägerei nach dem Spiel zu untersuchen, wobei kein Zeitrahmen für den Abschluss der Ermittlungen genannt wurde.
Comportamiento repugnante por parte de los argentinos al final, especialmente Paredes.
Der britische Moderator Piers Morgan kritisierte das argentinische Verhalten in den sozialen Medien, bezeichnete die Mannschaft als „Gruppe gewalttätiger und unangenehmer Schläger“ und postete ein Bild von Paredes, der Gavi nach einem Zusammenstoß mit Rodri zu Boden wirft. Argentiniens Wirtschaftsminister Luis Caputo, der Morgan zuvor als „Idiot und nachtragend“ bezeichnet hatte, reagierte heftig online.
Argentinien kehrt ohne Messi zurück
Argentiniens Mannschaft flog ohne ihren Superstar nach Buenos Aires zurück. Lionel Messi flog nach dem Finale Berichten zufolge zunächst nach Miami und plante dann, für mehrere Tage in seine Heimatstadt Rosario zu reisen, wie lokale Medien berichten. Trainer Lionel Scaloni und die übrigen Spieler wurden am internationalen Flughafen mit einem „protokollarischen Empfang“ mit rotem Teppich und einer Militärkapelle empfangen, die „Muchachos, Ahora Nos Volvimos a Ilusionar“ spielte, die inoffizielle Hymne der Albiceleste seit der WM 2022 in Katar.
Die Argentinier werden trotzdem feiern.
Tausende Fans trotzten Kälte und Regen und warteten mit Fahnen und blau-weißen Schirmen vor dem Trainingsgelände des AFA in Ezeiza. Präsident Javier Milei hatte nach dem Finale einen Nationalfeiertag angekündigt, diesen aber von einer Bitte der Spieler und des Trainerstabs abhängig gemacht, die jedoch nicht in Feierlaune waren. Weitere offizielle Ehrungen blieben aus. Der AFA hatte zuvor bekannt gegeben, dass mehrere Mannschaftsmitglieder, darunter Enzo Fernandez, Lautaro Martinez und Julian Alvarez, direkt zu ihren Vereinen oder in den Urlaub aus den USA reisen würden.
Zusammenstöße in Buenos Aires nach der Niederlage
Am späten Sonntagabend versammelten sich Tausende Argentinier am traditionellen Feierpunkt, dem Obelisken in Buenos Aires. Es kam zu kurzen Zusammenstößen, und die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse ein, um die Feiernden zu zerstreuen. 15 Personen wurden festgenommen. Das Spiel selbst stieß in den internationalen Medien auf Kritik wegen einer Vielzahl von Fouls und unsportlichem Verhalten der Albiceleste, die bis zur 116. Minute keinen Schuss aufs Tor abgeben konnte.
Spanien feiert vor zwei Millionen in Madrid
Spaniens Team kehrte zu einer riesigen Feier in Madrid zurück. Schätzungsweise zwei Millionen Menschen säumten laut Regierungsdelegation die Straßen, als die Mannschaft in einem offenen Bus vom Moncloa-Palast zur voll besetzten Plaza de Cibeles fuhr, wo mehr als 120.000 Fans warteten. Die Spieler betraten gegen 22:10 Uhr eine Bühne, einer nach dem anderen mit individuell ausgewählten Liedern von Bad Bunny und Quevedo bis Julio Iglesias und Raphael.
Estos chavales que están aquí son la hostia. Ferran Torres ha sido muchas veces injustamente criticado y hoy es historia del fútbol español.
Kapitän Rodri, der zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde, ergriff das Mikrofon, um den Helden des Finales zu verteidigen, während Trainer Luis de la Fuente seine „26 fantastischen Menschen, die auch die besten der Welt sind“ lobte. Die Party, 16 Jahre nach Spaniens erstem WM-Triumph in Südafrika, dauerte bis fast 2:00 Uhr morgens.
- Enzo Fernandez sieht nach zweiter Gelber Karte die Rote Karte, Argentinien in Unterzahl
- Spielstand bleibt 0:0, Spiel geht in die Verlängerung
- Argentinien gibt ersten Schuss aufs Tor ab
- Ferran Torres erzielt den Siegtreffer für Spanien
- Massenschlägerei bricht aus; Leandro Paredes gerät mit Eric Garcia und Gavi aneinander
- Madrid (insgesamt entlang der Route)
- 2000000 Personen
- Madrid (Plaza de Cibeles)
- 120000 Personen
Was als Nächstes kommt
Der Disziplinarstaatsanwalt der FIFA untersucht nun die Schlägerei nach dem Finale ohne festgelegte Frist. Für Argentinien folgt eine nüchterne Rückkehr und verstreute Ferien. Spanien beginnt seine Regentschaft als Weltmeister.


