
Antwerpener Polizei nimmt drei Männer nach Fund tausender Missbrauchsbilder fest
Die Justizbehörden in Antwerpen haben drei Männer in Haft genommen, nachdem Tausende Videos sexuellen Missbrauchs aus den Jahren 2008 bis in die jüngste Vergangenheit entdeckt worden waren. Die Ermittlungen begannen, nachdem eine 50-jährige Frau Anzeige gegen ihren früheren Partner erstattet hatte.
Erste Anzeige und Festnahme im Mai
Die gerichtlichen Ermittlungen begannen im Mai 2026, nachdem eine 50-jährige Frau bei den Behörden in Antwerpen Strafanzeige gegen ihren 41-jährigen früheren Partner erstattet hatte. Die Anzeigende gab an, nicht einvernehmlichen sexuellen Handlungen, rechtswidrigen Videoaufnahmen und körperlicher Gewalt ausgesetzt gewesen zu sein. Konkret berichtete sie, der Verdächtige habe sie während des sexuellen Missbrauchs ohne ihr Einverständnis gefilmt. Polizeibeamte nahmen den 41-Jährigen am 8. Mai 2026 unter dem Verdacht der Vergewaltigung, der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen sowie der vorsätzlichen Körperverletzung fest. Nach seiner ersten Festnahme ordnete ein Untersuchungsrichter die elektronische Überwachung des Verdächtigen an. Im weiteren Verlauf des Sommers 2026 gewährte die Antwerpener Ratskammer seine Freilassung unter strengen gerichtlichen Auflagen, während forensische Ermittler mit der Untersuchung der bei seiner Festnahme beschlagnahmten digitalen Speichergeräte begannen.
Sicherstellung digitaler Aufzeichnungen
Bei der technischen Untersuchung des beschlagnahmten Computers und der Speicherhardware fanden Forensikspezialisten Tausende Bilder und Videoaufzeichnungen, die sexuelle Übergriffe gegen Frauen dokumentieren. Die wiederhergestellten Mediendateien zeigten mehrere weibliche Opfer, die während des aufgezeichneten Missbrauchs stark alkoholisiert, bewusstlos oder völlig benommen wirkten. Die Ermittler stellten fest, dass sich das archivierte Material über einen langen Zeitraum erstreckte und sowohl aktuelle Dateien als auch historische Aufnahmen aus den Jahren 2008 bis 2011 enthielt. Die Auswertung des Materials ermöglichte es den Ermittlern, zwei weitere Opfer zu identifizieren, die beide zuvor eine Liebesbeziehung zu dem 41-jährigen Verdächtigen gehabt hatten. Beide Frauen bestätigten gegenüber den Behörden, dass sie betäubt und missbraucht worden seien, und beide erstatteten anschließend förmlich Strafanzeige.
- Früheste auf digitalen Geräten aufgezeichnete Videos sexuellen Missbrauchs
- Hauptverdächtiger (41) nach Anzeige seiner früheren Partnerin festgenommen
- Polizei nimmt drei männliche Verdächtige in Antwerpen fest
- Antwerpener Staatsanwaltschaft gibt Haftbefehle und Status der Untersuchungshaft bekannt
Koordinierte Festnahmen und Vorgehen der Staatsanwaltschaft
Da die digitalen Beweise auf einen größeren Täterkreis hindeuteten, stießen die Ermittler auf die mutmaßliche Beteiligung zweier weiterer Männer im Alter von 37 und 50 Jahren. Die Antwerpener Polizei führte am 23. September 2026 eine koordinierte Operation durch und nahm alle drei männlichen Verdächtigen in der Stadt unter dem Verdacht der Vergewaltigung und schwerer Sexualstraftaten fest. Die Antwerpener Staatsanwaltschaft gab den Stand des Verfahrens am Samstagmorgen, dem 3. Oktober 2026, bekannt und teilte mit, dass gegen alle drei Personen Ende September förmliche Haftbefehle erlassen worden seien.
Kato Belmans, Sprecherin der Antwerpener Staatsanwaltschaft, äußerte sich zum wachsenden Umfang des Falls:
Unterdessen wurden die Ermittlungen fortgesetzt und brachten weitere schwere Sittlichkeitsdelikte ans Licht, bei denen zwei weitere Opfer, ebenfalls Ex-Partnerinnen des Mannes, identifiziert werden konnten.
Bereits früher in der Woche bestätigte die Ratskammer die vorläufige Haft zweier Verdächtiger; das Gericht soll am Montag über den Haftstatus des dritten Verdächtigen entscheiden.
Einwände der Verteidigung und laufende forensische Untersuchungen
Der 41-jährige Hauptverdächtige hat die Vorwürfe während der gesamten polizeilichen Vernehmungen bestritten, die Verabreichung von Betäubungsmitteln an Frauen geleugnet und erklärt, alle sexuellen Handlungen seien einvernehmlich gewesen. Darüber hinaus hat der Rechtsbeistand eines der anderen festgenommenen Verdächtigen rechtliche Einwände erhoben und argumentiert, die seinem Mandanten zugeschriebenen Handlungen könnten unter die Verjährungsfrist fallen. Die Staatsanwaltschaft erklärte, die Feststellung, ob Betäubungsmittel verabreicht wurden, sei Gegenstand laufender forensischer Prüfungen, und wies darauf hin, dass das Alter der älteren Aufnahmen aus dem Jahr 2008 eine definitive chemische Bestätigung verhindern könnte. Die gerichtlichen Ermittlungen werden unter einem Antwerpener Untersuchungsrichter fortgesetzt, um die Gesamtzahl der Opfer festzustellen und zu prüfen, ob weitere Täter an den Straftaten beteiligt waren.

