Sicherheit · Soest und Arnsberg
Prozess um das „Horrorhaus“ von Soest: Hauptangeklagter räumt einige Taten ein und beschuldigt Ex-Partnerin
Zum zweiten Verhandlungstag am Montag, 2. November 2026, in Arnsberg räumte der 29-jährige Hauptangeklagte ein, an zahlreichen Taten gegen eine 33-jährige Frau in Soest beteiligt gewesen zu sein, wies in mehreren Fällen jedoch die Schuld seiner früheren Partnerin zu.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von stern.de, tagesschau.de, RP Online und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der 29-jährige ehemalige Krankenpfleger räumte über seinen Verteidiger ein, an vielen Taten beteiligt gewesen zu sein, wies in mehreren Fällen jedoch die Schuld seiner früheren Partnerin zu, während die Staatsanwaltschaft ihm wiederholte Lügen vorwirft.
Neu aufgetauchte Videos zeigen 18 weitere Taten mit weiteren, bislang nicht angeklagten Beteiligten; die Staatsanwaltschaft plant eine weitere Anklage gegen den 29-Jährigen.
Der Vorsitzende Richter Marc Gährken sagte, neue Beweise entlasteten den 17-Jährigen; die Videos lassen offenbar erkennen, dass nur einer der beiden Brüder beteiligt war.
Die 33-jährige Frau, die Anfang November befreit wurde, soll wegen ihrer Erkrankung in der Woche ab 9. November 2026 per Videoübertragung aussagen.
- 2025Laut Anklage Misshandlung des Opfers in einem Haus in Soest
- Anfang NovemberEin Nachbar alarmiert die Polizei, das Opfer wird vom Terrassenbalken befreit
- 2.11.Zweiter Verhandlungstag, an dem der Hauptangeklagte einige Taten einräumt
- Woche ab 9. November 2026Das Opfer soll per Videoübertragung aussagen
Zweiter Verhandlungstag in Arnsberg
Das Landgericht Arnsberg verhandelte am Montag, 2. November 2026, den zweiten Tag im Verfahren um eine Frau, die in einem Reihenhaus in Soest in Westfalen monatelang misshandelt wurde. Vier Angeklagte stehen vor Gericht: zwei Männer im Alter von 29 und 25 Jahren sowie zwei Brüder im Alter von 16 und 17 Jahren. Ihnen werden unter anderem Körperverletzung, Vergewaltigung, Nötigung und Freiheitsberaubung vorgeworfen; die Anklage ordnet die Taten dem Jahr 2025 zu. Beide Männer befinden sich in Untersuchungshaft. Sein Verteidiger erklärte vor Gericht, er räume grundsätzlich ein, an einer großen Zahl der Taten beteiligt gewesen zu sein.
Die Darstellung des Hauptangeklagten
In späteren Aussagen verlagerte der 29-Jährige, ein ehemaliger Krankenpfleger, einen Großteil der Schuld auf seine frühere Partnerin und erklärte, sie habe mehrere Vorfälle angeleitet. Er nannte einen Vorfall aus dem November, bei dem sie ihm befohlen habe, das Opfer halbnackt mit Handschellen an einen Terrassenbalken zu hängen, und er habe stets getan, was sie ihm gesagt habe. In anderen Fällen verwies er auf weitere Beteiligte oder erklärte, er habe Angst gehabt. Er beschrieb sich selbst als jemanden, der einfach mitgelaufen sei, während er viele der Videos filmte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gesondert gegen die frühere Partnerin; sie wurde erst festgenommen, nachdem neue Videos aufgetaucht waren. Oberstaatsanwältin Imke Reelsen warf ihm angesichts seiner widersprüchlichen Aussagen „Rumlügerei“ vor. An ihn gewandt sagte sie:
„Man sieht, dass Ihnen die Misshandlungen Spaß gemacht haben.“
Zu den drastischen Details, die vor Gericht zur Sprache kamen, gehörte ein Toilettensitz, den das Opfer in den Mund nehmen musste und den er als fabrikneu bezeichnete. Reelsen sagte, die Beweise zeigten eindeutig, dass sie gezwungen wurde, Fäkalien zu essen, und fügte hinzu, er räume nur ein, was ihm nachgewiesen werden könne. Reue war vor Gericht nicht zu erkennen.
Neue Videos und eine zweite Anklage
Die Ermittler erhielten erst kurz vor der Verhandlung einen Datenträger mit umfangreichem Videomaterial. Die Aufnahmen zeigen 18 weitere Taten, an denen weitere, bislang nicht angeklagte Personen beteiligt waren. Die Staatsanwaltschaft plant eine weitere Anklage gegen den 29-Jährigen; sein Verfahren soll nach Angaben des Vorsitzenden Richters Marc Gährken voraussichtlich vom laufenden Verfahren abgetrennt werden. Die neuen Videos lassen offenbar erkennen, dass nur einer der beiden Brüder beteiligt war, weshalb die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe gegen den 17-Jährigen nicht mehr für gerechtfertigt hält. Der Richter erklärte vor Gericht, in einer nicht öffentlichen Rechtsbesprechung aller Verfahrensbeteiligten hätten sich neue Entlastungsmomente für den 17-Jährigen ergeben. In dieser Besprechung kündigte auch der Verteidiger des 25-Jährigen ein Geständnis an.
Das Opfer und der weitere Verlauf
Beide Minderjährigen äußerten sich zu den Vorwürfen, die Öffentlichkeit war jedoch aus Gründen des Jugendschutzes ausgeschlossen, und die Quellen geben nicht an, was sie aussagten. Das Opfer, eine 33-jährige Frau, wird in der Anklage als obdachlos beschrieben und als eine Frau, die wiederholt in das Reihenhaus des Angeklagten gelockt wurde. Sie wurde Anfang November befreit, nachdem ein Nachbar die Polizei alarmiert hatte, als sie bei strenger Kälte nahezu nackt an einen Terrassenbalken gekettet war. Ihre Aussage soll wegen ihrer Erkrankung in der kommenden Woche per Videoübertragung gehört werden, wie der Anwalt der Nebenklägerin sagte; Anwälte und Richter stimmten dem zu.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- stern.deFall "Soester Horrorhaus": Geständnisse und Verstörendes
- tagesschau.deNordrhein-Westfalen: Misshandelte Frau in Soest: Hauptangeklagter gibt einige Taten zu
- RP OnlineGrausamer Fall vor Gericht: Geständnisse im Prozess um "Soester Horrorhaus
- Süddeutsche ZeitungGeständnisse im Prozess um "Soester Horrorhaus
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