Makroökonomie · Frankfurt und Paris

EZB dürfte am 29. Oktober die Zinsen halten, während die Märkte eine Erhöhung im Dezember einpreisen

Die Europäische Zentralbank wird am Donnerstag, 29. Oktober, weithin damit gerechnet, ihren Einlagensatz nach der Anhebung um 25 Basispunkte im September bei 2,5% zu belassen. Im Fokus stehen die Spannungen am französischen Anleihemarkt und die Pressekonferenz von Christine Lagarde.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von europa press, SAPO, Notícias ao Minuto und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Frankfurt, Paris · Deutschland, Frankreich
Wie es dazu kam
  1. 28.10.Fed hält ihre Zielspanne bei 3,75% bis 4%, zwei Stimmen für eine Erhöhung
  2. 29.10.EZB-Entscheidung erwartet, anschließend Pressekonferenz von Lagarde
  3. 16.12.Nächste EZB-Sitzung am 16. und 17. Dezember in Frankfurt

Ein erwarteter Halt nach der September-Erhöhung

Analysten und Anleger erwarten, dass die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen bei ihrer Sitzung am Donnerstag, 29. Oktober, unverändert lässt und den Einlagensatz bei 2,5%, den Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65% und den Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90% belässt. Der Pause wäre die im September vorgenommene Anhebung um 25 Basispunkte vorausgegangen, die erste EZB-Erhöhung seit mehr als drei Jahren, und die Notenbank dürfte die Zeit nutzen, um die Auswirkungen auf die Wirtschaft zu untersuchen. Die Federal Reserve beließ am Mittwoch, 28. Oktober, ihre Zielspanne nach der Erhöhung bei ihrer vorangegangenen Sitzung bei 3,75% bis 4%, und zwei Mitglieder ihres Ausschusses stimmten für einen weiteren Anstieg um einen Viertelprozentpunkt. Analysten sagen, die seit September veröffentlichten Daten reichten nicht aus, um den Kurs der Notenbank zu ändern, auch wenn der Energie-Schock im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt weiterhin Anlass zur Sorge gebe.

Die Märkte preisen eine Erhöhung im Dezember ein

Die Marktbewertung deutet auf eine Pause mit anschließender weiterer Erhöhung hin. Das Instrument ECBWatch, das die Anlegerstimmung bündelt, beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen bei der Donnerstagssitzung unverändert bleiben, auf 96% und die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung um 25 Basispunkte im Dezember auf 81%. Allianz Global Investors erwartet zwei weitere Anhebungen um 25 Basispunkte, im Dezember und möglicherweise im März, was den Einlagensatz auf 3% heben würde. Das Unternehmen knüpft diese Prognose an Ölpreise über 100 Dollar je Barrel, eine Inflationsrate, die seiner Erwartung nach in diesem Winter 4% übersteigen wird, und eine Wirtschaft, die weiterhin Widerstandskraft zeigt. Auch Alessia Berardi von Amundi erwartet am Donnerstag keine Zinsänderung, sagt aber, die Notenbank werde einen restriktiven Ton beibehalten und Marktbelastungen möglicherweise anerkennen, ohne darauf zu reagieren.

„Die Europäische Zentralbank wird die Zinsen am Donnerstag unverändert lassen, allerdings wird sie einen restriktiven Ton beibehalten.“

Alessia Berardi
Marktwahrscheinlichkeiten laut ECBWatch für EZB-Zinsschritte%
Keine Änderung am 29. Oktober 2026
96 %
Anhebung um 25 Basispunkte im Dezember 2026
81 %

Daten aus dem Artikeltext

Inflation und der Hintergrund der Fed

Die Inflation im Euroraum stieg im September auf 3,8%, ein Drei-Jahres-Hoch und ein Anstieg um sechs Zehntel innerhalb eines Monats. Die Kerninflation, die Energie, frische Lebensmittel, Alkohol und Tabak ausschließt, lag im September bei 2,5%, ein Anstieg um ein Zehntel – ein Wert, der nach Einschätzung von Analysten noch keine Zweitrundeneffekte zeigt. In den Vereinigten Staaten lag das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß im August laut ABC 3,4% über dem Vorjahreswert, die Kerninflation bei 3,0%. Der Zinshalt der Fed erfolgte kurz vor den Zwischenwahlen und war nicht einstimmig. Allianz-Analysten weisen zudem darauf hin, dass die EZB derzeit nicht beabsichtige, ihr Portfolio von 3,3 Billionen Euro an langfristigen Anleihen aus ihren Programmen APP und PEPP zu reinvestieren.

Inflation im Euroraum, September 2026%
Gesamtinflation
3.8 %
Kerninflation
2.5 %

Daten aus dem Artikeltext

Frankreich im Zentrum der Debatte

Die Renditen französischer Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit stiegen am 22. Oktober über 5,14%, den höchsten Stand seit 2002, und der Aufschlag gegenüber deutschen Anleihen erreichte Werte, die seit der Euro-Krise 2011 nicht mehr gesehen wurden. Moody's beließ Frankreich am Freitag, 23. Oktober, entgegen den allgemeinen Erwartungen bei der Bonitätsnote Aa3 mit negativem Ausblick. Proteste in mehreren europäischen Ländern haben die politische Unsicherheit verstärkt, und die französische Debatte dreht sich um den Haushalt 2027 und die Präsidentschaftswahl 2027. Beamte, die Notenbank und Analysten sagen, es sei zu früh, das Transmission Protection Instrument zu aktivieren, das 2022 geschaffen und nie genutzt wurde und theoretisch große Anleihekäufe erlaubt, um Marktstress einzudämmen. Allianz-Analysten merken an, dass Frankreich und Italien EU-Defizitverfahren unterliegen und derzeit die Bedingungen für eine TPI-Unterstützung nicht erfüllen.

Was bei der Pressekonferenz zu beobachten ist

Die Pressekonferenz Lagardes nach der Entscheidung steht im Mittelpunkt, wobei Analysten darauf achten, wie sie auf den Anstieg der Renditen von Staatsanleihen eingeht. Natixis-Analysten sagen, die EZB könne diese Risiken für die Finanzstabilität ausdrücklich ansprechen, was sie als Zeichen dafür werten würden, dass die Notenbank die Volatilität ernst nimmt. Das Protokoll der Septembersitzung vermerkte bereits, dass Entwicklungen bei Staatsanleihen Auswirkungen auf künftige Zinsentscheidungen haben könnten. Auch Diskussionen über die Neubesetzung des EZB-Direktoriums laufen, und Spekulationen über einen vorzeitigen Abschied Lagardes gehören zum Hintergrund. Die nächste planmäßige Sitzung findet am 16. und 17. Dezember in Frankfurt statt.

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